VHB-Geschäftsführer Frank Dopheide über Orange: „Wir wollen mit den Schülern lernen“

Geschäftsführer Frank Dopheide, VHB-Jugendportal Orange: „Zielgruppe schon vor dem Abi für uns gewinnen und für die Wirtschaft rekrutieren“
Geschäftsführer Frank Dopheide, VHB-Jugendportal Orange: "Zielgruppe schon vor dem Abi für uns gewinnen und für die Wirtschaft rekrutieren"

Publishing Mit Orange startet das Handelsblatt Ende dieses Monats einen Jugendableger, um Leser rechtzeitig an die Marke zu binden. Im Interview mit MEEDIA erklärt Geschäftsführer Frank Dopheide, dass Orange im Gegensatz zu den mittlerweile zahlreichen Konkurrenten nicht als "Lifestyle-" und "Funprodukt" antreten, sondern mit Seriosität überzeugen will. Denn die Jugend habe durchaus großes Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen.

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Auf der noch nicht aktiven Homepage kündigen Sie an, Orange wird „kein unnötiges und langweiliges Blabla“ anbieten – wie meinen Sie das? 
Wir haben uns in der Verlagsgruppe Handelsblatt ein ganz wichtiges Ziel gesetzt: Wir wollen eine Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstandes werden. Und zwar für alle Zielgruppen. Das Problem ist: Wann entdeckt ein junger Mensch sein Interesse für Wirtschaft? In den meisten Fällen erst nach dem Abitur, wenn er anfängt BWL zu studieren. Wir möchten die Zielgruppe früher für uns gewinnen und für die Wirtschaft rekrutieren. Das bedeutet: vor dem Abschluss des Abiturs. Nun ist das Handelsblatt für junge Leser vielleicht etwas schwere Kost und auch sehr kostenintensiv. Deshalb müssen wir die Themen neu aufbereiten, was zukünftig unser junges Team von Orange macht.

Wie sehen das Orange-Team und seine Arbeit aus?
Ein junges Portal funktioniert meiner Meinung nach nur erfolgreich, wenn seine Autoren in der Generation der Zielgruppe leben. Wir starten Orange mit vier Autoren, die zwischen 16 und 22 Jahren alt sind. Sie bekommen jeden Abend die Handelsblatt-Ausgabe des kommenden Tages und identifizieren die für sie fünf wichtigsten Themen. Diese können sich auch durchaus mal von der Agenda der Handelsblatt-Chefredakteure unterscheiden, was zeigt, das dies eine gute Idee ist. Sie haben ein eigenes Relevanzempfinden und auch Ansätze, die sie für Altersgenossen verständlich aufschreiben, um einen leichteren Zugang zu uns zu schaffen. Natürlich wird sich auch die Tonalität verändern, sie wird ganz sicher aber nicht flapsig. Wir wollen, dass unser Orange-Material auch in der Schule thematisiert werden kann.

Orange ist in den sozialen Netzwerken bereits aufgetaucht, die Homepage ist noch nicht online. Wie genau erreichen Sie die jungen Leser? 
Orange wird mobil stattfinden, weil wir die junge Zielgruppe nur noch mobil erreichen können. Deshalb haben wir bereits einen WhatsApp-Service gestartet und testen erste Inhalte bei Facebook. Darüber hinaus wollen wir mit den Lesern auch zusammenarbeiten, beispielsweise über Schülerzeitungsredaktionen, die Themen vorschlagen und auch selbst schreiben können. Für Orange gilt: Wir wollen gemeinsam mit den Schülern lernen und sie von unserer Marke so überzeugen, dass sie später Abonnenten werden.

Wird Orange genau so mega fancy und swag wie beispielsweise Bento, Byou oder andere Portale?
Nein, wir verstehen Orange nicht als Lifestyle- oder Funprodukt. In der Verlagsgruppe gelten die Prinzipien: Unabhängigkeit, Klarheit, Exzellenz und Innovation. Wir wollen nicht übertrieben ausgefallen, sondern jung und seriös sein.

In jüngster Zeit sind viele Konkurrenzprodukte gestartet, denen aktuell viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ist dies ein geeigneter Zeitpunkt für ein weiteres Jungendangebot? 
Ich denke, dass dies keine wesentliche Rolle spielt, weil die Angebote zwar für dieselbe Zielgruppe sind, aber einen anderen Anspruch haben. Leser von Orange und der anderen Angebote kommen sich nicht ins Gehege, man kann sie sogar gegeneinander positionieren.

Wie haben Sie gemerkt, dass auch das Handelsblatt ein eigenes Jugendangebot braucht?
Im Januar dieses Jahres setzte eine Schülerin einen Tweet ab, der im ganzen Land Aufmerksamkeit erzeugte. Sie twitterte, sie könne Gedichtsanalysen in mehreren Sprachen schreiben, habe aber keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Dieser Tweet und der Widerhall, den er erzeugte, haben uns gezeigt, dass bei vielen Jugendlichen ein großes Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen besteht. Dort wollen wir mit Orange ansetzen.

 

MEEDIA gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt

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