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Social-Media-Charts: Flüchtlingskrise spült alarmistische Medien nach oben, Focus nur noch knapp hinter Bild

Focus Online: Im Likemedien-Ranking von 10000 Flies nur noch knapp hinter Bild
Focus Online: Im Likemedien-Ranking von 10000 Flies nur noch knapp hinter Bild

Die Flüchtlingskrise hält die Deutschen weiter in Atem. Das zeigen die neuesten Zahlen der Social-Media-Analysten von 10000 Flies. Besonders Artikel und Medien, die sich mit Populismus, Alarmismus oder sogar Hass dem Thema widmen, sprangen nach oben. Ganz vorn führt weiter Bild - aber nur noch ganz knapp vor dem Gewinner des Monats Focus Online.

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Nachdem im August die positive Stimmung überwog, gewinnt bei Facebook & Co. nun wieder die Angst, der Alarmismus und der Populismus die Überhand. Das zeigen die Zahlen von 10000 Flies. Der Dienst ermittelt täglichin der Pro-Version sogar in Echtzeit – welche Themen und Artikel bei Facebook, Twitter und Google+ besonders stark diskutiert, geliket oder geteilt werden. Daraus entsteht zudem einmal monatlich das so genannte Likemedien-Ranking, für das aus allen Artikel-Einzelzahlen die Gesamtwerte der Medien errechnet werden.

Im September dominierten beim Thema Flüchtlingskrise demnach Artikel, in denen den Flüchtlingen kritisch, mit Ablehnung oder sogar mit Hass begegnet wird. Eine ganze Reihe von rechten, populistischen und/oder alarmistischen Medien finden sich mit großen Wachstumsraten in der Top 100, z.B. die Junge Freiheit auf Platz 17, unzensuriert.at aus Österreich auf 22, Kopp Online auf 38, Compact auf 51, das Contra Magazin auf 61 und Politically Incorrect auf 71. Auch die beiden deutschsprachigen Medien aus Russland, Sputnik und RT Deutsch, finden sich sehr weit oben auf den Rängen 21 und 29. Auch hier wird viel mit Angst und halbseidenen Stories operiert. „Bis zu 35 Millionen Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa“ oder „Als Flüchtlinge getarnt: IS schleuste über 4000 Terroristen nach Europa“ lauteten z.B. populäre Headlines von Sputnik. Das Geschäft mit der Angst – es läuft derzeit leider hervorragend für diese zweifelhaften Medien.

Doch auch ganz vorn, im Social-Media-Mainstream, hinterlässt die Flüchtlingskrise ihre Spuren. Insbesondere Focus Online ist im September massiv auf den Zug aufgesprungen und berichtet über jede Petitesse, weil das Thema die Menschen so aufwühlt. Auch Focus Online profitiert dabei vor allem von der Angst der Menschen. 15 der 20 Artikel mit den meisten Flies hatten im September bei Focus Online mit Flüchtlingen zu tun, u.a. mit Headlines wie „Ökonomen-Vorschlag – Milliarden für Flüchtlingskrise: Deutsche sollen später in Rente gehen“ oder „Mieterin muss ausziehen – Gemeinde beschlagnahmt 78-Quadratmeter-Wohnung für Flüchtlinge“.

Mit 2,88 Mio. Flies brachte Focus Online sogar die Dauer-Nummer-1 Bild in Bedrängnis, landete nur knapp hinter Springers Boulevard-Schlachtschiff. Zudem steigerte sich Focus Online gegenüber dem August um sagenhafte 56,4%. Ebenfalls um mehr als 50% wuchs n-tv, neben der Flüchtlingskrise spielte hier auch der VW-Skandal eine gewichtige Rolle für das dicke Plus. Das 272,5%-Plus der Deutschen Wirtschafts Nachrichten hat – Sie werden es ahnen – ebenfalls mit der Flüchtlingskrise zu tun, aber auch mit dem Eingriff Russlands in den Syrien-Krieg und dem Top-Artikel des Monats „Merkel einverstanden: USA stationieren neue Atombomben in Deutschland“.

