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„Total merkwürdige Frage“: SPD-Chef Sigmar Gabriel geht auf ZDF-Moderatorin Bettina Schausten los

„Berlin direkt“-Moderatorin Bettina Schausten im Interview mit Sigmar Gabriel.
"Berlin direkt"-Moderatorin Bettina Schausten im Interview mit Sigmar Gabriel.

SPD-Chef Sigmar Gabriel ist erneut in einem ZDF-Interview aus der Rolle gefallen. Wie vor zwei Jahren Marietta Slomka konfrontierte nun "Berlin direkt"-Moderatorin Bettina Schausten mit Fragen, die dem Vize-Kanzler offenbar nicht passten. Es ging um die Haltung der SPD in der Flüchtlingspolitik. Der Politiker reagierte gereizt, bezeichnete Schaustens Fragen als "merkwürdig" und "falsch".

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„Total merkwürdig“ sei Schaustens Frage danach gewesen, ob Gabriel als Vizekanzler angesichts seiner Kritik an der Union noch an der Seite von Angela Merkel stehe. Zur Begründung wies Gabriel darauf hin, dass der Hauptstreit in der Flüchtlingspolitik zwischen CDU und CSU verlaufe und nicht zwischen CDU und SPD. „Und Sie fragen mich als Sozialdemokraten, ob ich an der Seite von Frau Merkel stehe!“

Sie finde das „gar nicht merkwürdig“, konterte Schausten und argumentierte, dass Gabriel anders als Merkel Obergrenzen des verkraftbaren Zuzugs nenne. Der blieb auf Krawall gebürstet: „Nichts von dem was Sie sagen, ist richtig, Frau Schausten, entschuldigen Sie, wenn ich das in aller Klarheit sage.“

Mehrfach versuchte Schausten, auf Gabriels von Merkel abweichende Tonlage in der Flüchtlingskrise zu sprechen zu kommen, doch der wiegelte immer wieder ab und versuchte sich so dem Gespräch zu entziehen. Dabei war die Frage, ob sich Gabriel, der in den vergangenen Wochen zusammen mit Til Schweiger den Eindruck erweckt hatte, uneingeschränkt helfen zu wollen, und seine Partei auf Distanz zu Kanzlerin gehen, durchaus naheliegend.

Dennoch ritt Gabriel immer wieder auf dem unionsinternen Streit herum und forderte inhaltlich mehr Solidarität der EU-Staaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen, mehr Kooperation mit der Türkei als Haupttransitland und mehr Anstrengungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

Das Gespräch endete wie es begonnen hatte – kiebig. Auf Schaustens „herzlichen Dank“ antwortete Gabriel mit leicht spöttischem Unterton und Blick: „Gerne“, kleine Pause, „bitte, Frau Schausten.“ Die ließ sich dann aber nicht den Nachsatz nehmen: „Das Interview haben wir vor der Sendung genau so aufgezeichnet.“

 

Mit Material der dpa

 

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Alle Kommentare

  1. Seit dem Interview von Jochen Breyer mit Jürgen Klopp wissen wir ja, dass es entgegen der landläufigen Journalistenmeinung doch dumme und dämliche Fragen gibt!
    Frau Schausten hat dieses Faktum eindrucksvoll untermauert!

  2. Herr Gabriel hat recht und angemessen auf Frau Schausten reagiert. Ihre Fragerei immer wieder auf eine Million bezogen,ist nervig und der interne Streit ist zwischen Frau Merkel und Herrn Seehofer und nicht mit der SPD. es ist für mich unerträglich wie über die Flüchtlingsproblematik berichtet wird.

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