Kälteeinbruch: Darum frieren Frauen schneller im Büro

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"Brrr, mach das Fenster zu!" "Uff, ist das heiß hier!" Wenn Männer und Frauen in einem Büro zusammenarbeiten, sind solche Sätze programmiert. Biologen haben nun herausgefunden, dass sich das weibliche Geschlecht keineswegs "anstellt", sondern körperlich benachteiligt ist.

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Endlich haben Frauen einen Beweis dafür, dass ihre Empfindlichkeit in Sachen Raumtemperatur nicht gespielt ist. Forscher der Universität Maastricht haben herausgefunden: Der weibliche Körper braucht es wärmer. Auf einer siebenstufigen Skala ließen die Biologen Boris Kingma und Wouter van Marken Lichtenbelt die Probanden einschätzen, in welchem Maße sie die Raumtemperatur in Büros als zu kalt oder zu warm empfanden, wie stark nach eigenem Gefühl die Luft zirkulierte und als wie feucht die Umgebung empfunden wurde.

Dabei fand man heraus, was viele Bürokollegen schon längst wissen: Frauen frieren schneller. Die Erklärung ist einfach: Die meisten Büro-Klimasysteme sind auf den männlichen Körper eingestellt. Der produziert laut neuesten Forschungserkenntnissen rund 60 Watt Wärmeenergie bei einem Gewicht von 70 Kilogramm pro Quadratmeter Hautoberfläche. Bei einfachen Tätigkeiten im Büro steigt diese Energie auf 70 Watt. Bei jungen Frauen sind es jedoch maximal 48 Watt.

Frauen brauchen es drei Grad wärmer

Warum produzieren Frauen weniger Wärmeenergie? Dafür gibt es laut Aussage der Forscher mehrere Gründe. So sind Frauen in der Regel kleiner als ihre männlichen Kollegen. Außerdem ist der Fettanteil mit durchschnittlich 25 Prozent (bei Männern im Schnitt 15 Prozent) im weiblichen Körper höher, wodurch weniger Körperwärme bis zur Haut vordringt. Auch läuft der Stoffwechsel bei Frauen weniger stark, wodurch sie wiederum weniger Wärme produzieren.

Viele Klimaanlagen in Bürogebäuden basieren aber auf einem sogenannten „thermischen Komfort-Modell“, das in den 1960er-Jahren entwickelt und seitdem nicht mehr angepasst wurde. Die Erkenntnis der Untersuchung: Frauen fühlen sich bei 25 Grad Celsius Raumtemperatur am wohlsten, Männer bei 22 Grad Celsius. Die Biologen merken an, dass sich Klimaplaner künftig verstärkt auch auf die Bedürfnisse des weiblichen Körpers einstellen müssen, damit Gebäude auch aus weiblicher Sicht energieeffizient funktionieren.

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