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30 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr: Springers große Pläne mit dem Business Insider

Business-Männer: Springer-CEO Mathias Döpnfer (l.), BI-Gründer Henry Blodget
Business-Männer: Springer-CEO Mathias Döpnfer (l.), BI-Gründer Henry Blodget

Axel Springer hat endlich den großen internationalen Deal gemacht und für 306 Mio. Euro 88 Prozent an der US-Wirtschaftswebsite Business Insider (BI) übernommen. Springer gehören nun 97 Prozent am BI, Amazon-Chef Jeff Bezos noch 3 Prozent. Springer-CEO Mathias Döpfner und BI-Gründer Henry Blodget haben jetzt viel vor. Mit Tech Insider und Insider sind erste Ableger gelauncht, die internationale Expansion soll vorangehen und die Umsätze künftig pro Jahr um 30 Prozent steigen.

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Der gesamte Business Insider wird demnach mit 348 Mio. Euro (ca. 390 Mio. US-Dollar) bewertet. Damit hat sich der Wert des Business Insider innerhalb eines knappen Jahres fast verdoppelt. Anfang 2015 kaufte Springer 9 Prozent am BI für 25 Mio. Dollar, was eine Bewertung von rund 200 Mio. US-Dollar entsprach. 2015 soll der BI Umsatz in Höhe von rund 50 Mio. Dollar machen, für das kommende Jahr sind rund 65 Mio. Dollar Umsatz zu erwarten. Das ergibt sich aus dem sechsfachen Multiplikator mit dem die aktuelle Bewertung von 390 Mio. US-Dollar berechnet wurde.

Heiße Digital-Medienhäuser wie Vox Media oder BuzzFeed werden aktuell freilich mit fast dem Zehnfachen ihres Umsatzes bewertet. Schwarze Zahlen schreibt der BI noch nicht, den Break-Even stellt man nun fürs Jahr 2018 in Aussicht. Springer-CEO Mathias Döpfner erläuterte während einer Telefonkonferenz zur Übernahme, dass der BI schon in den schwarzen Zahlen sein könnte, wenn in der Vergangenheit nicht so viel in die Expansion investiert worden wäre. Der Business Insider hat kürzlich mit Tech Insider einen Ableger gestartete, der sich auf Technologie-Themen konzentriert. Mit Insider befindet sich ein General-Interest-Ableger außerdem in einer „Alpha-Phase“, wie sich Henry Blodget ausdrückte. Bislang veröffentlich der Insider lediglich bei Facebook und Twitter, um zu testen, wie der BI-Stil für General Interest Themen funktioniert.

Die thematische Ausweitung, Expansion bei Video, internationale Expansion und Investitionen in Paid Content sind die Wachstumstreiber, mit denen die BI-Gruppe bis 2020 jährlich 30 Prozent Umsatzwachstum stemmen soll. Was Springer am Business Insider so gut gefällt ist, dass es sich um ein globales, rein digitales Medienunternehmen handelt. 60 Prozent des BI-Traffics stammt von Mobilgeräten, 39 Prozent von Sozialen Netzwerken. Das Publikum besteht zum Großteil aus so genannten Millennials, den von traditionellen Medienhäusern häufig vergeblich umworbenen Digital Natives. Blodget glaubt, dass der TV-Industrie eine ähnliche disruptive Phase bevorsteht, wie sie die Print-Industrie bereits erlebt. Die Profiteure sind dann digitale Medienhäuser wie der Business Insider. Mit der Beratungs-Einheit BI Intelligence hat Business Insider sogar schon eine (kleine) Paid-Content-Abteilung, die laut Döpfner ausgebaut werden soll. Bei Springer mögen sie Bezahl-Inhalte.

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Eine Kollegin vom Wall Street Journal wollte bei der Telefonkonferenz von Mathias Döpfner wissen, warum er, der sich in der Vergangenheit so kritisch über News-Aggregatoren geäußert hat, mit dem BI nun einen solchen News-Aggregator kauft. Döpfner erklärte, er habe selbstverständlich rein gar nichts gegen Aggregatoren, es gehe um die Einhaltung von Regeln. Und Henry Blodget erläuterte, dass es heutzutage ganz selbstverständlich sei, dass Medien-Stories auf bereits bestehenden Medien-Stories aufbauen. Jede Business Insider-Story sei eine Original-Story. Man baue vielleicht auf anderen Geschichten auf, reichere diese aber mit eigenen Recherchen an.

So kann man das natürlich auch ausdrücken. 2013 noch bezeichnete Döpfner die Huffington Post wegen dem dortigen Hang zum Aggregieren als das „Anti-Geschäftsmodell für Journalismus„. Heute lobte Döpfner, das digitale Storytelling des Business Insider habe Vorbildfunktion für die gesamte Branche. Es kommt halt immer auch auf die Perspektive an.

 

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Alle Kommentare

  1. Woher stammen die genannten Zahlen zum Umsatz von Business-Insider? Sollte die Quelle seriös und verlässlich sein, warum wird sie dann nicht genannt? Wurden die wirtschaftlichen Daten von BI (ausserhalb von Springers aktueller Due Diligance) jemals geprüft? Und in Relation gesetzt zu Springers eigenen Umsätzen, Umsatzentwicklungen usw. durch den Vertrieb und Verkauf von digitalen Nachrichten/Hintergruenden/Analysen/Meinungsbeitraegen?

    1. Laut Auskunft von Henry Blodget auf der Telefonkonferenz wurde bei der Bewertung ein Multiple von 6x angelegt. Dadurch ergibt sich ein ungefährer Jahresumsatz von 65 Mio. Steht oben im Text.

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