Endlich: Furzsichere Unterhosen für die Generation Hashtag

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Was treiben eigentlich diese trendigen Jugendportale für die Generation Hashtag so den ganzen Tag? Wie erfolgreich oder -los ist das deutsche Buzzfeed? Gibt es auch noch gutes Unterhaltungsfernsehen? Und was, wenn man den Bild-Periscope-Tag verpasst hat? Alls diese Fragen beantwortet der MEEDIA-Wochenrückblick (mehr oder weniger).

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Flotte Jugendportale sind gerade mega-trending. Die Zeit hat ze.tt gelauncht, die Bild Byou und von Spiegel Online kommt in Kürze Bento, das Jugendportal mit dem Creepy Handy-Man. Vermutlich darf ich mich zu diesen Projekten gar nicht äußern, weil ich schon seit ein, zwei Jahren aus der Zielgruppe rausgewachsen bin. Glücklicherweise hat diesen Job der ewig junge Thomas Knüwer übernommen, der eine lange und lesenswerte Analyse zum digitalen Jugendwahn der Medien geschrieben hat. Sein Fazit ist  – wenig überraschend – sehr kritisch. Knüwer meint, das, was da bisher an Jugend-Inhalten digital zu sehen ist, geht am Bedarf der Jugendlichen vorbei. Kann man so sehen. Ich glaube, diese ganzen Jugendangebote kranken prinzipiell am selben Problem wie – sagen wir mal – eine Zeitschrift für Alte. Alte Menschen wollen in der Regel nicht als alte Menschen angesprochen werden. Ich habe den Verdacht, dass es jungen Menschen heute auch so geht. Also, dass sie nicht bemüht als “Jugendliche” angesprochen werden wollen. Erst recht nicht in so einer peinlich-anbiedernden Frag-doch-mal die Maus-Sprache, in der BYou Fragen zum VW-Skandal erklärt. Kostprobe:

Bei VW arbeiten 600 000 Leute, das sind so viele Menschen, wie in Stuttgart leben. So eine Firma hat viele Aktionäre, die ihr Geld in VW-Aktien anlegen – und andere Firmen, die VW etwa mit Bremsen oder Sitzpolstern beliefern. Heißt: Wenn dort etwas schief läuft, sind extrem viele Leute betroffen.

(…)

Betrügen ist immer schlecht, doch in diesem Fall besonders: Nicht nur haben die Autos mehr Schmutz produziert, als sie sollen – und damit die Luft verbotenerweise verunreinigt. Auch der Ruf von VW ist beschädigt – und könnte dazu führen, dass in den USA weniger Autos verkauft werden. Was wiederum bedeutet, dass vielleicht Jobs in Deutschland gekündigt werden müssen.

Betrügen ist immer schlecht! Du, du, du! Ich dachte, BYou schreibt für Jugendliche und nicht für kleine Kinder. Während diese Zeilen entstehen, ist das hier übrigens die aktuelle BYou-Aufmacher-Story:

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Die große Bild hat diese Woche von Mittwoch auf Donnerstag einen Periscope-Tag veranstaltet. Dabei wurde der Redaktionsalltag 24 Stunden lang live via Periscope übertragen. Ich fand das Experiment überaus gelungen, sowohl technisch als auch inhaltlich. Hier kann man die besten 24 Minuten aus den 24 Stunden Bild-Live nochmal anschauen. Inklusive des Moments, als die News vom Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn reinplatzt. Tolle Sache!

Diese Woche aus Versehen mal wieder lineares Old-School-Fernsehen geguckt und tatsächlich hängengeblieben. Passiert ist mir das bei der “Höhle der Löwen”, diese Gründer-Casting-Show bei Vox. Die Show wird schon länger gefeiert, ich hatte bisher noch keine Folge gesehen. Die Mischung aus guten Charakteren auf Seiten der Investoren, teils durchgedrehten Gründer-Ideen und teils harten, teils überraschenden Entscheidungen und Urteilen macht den Reiz aus. Die Show funktioniert vor allem darum so gut, weil sie absolut authentisch rüberkommt. Es sind echte Gründer, die da auftreten, und die “Löwen” investieren echtes Geld. Es stellt sich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl ein, dass hier etwas gescripted wurde, die Show wirkt einfacht echt. TV-Macher sollten sich bei der Suche nach neuen TV-Formaten vielleicht an diesem Kriterium orientieren.

Die Katzenfreunde von Buzzfeed Deutschland luden am Mittwochabend zu einem Pressegespräch anlässlich des ersten Geburtstages ein. Wer sich konkrete Zahlen darüber erhoffte, wie das Viral-Portal in Deutschland ankommt, wurde enttäuscht. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass zwei Artikel im ersten Jahr jeweils über eine Million Visits erzielten. Aha, soso. Ansonsten: Schweigen statt Buzz in eigener Sache. Wie eine Erfolgsstory kommt das nicht rüber. Zumal die Zahl der Facebook-Fans mit 27.000 Likes recht mau ist. Zum Vergleich: Die deutsche Ausgabe der Huffington Post kommt bei Facebook auf 214.000 Likes. Mit dem Tool Similar Web lassen sich Traffic-Hochrechnungen anstellen. Auch für Buzzfeed Deutschland? Das wollte ich von meinem Kollegen und Daten-Experten Jens Schröder wissen. Seine Auskunft: Für Buzzfeed Deutschland ist das schwierig, weil die keine .de-Domain haben. Man kann allerdings feststellen, wie viele Zugriffe aus Deutschland auf die Buzzfeed.com Website stattgefunden haben. Für den August waren das rund fünf Mio. Visits (bei Huffingtonpost.de knapp 8 Mio. Visits). Bei den fünf Millionen zählen auch alle Zugriffe aus Deutschland auf englischsprachige Buzzfeed-Inhalte dazu. Schon vor dem Start vom deutschen Buzzfeed hatte die englischsprachige Website ein paar Millionen Visits aus Deutschland. Die tatsächlichen Zahlen für Buzzfeed Deutschland dürften also deutlich darunter liegen. Wobei man nie vergessen darf, dass diese Similar-Web-Zahlen nur Annäherungen sind und sie generell um den Faktor 2 bis 3 niedriger ausfallen als beispielsweise IVW-Messungen. Trotzdem interessant.

Eine Buzzfeed-Story fand dich diese Woche dann aber doch richtig witzig. Und zwar war das diese hier über Eltern, die ihre Kinder mit den neuen Grusel-Filtern von Snapchat erschrecken.

Und falls Sie beim Stichwort Snapchat jetzt lauter Fragezeichen im Gesicht haben – hier haben wir eine prima Einsteiger-Anleitung für die vor allem bei Jugendlichen angesagte Chat-App veröffentlicht.

Snappy Weekend, liebe Generation Hashtag!

*Zwinkersmiley*

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Alle Kommentare

  1. Also bitte, bei solch einer Überschrift lacht nicht einmal mehr mein Kindergartenkind. Wollt ihr uns veralbern?

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