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Vor Kinopremiere von „Steve Jobs“: Hauen und Stechen hinter Kulissen

Michael Fassbender (re.) verkörpert den vor vier Jahren verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs im Film als Genie mit dunkler Seite
Michael Fassbender (re.) verkörpert den vor vier Jahren verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs im Film als Genie mit dunkler Seite

Der große, traurige Tag jährte sich gestern zum vierten Mal: Am 5. Oktober 2011 verstarb Apple-Gründer Steve Jobs mit nur 56 Jahren an Krebs. Seitdem tobt der Kampf um die Deutungshoheit über die Apple-Legende. Nicht von ungefähr startet der mit Hochspannung erwartete Steve Jobs-Film mit Michael Fassbender in Hauptrolle diese Woche in den USA. Wie nun bekannt wurde, hat Jobs' Witwe Laurene Powell mehrfach versucht, den Film zu verhindern.

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Apple und seine Kritiker – es ist und bleibt kompliziert. Ganz besonders wenn es um Firmenikone Steve Jobs geht, der gestern von vier Jahren im Alter von nur 56 Jahren verstarb. Die Lebensleistung des Visionärs Jobs ist unstrittig: Er war die Ikone der Technologiebranche und schwebte mit der Erfindung des iPhones am Ende gar in Sphären von Jahrhundert-Genies wie Mozart und Picasso.

Schnell zum Streitobjekt wurde dagegen Steve Jobs, der Mensch. Ganze zwei Wochen nach seinem Tod erschien bereits die mit Spannung erwartete autorisierte Biografie des früheren Time-Chefredakteurs Walter Isaacson. „Steve Jobs“ wurde ein Millionenbestseller, der eine Charakterstudie des Genies mit dunkler Seite zeichnete – eine Seite, die der Familie Jobs und Apple schnell sehr missfiel, wie sein Nachfolger und Protegé Tim Cook immer wieder durchblicken ließ.

Steve Jobs‘ Witwe Laurene Powell wollte Verfilmung verhindern

Doch der Albtraum will nicht enden: In drei Tagen nämlich startet nach einer dreijährigen Produktionsodyssee nun doch noch die millionenschwere Hollywood-Verfilmung der Isaacson-Biografie, die nun auch noch mal in Bewegtbild die streitbaren Seiten des Apple-Gründers zeigt.

Wie sehr der Familie Jobs die Verfilmung von Steve Jobs‘ Leben nach der Vorlage von Walter Isaacson widerstrebte, ist nun ausgerechnet am vierten Todestag publik geworden. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Laurene Powell wiederholt versucht, den Filmstart zu verhindern, weil sie so unglücklich mit der Verfilmung war. Powell soll sich deshalb auch an die Produktionsstudios Sony und Universal gewandt haben.

Verhärtete Fronten zwischen Filmemachern und Apple

Produzent Scott Rudin berichtete zudem, Powell habe sich zu keinem Zeitpunkt kooperativ gezeigt, am Projekt mitzuwirken. „Sie hat mir immer wieder gesagt, wie sehr ihr das Buch missfiele und dass ein Film, der auf dem Buch basiere, unvollständig wäre“, erklärt Rudin dem WSJ.

Die Fronten zwischen dem Produktionsteam hinter „Steve Jobs“ und Apple sind seit Monaten verhärtet. Unlängst kritisierte Apple-CEO Tim Cook die Verfilmung von Universal Pictures als auch den Dokumentarfilm „The Man in the Machine“ von Alex Gibney als „opportunistisch. Ich hasse diesen Ansatz“, erklärte Cook gegenüber dem Comedian Stephen Colbert.

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Apples Führungsteam erinnert an Jobs in Essays

Drehbuchautor Aaron Sorin („The Social Network“) wollte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und konterte mit einer heftigen Breitseite:  „Wenn Sie in China eine Fabrik voller Kinder haben, die für 17 Cent in der Stunde iPhones zusammenbauen, dann haben Sie starke Nerven, anderen Opportunismus zu unterstellen“, lederte Sorkin Cook ab, um sich tags darauf dann aber doch für die Heftigkeit seiner Reaktion zu entschuldigen („Ich glaube wir sind beide etwas zu weit gegangen.“).

Unterdessen versucht sich Apple am Todestag an weiteren Korrekturen der Korrekturen. In einer Email an Mitarbeiter, die dem britischen Telegraph vorliegt, fordert Cook seine Kollegen bei Apple auf, über Steve zu sprechen, wie sie ihn kennengelernt haben und erinnern. Apples Führungsteam um Tim Cook, Phil Schiller und Eddy Cue erinnert sich unterdessen im Intranet in bemerkenswert langen Essays, die unterstreichen, welche Relevanz für Cupertino die Deutungshoheit über ihren Firmengründer besitzt.

Nichtsdestotrotz  preisen die meisten Kritiken den Jobs-Film als sehenswert an. „Eine fesselnde Performance von Fassbender… macht ‚Steve Jobs‘ zu einem Film, der den Namen verdient“, findet etwa das Branchenorgan Variety.

„Endlich, ein toller Film über das feurige Genie“, applaudiert auch die Techwelt in Form von Venturebeat. Sieht so aus, als würde der kommende Freitag, wenn „Steve Jobs“ in den USA anläuft,  zum erneuten Ärgernis für Apple werden.

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