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Zu den Verlierern des Monats gehören in der Top 20 neben Bild, das zum dritten Mal in Folge Flies einbüßte, auch Heftig, das von 3 auf 7 stürzte, sowie Der Postillon, der im September aber eine kleine Pause von ein paar Tagen einlegte und schon daher unter den August-Zahlen lag. Insgesamt war der September aber ein erneuter Rekordmonat. Allein in der Top 20 waren elf Medien so stark wie nie zuvor: Focus Online, Spiegel Online, Die Welt, Süddeutsche.de, n-tv.de, die Deutschen Wirtschafts Nachrichten, krone.at, die Frankfurter Allgemeine, die Junge Freiheit, Mopo24 und celepedia, die Bravo der Generation YouTube-„Berlin – Tag & Nacht“-„Fack ju Göhte“.

Die Top 20 der Likemedien sah im September so aus – die Top 100 finden Sie bei 10000 Flies:

Top 20: deutschsprachige Medien nach Social-Network-Resonanz
August Website Flies September 2015 vs. August
1 1 Bild 2.970.770 -47.547 -1,6%
2 4 Focus Online 2.879.659 1.038.378 56,4%
3 2 Spiegel Online 2.081.868 214.394 11,5%
4 7 Die Welt 1.772.479 408.361 29,9%
5 6 RTL.de 1.684.563 237.264 16,4%
6 5 sport1 1.673.496 -90.748 -5,1%
7 3 Heftig 1.569.842 -296.311 -15,9%
8 9 Süddeutsche.de 994.389 139.248 16,3%
9 13 n-tv 956.651 320.168 50,3%
10 8 stern 873.667 -101.441 -10,4%
11 47 Deutsche Wirtschafts Nachrichten 835.397 611.116 272,5%
12 12 The Huffington Post 771.257 94.730 14,0%
13 16 N24 753.748 171.064 29,4%
14 18 krone.at 741.784 196.983 36,2%
15 11 Zeit Online 731.711 -87.444 -10,7%
16 15 Frankfurter Allgemeine 728.556 107.320 17,3%
17 34 Junge Freiheit 678.941 371.249 120,7%
18 10 Der Postillon 650.230 -176.051 -21,3%
19 21 Mopo24 628.028 169.803 37,1%
20 63 celepedia 583.825 412.211 240,2%
*: Likes, Shares und Kommentare für Artikel bei Facebook, Links in Tweets bei Twitter, +1-Klicks und Shares bei Google+
Daten-Quelle: 10000Flies.de / Tabelle: MEEDIA

Offenlegung: Ich, MEEDIA-Autor Jens Schröder, bin Mitbetreiber von 10000 Flies.

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Alle Kommentare

  1. Wundert Sie etwa, dass angesichts der einseitigen, euphemistischen Berichterstattung zu diesem Thema, insbesondere der öffentlich-rechtlichen Sender, sich die Leute einfach mal halbwegs objektiv informieren wollen? Ich wundere mich nicht mehr, seitdem ich erfahren habe, dass Angela Merkel vergangenen Mittwoch, 30. September 2015, ALLE Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender zu sich einbestellte.
    Und wieso erfahre ich das erst aus dem Autorenblog „Achse des Guten“ und nicht (beispielsweise) aus MEEDIA.de?
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/merkel_laesst_alle_intendanten_antreten

    Ach, was soll´s. Die Presse schafft sich eh ab…

    Über was die wohl gesprochen haben? Bestimmt nur über den Wetterbericht!

  2. Das ist für die sedierenden Medien sehr bedauerlich, waren zu viele heulende Mädchen und Berichte von Akademikern wohl …

  3. Das ist bei mir mittlerweile ein bedingter Reflex: Springer, Burda, Bertelsmann, Funke und dergleichen = L. (Gegenteil von Wahrheitspresse).

    Man muss schon recht behäbig im Denken sein, um den medialen Ausstoß dieser Meinungsmacher als geistige Vollwertkost zu betrachten. Die gedruckten Ausgaben werden praktisch von Woche zu Woche inhaltlich primitiver. Vor 20 Jahren war es anders. Kann mich noch gut erinnern. Fieberte jede Woche der Herausgabe von Stern, Spiegel, Focus und dergleichen entgegen.

    Deutschland ist keine Demokratie (mehr). Der L. und dem parasitären ÖRR gebe ich daran die Hauptschuld.

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