Die Super Nanny setzt sich vor Gericht durch: Fernsehkritik-TV muss Beitrag zensieren

Katharina Saalfrank zog gegen Fernsehkritk-TV vor Gericht
Katharina Saalfrank zog gegen Fernsehkritk-TV vor Gericht

Nach mehr als zweieinhalb Jahren ist am Mittwoch vor dem Landgericht Köln ein Urteil im "Super Nanny"-Prozess gesprochen worden. Die Richter gaben sieben der acht Unterlassungsforderungen seitens Katharina Saalfrank gegen das Online-Magazin Fernsehkritik-TV statt. Der Beitrag aus Folge 77 des Magazins aus dem Jahr 2011 ist damit ab sofort nur noch zensiert zu sehen.

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In dem Beitrag war eine Familie interviewt worden, die im Februar 2008 an der inzwischen eingestellten RTL-Sendung teilgenommen hatte. Dabei wurden Vorwürfe gegen Katharina Saalfrank laut, sie habe auch selbst zu Gewalt zwischen den Familienmitgliedern angestiftet und sei kaum persönlich vor Ort gewesen. Hinzu kam der Tod des Familienhundes während der Dreharbeiten, dessen Umstände bis heute nicht geklärt sind. Die Kölner Richter urteilten nun, letztlich stünde es in diversen Punkten Aussage gegen Aussage, da ja Saalfrank und ihre Leute die Sachverhalte anders darstellen. Daher hätte die beklagte Seite, also Fernsehkritik-TV, weitere Beweise liefern müssen.

Fernsehkritik-TV verkündete, nicht in Berufung gehen zu wollen: „Wir erkennen das Urteil an. Da Frau Saalfrank längst keine Rolle mehr im deutschen Fernsehen spielt und ihre Sendung schon vor Jahren eingestellt wurde, sehen wir keine Notwendigkeit weiterer Maßnahmen.“ Dennoch bleiben sie dabei, dass die „Super Nanny“ eine Sendung gewesen sei, in der Familien nicht geholfen wurde, sondern diese stattdessen vorgeführt wurden. „Wir hatten dem Gericht vorgeschlagen, unsere Recherchen zu weiteren Ausgaben der Sendung ‚Super Nanny‘ vorzulegen, da sich die Aussagen anderer Familien mit denen der betroffenen Familie in weiten Teilen decken. Das Gericht lehnte dies jedoch ab.“

Was tatsächlich während der Dreharbeiten damals passierte, wisse letztlich nur die Familie auf der einen und das Drehteam auf der anderen Seite. Eine Herausgabe des damals gedrehten Rohmaterials durch die Produktionsfirma Tresor zu verlangen sei nicht möglich, da Frau Saalfrank als Privatperson klagte.

Die betroffene Familie habe sich außerdem standhaft geweigert, als Zeugen zu erscheinen und musste mit Polizeigewalt zum Gericht gebracht werden. „Hätte die Familie sich von Anfang an kooperativer verhalten, hätten wir sicher auch vor Gericht mehr erreichen können“, beklagt Fernsekritik-TV

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