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Amazon Fire TV 2 ausprobiert: der Apple-TV-Konkurrent im MEEDIA-Check

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Eine Woche nach der Apple-Keynote hat Amazon seine Konkurrenz für das Apple TV präsentiert: Fire TV 2. Der Vorgänger war ein Mega-Bestseller. Kann der Nachfolger den Erfolg wiederholen? MEEDIA hat die TV-Box schon ausprobiert und verrät, was sie taugt.

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Vier Stunden. Solange dauerte es, bis das erste Fire TV im Oktober 2014 in Deutschland restlos ausverkauft war. Amazon legt nach und präsentierte im März 2015 den kleinen Fire TV Stick – der nach drei Stunden vergriffen war. So tritt der Nachfolger, das am Donnerstag in London vorgestellte Fire TV 2, in große Fußstapfen.

128 GB mehr Speicher mit micro-SD-Karte

Wie es sich für einen Bestseller gehört, hat Amazon seine TV-Box behutsam überarbeitet. Zumindest auf den ersten Blick. Denn von außen gleicht die zweite Generation dem Vorgänger bis auf ein kleines Detail auf der Rückseite: einen micro-SD-Kartenslot, über den sich der interne Speicher von 8 GB um bis zu 128 GB erweitern lässt. Denn wer ein Amazon-Gerät besitzt, der kann sich Serien und Filme aus Amazon Prime Instant Video auch auf den externen Speicher herunterladen und offline anschauen – ansonsten lassen sich die Inhalte nur auf dem internen Speicher der Geräte ablegen. Den Service, Serien und Filme auch offline anzusehen, bietet Amazon erst seit Kurzem an.

Überarbeitet hingegen hat das Unternehmen die Fernbedienung. Die ist etwas größer und liegt dadurch besser in der Hand. Zudem funkt sie nun übers WLAN und nicht mehr über Bluetooth. Damit sollen sich Verzögerungen minimieren und die Batterielaufzeit erhöhen lassen. Bei einem ersten Praxistest ließ es sich damit zügig durch die Benutzeroberfläche der TV-Box zappen.

Die Sprachsuche wurde überarbeitet

Wer nicht über eine umständliche Buchstabeneingabe nach Inhalten schauen will, kann über das eingebaute Mikrofon der Fernbedienung die Titel einsprechen. Das funktioniert auch auf Anhieb. Allerdings machte zumindest bei der Demo in San Francisco Siri auf dem neuen Apple TV einen nutzerfreundlicheren Eindruck: „Was hat sie gesagt“ lässt die Box etwa zehn Sekunden zurückspringen und Untertitel einblenden. Ein großes Plus der Apple-Box war zudem die übersichtliche Anzeige aller Inhalte einer Serie auf einer Seite – egal, ob diese von Netflix, iTunes, HBO oder einem anderem Anbieter stammten. Dem Nutzer wird dabei der Umstand abgenommen, sich durch das Angebot der einzelnen Apps zu kämpfen.

Amazon Fire TV

Amazon hingegen zeigt sich sichtlich stolz angesichts der vielen eingebundenen Kanälen, die allerdings einzeln aufgerufen werden müssen. 3.000 sind es mittlerweile. Einige von ihnen lassen sich auch über die verbesserte Sprachsuche durchforsten, Netflix gehört noch nicht dazu. Bei den Apps von ARD und ZDF funktioniert es hingegen schon. Ein Update soll aber demnächst nachgeliefert werden.

Der Nachfolger ist 4K-kompatibel

Ein großes Plus gegenüber der Apple-Konkurrenz dürfte für viele Käufer allerdings die 4K-Kompatibilität sein. Das Fire TV 2 ist in der Lage, Inhalte auch in Ultra-HD anzuzeigen – und das ohne Ruckeln. Tatsächlich lädt die Software sogar recht smart Filme und Serien in den internen Speicher vor, wenn sich Nutzer die Kurzbeschreibung anschauen. Der Effekt: Startet man die Wiedergabe, geht es ohne Ladezeit direkt los. Gut gemacht. Allerdings ist zum jetzigen Zeitpunkt das Angebot an 4K-Material im Fundus der 15.000 Medieninhalte bei Amazon noch recht überschaubar. Zudem dürfte noch in den wenigsten Wohnzimmern die teuren TVs der aktuellen Generation stehen. Bis 4K Standard ist, dürften also noch einige Jahre vergehen.

Doch auch wer nicht über einen 4K-fähigen Fernseher verfügt, soll künftig mehr Inhalte in hoher Auflösung zu sehen bekommen. Mit High Efficiency Video Coding (HEVC) unterstützt Fire TV 2 einen Standard, der datensparende Streams bei gleicher Qualität erlauben soll.

So hat Amazon bei seiner kleinen TV-Box sinnvoll Innovation betrieben, verlangt dafür aber keinen Aufpreis. Mit 99 Euro ist das Gerät genauso teuer wie sein Vorgänger. Wem das zu teuer ist, der kann mit dem Fire TV Stick zu einem technisch abgespeckten Gerät in USB-Stick-Größe greifen, den es nun für 39,99 Euro ohne Sprachsuche und für 49,99 Euro mit Sprachsuche gibt. Der Verkauf von Fire TV 2 und den Fire TV Sticks startet sofort. Der Versand erfolgt ab dem 5. Oktober.

Fazit: Gut gerüstet für die Zukunft

Aus dem Überraschungserfolg aus 2014 im boomenden Streamingmarkt hat Amazon eine vielversprechende Produktreihe entwickelt. Mit 4K-Kompatibilität ist das Fire TV 2 für die Zukunft des hochauflösenden Fernsehens gerüstet, zudem investiert Amazon mit Nachdruck in die Produktion von Inhalten. Die sogenannten Amazon Originals kommen gut an. Bei Zuschauern und Kritikern gleichermaßen. So ist etwa die Serie „Transparent“ gleich mehrfach ausgezeichet worden. Sogar Oscarpreisträger Woody Allen konnte man verpflichten. Kein Wunder, dass Amazon Prime Instant Video der erfolgreichste Streaminganbieter in Deutschland ist – vor Netflix, Watchever und Co..

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