Neuer Kunde für Zentralredaktion: Madsack macht bald Politik für Neue Westfälische

Das RND unter Leitung von Chefredakteur Matthias Koch beliefert bald auch die Neue Westfälische.
Das RND unter Leitung von Chefredakteur Matthias Koch beliefert bald auch die Neue Westfälische.

Die Zentralredaktionen der großen Regionalverlage finden immer mehr Anklang bei kleinen Zeitungshäusern. Während auch die DuMont-Hauptstadtredaktion weitere Kunden für ihre Dienstleistung sucht und Funke seine Zentralredaktion in Berlin gestartet hat, erweitert nun das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) der Mediengruppe Madsack sein Kundenportfolio.

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Ab Oktober macht Madsack Politik für die Neue Westfälische (NW) mit Sitz in Bielefeld. Wie das Verlagshaus aus Hannover bekannt gibt, wird die NW Zugriff auf „sämtliche Texte“ der Berlin-Korrespondenten bekommen. Damit gewinnt das Madsack-Angebot, das die Zentrale in Hannover gerade um eine Hauptstadtredaktion erweitert, einen Kunden in Nordrhein-Westfalen, wo die beiden Mitbewerber Funke und DuMont herstammen.

Ausgeschlossen vom Deal bleiben alle weiteren Mantel-Ressorts der NW, wie Wirtschafts und Gesellschaft. Die Aufgaben der dortigen Mantelredaktion sollen unberührt bleiben, heißt es. Die Regionalzeitung erscheint in der Region Ostwestfalen-Lippe und erreicht eine verkaufte Auflage von 225.837 Exemplaren (IVW II/2015). Der Deal ermöglicht dem Blatt, sich vermehrt auf die Kernkompetenz der Lokalberichterstattung zu konzentrieren und den Politik-Teil um gleich mehrere Autoren zu erweitern, die künftig unter der Leitung von Ex-Focus-Hauptstadt-Vize Ulrike Demmer stehen

Die Mediengruppe Madsack festigt mit dem Deal ihre Position in einem immer größer werdenden Wettbewerb zwischen Zentralredaktionen und Redakationskooperationen verschiedener Zeitungstitel. Eigenen Angaben zufolge beliefert Madsack mittlerweile 30 verschiedene Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von mehr als 1,2 Millionen Exemplaren. Darunter befinden sich Madsack-Titel, deren Seiten direkt von der Zentralredaktion produziert werden, sowie Beteiligungen und über ein Dutzend externe Kunden, die Zugriff auf Textmodule bekommen.

„Wir glauben, dass der Anspruch der Leser an eine Tageszeitung von heute weiter wächst. Jenseits der reinen Nachrichten gehören fundierte Analysen, investigative Geschichten und vor allem exklusive Interviews zur Leistung des RND – wir sind zuversichtlich, dem Leser weiterhin gerecht zu werden“, erklärt RND-Chefredakteur Matthias Koch.

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Alle Kommentare

  1. „… erweitert nun das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) der Mediengruppe Madsack sein Kundenportfolio“ – was ein Geblähe.

    Man muss doch gar nicht die Formulierungen der Pressemitteilungen abschreiben, wenn man Journalist ist oder zumindest sein will. Versuchen Sie’s mal mit „… hat einen neuen Kunden“.

    Die blähsprechgeschädigten Leserinnen und Leser werden’s danken.

    1. „Das gespreizte, bedeutungsschwere Wichtigsprech ist das Unkraut im Garten der wild rankenden Sprachblüten unserer Zeit.“

  2. Ist eigentlich niemandem aufgefallen, dass hier nur die SPD ihre Medienbeteiligungen etwas enger verzahnt, um später wieder ein paar Redakteure rauswerfen zu können?

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