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Mobiler Bezahldienst Square reicht Zulassungsantrag zum Börsengang ein

Gelingt das Wall Street-Comeback doch noch? Twitter-Boss Jack Dorsey
Gelingt das Wall Street-Comeback doch noch? Twitter-Boss Jack Dorsey

Jeden Tag etwas Neues von Jack Dorsey: Der Twitter-Chef reichte gestern den Antrag auf Zulassung an der Börse für sein zweites Unternehmen ein – den Bezahldienst Square. Der Börsenprospekt enthüllte, was Branchenexperten seit längerer Zeit munkelten: Square verliert weiter Geld in dreistelliger Millionenhöhe.

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Es schien ein Vierkampf zu werden: Airnbnb, Pinterest, Snapchat oder Square – wer würde nach Twitter den nächsten Milliarden-Börsengang hinlegen? Knapp zwei Jahre nach dem IPO des 140-Zeichen-Dienstes – immerhin der drittgrößte Börsengang eines Internet-Unternehmens – scheint es, als würde Jack Dorsey bald noch mal die Eröffnungsglocke an der Wall Street läuten.

Wie gestern bekannt wurde, strebt nämlich auch das zweite von ihm geführte Unternehmen an die Börse: Square hat gestern seinen Zulassungsantrag an der New Yorker Börse eingereicht und könnte damit frühestens im Dezember den Handel an der Wall Street aufnehmen.

Weiter unprofitabel 

Square wurde 2009 von Dorsey gegründet und versteht sich als das physisch fehlende Bindeglied des mobilen Bezahlens für Smartphones – ein Kreditkartenlesegerät, das auf das iPhone oder Android-Gerät gesteckt wird. 70 bis 80 Prozent der Erlöse werden dabei an die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard abgeführt.

Und die Geschäfte boomen: Die Erlöse haben sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verfünffacht – von 200 Millionen Dollar in 2012 auf in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Dollar. Gewachsen sind allerdings auch die Verluste: Das Minus schwoll von 85 Millionen Dollar in 2012 auf 150 Millionen Dollar im vergangenen Jahr an; in den ersten Monaten 2015 verlor Square mit 77 Millionen Dollar ähnlich viel.

Bereits mit 6 Milliarden Dollar bewertet

Damit erscheint Squares Bilanz wie eine Blaupause von Twitter: Das Umsatzwachstum verläuft weiter dynamisch, Profitabilität ist aber in weiter Ferne. Ob dem mobilen Bezahldienst im aktuell schwierigen Börsenumfeld und vor allem nach dem herben Absturz von Twitter so einfach ein gelungenes IPO gelingt, erscheint fraglich.

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Square wolle lediglich frische Mittel in Höhe von 275 Millionen Dollar bei der Neuemission erlösen, war im Börsenprospekt zu lesen, doch die Größenordnung dürfte eher ein Platzhalter sein. In der letzten Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr wurde Square mit rund 6 Milliarden Dollar bewertet.

Wie lange bleibt Dorsey Vorstandschef?

Wie bereits Twitter strebt auch Square ein Listing an der New Yorker Traditionsbörse NYSE an und soll unter dem Tickersymbol SQ geführt werden.

Business Insider-Gründer Henry Blodget prophezeit unterdessen einen baldigen Abgang des CEOs: Jack Dorsey werde das Unternehmen „6 bis 12 Monate nach dem Börsengang verlassen, um sich dann voll auf Twitter zu konzentrieren“, twitterte Blodget gestern. Square führt Dorseys Doppelbelastung im Börsenprospekt selbst als Risikofaktor an.

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