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Urteil nach Sat.1-Klage: Fernsehsender müssen Werbung von Sendungen deutlich absetzen

Gerichtsurteil: Fernsehsender müssen Werbung von Sendungen deutlich absetzen
Gerichtsurteil: Fernsehsender müssen Werbung von Sendungen deutlich absetzen

Fernsehsender müssen Werbung ganz eindeutig von anderen Sendungsteilen absetzen. Sonst verstoßen sie gegen den Rundfunkstaatsvertrag, wie aus einem am Mittwoch ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hervorgeht. Mit ihrer Entscheidung wiesen die Richter eine Klage von Sat.1 gegen eine Beanstandung durch die Landeszentrale für Medien und Kommunikation des Landes Rheinland-Pfalz zurück.

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Diese hatte die mangelnde Trennung von Programmhinweisen und der darauffolgenden Werbung gerügt. Während der Unterbrechung von Fernsehserien hatte Sat.1 Ende 2011 in zwei Fällen zunächst Programmhinweise auf andere Sendungen ausgestrahlt.

Das Bundesverwaltungsgericht erklärte am Mittwoch in einer Pressemitteilung: „Während der Unterbrechung der Serie ‚Anna und die Liebe‘ wurde ein Programmhinweis auf die Übertragung eines Boxkampfes ausgestrahlt. Zu sehen war zunächst für etwa zwei Sekunden ein den gesamten Bildschirm ausfüllender brennender Boxring und in der rechten Bildschirmhälfte der Boxer Felix Sturm. Während dieser sich auf die Kamera zubewegte, erschienen in der Mitte des Bildes in einem schwarzen Kreis die Buchstaben ‚FR‘ und links daneben der Hinweis ‚HEUTE 22.15 STURM VS. MURRAY‘.“ Nach diesen zwei Sekunden habe sich der schwarze Kreis mit den Buchstaben ‚FR‘ in den Sat.1-Ball verwandelt und gleichzeitig sei der Schriftzug ‚Werbung‘ für zwei Sekunden eingeblendet worden. Im Anschluss daran begann der erste Werbespot. „In vergleichbarer Weise wurde am selben Tag während der Unterbrechung der Serie ‚K 11‘ in eine Programmankündigung für die Show ‚The Voice of Germany‘ vor dem nachfolgenden Werbeblock der Schriftzug ‚Werbung‘ eingeblendet, so das Gericht weiter.

Diese zwei Sekunden seien zu kurz gewesen, meinten die Richter, da durch die „optische Dominanz des weiterlaufenden Programmhinweises“ dem durchschnittlich aufmerksamen Zuschauer nicht ausreichend deutlich gemacht wurde, dass nun ein Werbeblock startet.

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Der Sender wollte sich zu dem Urteil am Donnerstag nicht äußern und erst einmal die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.

(Mit Material der Dpa)

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