Anzeige

Abzocke mit Fake-Frauen? Dating-App Lovoo soll selbst falsche Profile platziert haben

Zwielichtiges Geschäft mit der Liebe: Die Dating-App Lovoo ist in Verruf geraten.
Zwielichtiges Geschäft mit der Liebe: Die Dating-App Lovoo ist in Verruf geraten.

Dating-Plattformen haben über Jahre hinweg daran gearbeitet, sich ein frisches und freundliches Image aufzubauen. Nun fällt eine Dating-App offenbar mit einem Geschäftsmodell auf, das die Portale wieder schnell in die Abzocker-Ecke stellen könnte. Wie das Technik-Magazin c't berichtet, soll die App Lovoo selbst Fake-Profile erstellt haben, die echte Nutzer abziehen soll.

Anzeige
Anzeige

Wie das Magazin anhand vorliegender Unterlagen in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll das Start-up mit Sitz in Dresden „in erheblichem Umfang“ Fake-Profile von Frauen angelegt haben, die automatisiert andere Profile zu Interaktionen verlocken sollen – offenbar auch zu kostenpflichtigen.

Eigenen Angaben zufolge hat Lovoo mehr als 36 Millionen Nutzer in 17 Ländern. Das Unternehmen bietet die App kostenlos an, verdient sein Geld mit Einnahmen aus dem Verkauf von In App-Credits und Premium-Abonnements.

„Den E-Mails zufolge arbeitet Lovoo bereits seit ungefähr zwei Jahren mit derartigen Profilen. Die weiblichen Fake-Profile hat Lovoo demnach dazu eingesetzt, mit echten Nutzern in Kontakt zu treten und sie zu kostenpflichtigen Aktionen zu verleiten. Allein die vergeblichen Versuche von angelockten Nutzern, Fake-Profile per sogenanntem ‚Top-Chat‘ zu erreichen, sollen Lovoo zeitweise ungefähr 5.000 Euro täglich in die Kasse gespült haben, was aufs Jahr gerechnet einen Schaden von mehr als einer Million Euro bedeuten würde“, so das im Heise-Verlag erscheinende Magazin.

Anzeige

c’t habe von einem „anonymen Whistleblower“ E-Mails erhalten, die angeblich aus der Unternehmensführung stammen. Gegenüber dem Magazin bezweifelte ein Lovoo-Anwalt die Echtheit der Dateien und bestritt somit die Vorwürfe. Laut c’t sei die Authentizität nicht vollständig geklärt. Allerdings hätten die Technik-Experten „keinerlei Hinweise auf eine Manipulation entdeckt“, so Chefredakteur Johannes Endres. „Bei den uns vorliegenden Dateien handelt sich jedoch um mehrere Kopien von Mail-Postfächern sowie Screenshots und Quellcode – insgesamt mehr als 50 GByte.“

Dating-Plattformen sind nach wie vor ein attraktiver Markt, der vor allem auch immer mehr mobil stattfindet, wie auch neueste Umsatzzahlen der Branche belegen. Singlebörsen-Anbieter wie Parship oder Lovoo konnten 2014/2015 erstmals relevante Umsätze durch Smartphone-Singles erzielen. Der Jahresumsatz stieg auf knapp 192 Millionen Euro. Da die Zahlungsbereitschaft mobil jedoch deutlich niedriger ist als via PC und Notebook, haben die Singlebörsen-Betreiber ihren Fokus 2014 darauf gelegt, ihre mobilen Angebote technisch und verkaufspsychologisch weiterzuentwickeln. Auf diese Weise ist es ihnen gelungen, einen großen Teil der Einnahmen über ihre App-Nutzer zu generieren. Dabei setzen die Anbieter vor allem auf personalisierte Werbung und Rabatt-Angebote, um die Nutzer dazu zu bewegen, ein zahlungspflichtiges Abo abzuschließen – nach der zunächst kostenlosen Anmeldung. Viele Funktionen sind erst nach dem Abschluss eines Abonnements möglich.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*