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Print-Lagerfeuer-Atmosphäre beim Herbstempfang der Berliner Morgenpost

„Hauptsache Berlin“: SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (2. v.re.) mit Morgenpost-Geschäftsführer Ove Saffe und Chefredakteur Carsten Erdmann (re.)
"Hauptsache Berlin": SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (2. v.re.) mit Morgenpost-Geschäftsführer Ove Saffe und Chefredakteur Carsten Erdmann (re.)

Die Mediengruppe Funke baut auch bei ihren Events um: Statt zum traditionellen Neujahrsempfang in Kreuzberg bat die Berliner Morgenpost am Mittwoch erstmals zum "Herbstempfang". Die Top-Führungskräfte signalisierten Aufbruchstimmung, im Szene-Lokal Neni im 25 Hours-Hotel herrschte Print-Lagerfeuer-Atmosphäre.

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Von Tatjana Kerschbaumer

Nur einen Katzensprung vom Verlagsgebäude am Zoologischen Garten entfernt lud die Morgenpost ins Restaurant Neni Berlin im 25 Hours Hotel. Mit dem Herbstempfang wolle man sich von anderen erfolgreichen Verlagen der Hauptstadt absetzen, sagte Chefredakteur Carsten Erdmann. Bewährt sich das Konzept, wollen Funke und die Morgenpost künftig wohl jedes Jahr im Oktober feiern und die Branche zusammenbringen.

Der Herbst sei „eine Zeit der Veränderung“ und damit mehr als passend für Funke, so der aus der Konzernzentrale angereiste Gesamtgeschäftsführer Manfred Braun vor den rund 300 Gästen. Gemeint war damit unter anderem der Aufbau der Funke-Zentralredaktion in der Berliner Friedrichstaße, die aktuell bereits für sechs Titel des Medienkonzerns produziert. Angestrebt wird allerdings die Produktion von Artikeln für mindestens zwölf Titel der Funke-Gruppe, bei Erfolg gerne auch mehr. Dass der Aufbau der Zentralredaktion sich teils schwierig gestaltet hatte, weil deren Chefredakteur Jörg Quoos auch auf altgediente Funke-Redakteure Rücksicht nehmen musste, wurde nicht angesprochen. Quoos selbst ergriff nicht das Wort, er begnügte sich damit, sich von Funke-Geschäftsführer Manfred Braun mit warmen Worten für seine Arbeit loben zu lassen.

Anders Ove Saffe, der nach dem Abgang Wolfgang Büchners beim Spiegel in Hamburg nicht mehr zu halten war und jetzt Geschäftsführer der Morgenpost in Berlin sowie des Abendblatts in der Hansestadt ist. Saffe kennt die Berliner Medienlandschaft bereits von früher: Von 2000 bis 2004 war er Verlagsleiter der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers. Danach wurde er Geschäftsführer des Berliner Verlags. Berlin ist immer eine Reise wert“, sagte er – dennoch wird er dem Vernehmen nach öfter in Hamburg als in der Hauptstadt anzutreffen sein. Funke-Geschäftsführer Braun attestierte ihm deshalb leicht dramatisch „zwei Herzen, die in seiner Brust schlagen“.

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Einer der begehrtesten Gesprächspartner des Herbstempfangs war Julius Tröger, Leiter des Interaktiv-Teams der Morgenpost. Erdmann und Braun ließen es sich nicht nehmen, auf die datenjournalistischen Erfolge Trögers und seiner Mitarbeiter zu verweisen: „Sie wollen wissen, wie laut es in ihrem Kiez ist oder wie ihre Nachbarn gewählt haben? Diese Inhalte werden tausende Male geteilt, wir erreichen damit Menschen, die wir früher nie erreicht hätten.“ Gemeinsam hätten Programmierer und Journalisten nun die einzigartige Chance, große Datensätze zu spannenden Geschichten zu verarbeiten. Ein Hinweis, der sicher auch die Konkurrenz interessierte, wie etwa Sebastian Turner, Verleger des konkurrierenden Tagesspiegel, der ebenfalls anwesend war.

Doch was wäre ein Herbstempfang ohne obligatorische Print-Lagerfeuer-Atmosphäre? Datenjournalismus hin oder her, die Morgenpost soll laut Chefredakteur Erdmann vor allem ein gelungenes Regionalmedium bleiben. Mit „Constructive Journalism“, also positiver, vorangehender Berichterstattung will er die Leser wieder mehr erreichen. Der Mensch will eine Regional-, eine Heimatzeitung, da ist man sich bei Funke sicher. Nicht ausgeschlossen. Noch lieber aber will der Mensch, die Zahlen beweisen es, Datenjournalismus. Und den dann gerne mit Heimatbezug.

Aus Erdmanns Sicht ist der Kampf um die Leser eine tägliche Herausforderung: „Jeder Tag ist eine Chance für den Journalismus, ob in Print oder Digital. Wir können Leser gewinnen, wenn wir manchmal etwas weniger Lärm machen. Wenn wir stattdessen eine Spur ruhiger, empathischer und konstruktiver berichten und die Sorgen und Fragen unserer Leser wirklich ernst nehmen.“

 

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