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Zum heutigen US-Start des Steve Jobs-Films fürchtet Design-Guru Jony Ive: „Sein Erbe wird entführt“

Gekreuzte Degen vor dem heutigen Start des Steve Jobs-Films in den USA: Apples Chefdesigner Jony Ive hat auf einem Presse-Event von Vanity Fair nochmals massiv gegen die Steve Jobs-Verfilmung Stimmung gemacht. Die verkürzte Darstellung seines langjährigen Mentors mache ihn unglaublich traurig, bekannte Ive. Unterdessen berichtet der Hollywood Reporter, dass Steve Jobs-Witwe Laurene Powell hinter den mysteriösen Absagen von Leonardo DiCaprio und Christian Bale stecke.

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Endlich: Vier Jahre nach Erscheinen des Bestsellers von Walter Isaacson und der rund dreijährigen Produktionsodyssee läuft heute in den USA der mit Hochspannung erwartete Film über das Leben von Apple-Gründer Steve Jobs an.

Wie sehr der Familie Jobs die Verfilmung von Steve Jobs‘ Leben nach der Vorlage von Walter Isaacson widerstrebte, war abermals ausgerechnet am vierten Todestag publik geworden. Wie das Wall Street Journal berichtete, soll Laurene Powell wiederholt versucht haben, den Filmstart zu verhindern, weil sie so unglücklich mit der Verfilmung war.

Jobs‘ Witwe Laurene Powell für Absagen von Leonardo DiCaprio und Christian Bale verantwortlich?

Powell soll sich deshalb auch nicht nur an die Produktionsstudios Sony und Universal gewandt haben – sondern auch direkt an die mutmaßlichen Hauptdarsteller. Kurz nacheinander sollten im vergangenen Jahr zunächst Christian Bale, dann Leonardo DiCaprio, dann wieder Christian Bale die Apple-Legende mimen – beide Hollywoodstars sagten dann aber mit nicht wirklich glaubhaften Erklärungen ab.

Glaubt man dem Branchenorgan Hollywood Reporter, gibt es dafür einen triftigen Grund: nämlich Steve Jobs‘ Witwe. Laurene Powell Jobs habe beide Hollywood-Stars angerufen und ihnen nahe gelegt: „Spielt nicht die Rolle“, wird ein nicht namentlich genannter Insider zitiert.

Jony Ive erkennt Jobs im Film nicht wieder
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Designchef Jony Ive reihte sich unterdessen am Mittwoch auf einer Podiumsdiskussion von Vanity Fair in die Reihe von Kritikern aus dem Apple-Management ein. „Es gibt diese Grundsorge von mir, dass man von Leuten porträtiert, definiert, ja (filmisch) entführt werden kann, die so ganz andere Ziele verfolgen als man selbst“, teilt Ive kräftig in Richtung von Filmemacher Danny Boyle und Drehbuchautor Aaron Sorkin aus.

„Es gibt hier Söhne, Töchter, eine Witwe, die sich fürchterlich über die Verfilmung aufregen. Wir gedenken gerade Steve Jobs‘ Todestages, und dann erleben wir wundersamerweise zeitgleich den Start eines Films, in dem ich ihn überhaupt nicht wiedererkenne. Das bricht mir das Herz“, erklärt ein sichtlich emotional angefasster Jony Ive auf eine Interviewfrage.

Verhärtete Fronten zwischen Filmemachern und Apple

Die Fronten zwischen dem Produktionsteam hinter „Steve Jobs“ und Apple sind seit Monaten verhärtet. Unlängst kritisierte Apple-CEO Tim Cook die Verfilmung von Universal Pictures als auch den Dokumentarfilm „The Man in the Machine“ von Alex Gibney als „opportunistisch. Ich hasse diesen Ansatz“, erklärte Cook gegenüber dem Comedian Stephen Colbert.

Drehbuchautor Aaron Sorin („The Social Network“) wollte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und konterte mit einer heftigen Breitseite:  „Wenn Sie in China eine Fabrik voller Kinder haben, die für 17 Cent in der Stunde iPhones zusammenbauen, dann haben Sie starke Nerven, anderen Opportunismus zu unterstellen“, lederte Sorkin Cook ab, um sich tags darauf dann aber doch für die Heftigkeit seiner Reaktion zu entschuldigen („Ich glaube wir sind beide etwas zu weit gegangen.“). Apple und seine Kritiker – es ist und bleibt kompliziert.

Die meisten Kritiken preisen den Jobs-Film unterdessen als sehenswert an. „Eine fesselnde Performance von Fassbender… macht ‚Steve Jobs‘ zu einem Film, der den Namen verdient“, fand etwa das Branchenorgan Variety. Die New York Times feierte „Steve Jobs“ ebenfalls. „Endlich, ein toller Film über das feurige Genie“, applaudiert auch die Techwelt in Form von Venturebeat.

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