Analysten sehen „Abwärtspotenzial“ deutscher Medienaktien wegen der VW-Affäre

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Marketing Der Abgas-Skandal rund um Volkwagen kann auch Auswirkungen auf die hiesige Medienindustrie haben. Finanzanalysten gehen davon aus, dass Volkswagen seine Marketing-Budgets angesichts der Krise kürzt. Die Privatbank Berenberg konstatiert für die in Deutschland notierten Aktien von ProSiebenSat.1 und Axel Springer ein "Abwärtspotenzial" aufgrund der VW-Affäre.

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Der Volkswagen-Konzern als größter Auftraggeber im deutschen Werbemarkt könnte seine Ausgaben nach dem Abgasskandal zunächst einmal kürzen, schrieb Analyst Robert Berg von der Privatbank Berenberg in einer Branchenstudie zu Medienwerten vom Montag. Fernsehsender wie ProSiebenSat.1 sollten dabei vor allem die geringeren Ausgaben in die Markenwerbung negativ zu spüren bekommen. Axel Springer sollte dabei sowohl die geringeren Ausgaben in die Markenwerbung als auch in das Händler-Marketing negativ zu spüren bekommen. Für beide Aktien bedeute dies „Abwärtspotenzial“ so Berg.

Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für ProSiebenSat.1 auf „Sell“ mit einem Kursziel von 37 Euro belassen. Die Einstufung für Axel Springer wurde auf „Sell“ mit einem Kursziel von 45 Euro belassen. Die ProSieben-Aktie geriet in der vergangenen Woche, als sich der Skandal ausbreitete, tatsächlich unter Druck und sank zeitweise von über 46 auf 43 Euro. Die Aktie von Axel Springer gab in der Zeit ebenfalls nach von über 55 auf unter 52 Euro. Beide Papiere erholten sich kurz danach allerdings wieder.

Auch die Aktie der RTL Group sackte vergangene Woche von 80 auf 75 Euro ab. Alle drei Papiere hatten ihren Tiefpunkt vergangene Woche am Freitag, 25. September, kurz nach dem Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn. An dem Tag machte auch der DAX eine entsprechenden Bewegung nach unten, die Medienaktien bewegten sich hier also im Gleichschritt mit der Gesamtwirtschaft. Trotzdem ist es möglich, dass die VW-Krise über ausbleibende Werbung auch spezielle Auswirkungen  auf die Medienindustrie haben kann.

Für die Medien hat Bankanalyse Berg dann aber doch auch noch eine gute Nachricht parat: Mit der Zeit werde VW wieder Geld in die Wiederherstellung seines Markenimages stecken müssen, wovon entsprechende Werbeanbieter profitieren dürften.

(mit Material von dpa-AFX)

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Alle Kommentare

  1. Wenn die Autoindustrie (nicht nur VW) die Webung zurückfährt wird es für Print aka „Lügenpresse“ besonders hart, Autowerbung ist ja praktisch das einzige Segment was die Zielgruppe (50+) in Print noch erreicht.

    Da helfen nur noch mehr Anzeigen der Bundesregierung und der EU.

    1. Am besten wäre doch ein massgeschneidertes Zwangswerbegesetz dass Unternehmen in Deutschland verpflichtet einen bestimmten Teil der Umsatzes in Print Werbung zu investieren.
      Welche Lobby Kanzlei hat den Leistungsschutzrecht Müll verbrochen? Sollen die mal übernehmen.

  2. Die Strafe für kritikloses Berichten im Homestoryformat. Da sind die Werbeeinnahmen das Geringste. Auch hier hat die Lügenpresse wieder geschwiegen und verschwiegen. Beim Thema Lobbyismus lassen dann ach so kritische Medien, lieber die Finger davon. Das können dann so Blogs wie Abgeordnetenwatch abarbeiten. Die liest ja keiner. Die Firmen direkt mal kritisch zu hinterfragen, gefährdet ja schon im Vorhinein die Werbeeinnahmen
    Zum redaktionellen und politischen Schaden, kommt jetzt hoffentlich auch die Quittung im wirtschaftlichen. Um wirklich an Informationen zu kommen, muss der geneigte Rezipient heutzutage ins Kabarett gehen oder halt im Internet surfen. Da muss er aber lange suchen, weil auf den Seiten von Springer, Spiegel, Burda und Co. findet er nichts.

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