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Oktoberfest zwischen Euphorie und Eskalation: Neuer München-Tatort zeichnet bedrohliches Bild der Wiesn

Der BR-„Tatort: Die letzte Wiesn“
Der BR-"Tatort: Die letzte Wiesn"

München im Ausnahmezustand: Wiesn is! Im neuen "Tatort" kippen die Zelt-Besucher reihenweise um – doch schuld ist nicht das Bier, sondern GHB, auch bekannt als Liquid Ecstasy. Irgendjemand mischt den Feiernden die Droge in ihre Getränke. "Die letzte Wiesn" zeigt das Oktoberfest als beängstigende Massenveranstaltung und wirft einen Blick auf das knallharte Geschäft hinter der Feier-Fassade.

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Die Story
Es ist Ende September. Kommissar Frank Leitmayr verlässt wie jedes Jahr die Stadt. Denn die Wiesn geht los und das erträgt er nicht. Doch kaum in Italien angekommen, ruft sein Partner Ivo Batic ihn zurück. Auf der Geldbörse eines Oktoberfestbesuchers, der am Morgen tot aufgefunden wurde, waren ausgerechnet Leitmayrs Fingerabdrücke; er hatte dem Italiener auf dem Weg zum Bahnhof noch das Portemonnaie in die Tasche zurückgeschoben. Der Mann schien komplett betrunken zu sein – doch laut Obduktionsbericht hatte er nur 0,7 Promille. Das Toxscreening zeigt: In seinem Blut war GHB, besser bekannt als Liquid Ecstasy. Und er war nicht der einzige Fall, im Amperbräuzelt häufen sich die GHB-Fälle rapide. Für Batic und Leitmayr drängt die Zeit, denn in Verbindung mit Alkohol kann GHB tödlich sein.

Die Story hinter der Story
Die Parallelwelt Oktoberfest steht in diesem „Tatort“ im Vordergrund. Jedes Jahr strömen die Massen nach Bayern und feiern den kollektiven Rausch. Alkoholabstürze gehören selbstverständlich dazu, irgendwie scheint alles erlaubt. Der Tatort „Die letzte Wiesn“ spiegelt die Stimmung des größten Volksfestes Deutschland auf bedrohliche Weise: Euphorie und Eskalation liegen dicht beieinander – während in der einen Zeltecke die Menge „Atemlos“ grölt, bricht in der anderen ein junger Mann zusammen. Gleichzeitig wirft der Film einen Blick hinter die Kulissen dieser riesigen Maschinerie und zeigt das harte Geschäft der Zeltbetreiber.

Was taugt das Drehbuch?
Die Story zu „Die letzte Wiesn“ ist simpel, was in diesem Fall aber kein Nachteil ist – schließlich spielt das Oktoberfest mit all seinen Wunderlichkeiten die Hauptrolle. Der „Tatort“ fängt die seltsame Paradoxie der Massenveranstaltung perfekt ein und macht von Anfang an klar: Um übersprudelnde Partyfreude geht es in diesem Film mitnichten. Das Tempo ist schnell und die Bilder sind verstörend.

Sind die Ermittler in Form?.
Frank Leitmayr ist offensichtlich urlaubsreif: Er ist schlecht gelaunt, blökt mehrfach den Praktikanten an und lässt sich von seinem Bauchgefühl täuschen.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
GHB wirkt stimmungshebend und enthemmt, führt jedoch zu Koordinationsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit. Außerdem sinken sowohl Herzfrequenz als auch Blutdruck. Bei einer Überdosierung kann die Droge Blackouts und Bewusstlosigkeit auslösen und auch Herzstillstand hervorrufen.

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Der Satz zum Mitreden
„Immer des G’schiss mit der scheiß Wiesn“

Eher peinlich
Zum Großteil gelingt es dem „Tatort“ die Gefahr von Liquid Ecstasy ohne den erhobenen „Drogen sind ganz böse“-Zeigefinger zu thematisieren. Einzige Ausnahme ist die Erklärung des Pathologhen, was GHB ist: „Jetzt nehmen’s die Kids, weil’s high macht.“

Fazit
Regisseur Marvin Kren und die beiden Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen wollen in „Die letzte Wiesn“ die dunkle Seite des Oktoberfestes zeigen, vor und hinter den Kulissen. Und das ist ihnen gelungen.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10
9

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