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Hello Unicorn: Samwer-Beteiligung HelloFresh nun schon 2,6 Milliarden Euro wert

Oliver Samwer setzt weiter auf Food-Lieferdienste
Oliver Samwer setzt weiter auf Food-Lieferdienste

Das nächste Einhorn der Samwer-Brüder soll die Kapitalmärkte erobern. Und das zu einer erneut satten Bewertung: Wie Mehrheitseigner Rocket Internet heute bekannt gab, kommt das gerade mal vier Jahre Berliner Internet-Unternehmen HelloFresh nach einer neuerlichen Finanzierungsrunde, die 75 Millionen Euro frische Mittel in die Kassen spült, nun schon auf die enorme Bewertung von 2,6 Milliarden Euro. Die Aktie des Mutterkonzerns Rocket Internet startete darauf mit zweistelligen Kursaufschlägen durch.

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Darauf haben Aktionäre von Rocket Internet ein Jahr warten müssen: Die brutal heruntergeprügelten Anteilsscheine der Samwer-Holding, die sich seit dem Börsengang im Oktober vergangenen Jahres in der  Spitze mehr als halbiert haben, schalteten heute den Turbo ein – und schossen um 15 Prozent auf 25 Euro nach oben.

Auslöser des ungewohnten Kursschubs: Eine Pressemeldung vor Handelseröffnung, die nach einem zumindest problematischen ersten Jahr an den Kapitalmärkten von Rocket-Aktionären als kurzzeitiger Befreiungsschlag verstanden wurde.

Mehrheitsbeteiligung HelloFresh, an der Rocket Internet über 57 Prozent hält, sammelte nicht nur in einer neuen Finanzierungsrunde 75 Millionen Euro frische Mittel ein, sondern konnte die zugrunde liegende Bewertung auf ein Niveau steigern, das dem gerade mal vier Jahre alten Berliner Start-up kaum einer zugetraut hatte.

Einhorn HelloFresh: Mit Milliardenbewertung an die Börse

Nun schon 2,6 Milliarden Euro ist Investoren der Essens-Lieferdienst wert. Für das an der Börse bislang schwer gefloppte Beteiligungskonglomerat Rocket Internet sind das die Nachrichten, auf die die Samwers gewartet haben – schließlich soll die Rocket-Beteiligung HelloFresh schneller als zuletzt erwartet den Gang an die Aktienmärkte wagen.

Wie im August bekannt wurde, habe Rocket Internet und das Gründerteam um Dominik Richter und Thomas Griesel bereits die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs mit der Vorbereitung eines IPOs beauftragt, das schon im Herbst über die Bühne gegen könnte. Für Rocket Internet würde das nach der Blaupause des eigenen Börsengangs und der Beteiligung Zalando im Vorjahr vor allem eines bedeuten: einen mutmaßlich milliardenschweren Zahltag.

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Lieferdienst für iPhone-Generation: „kinderleicht, schnell und lecker“

Das  Berliner Internet-Unternehmen versteht sich als Lieferdienst für die iPhone-Generation, der kleinteiliges Einkaufen einfach zu lange dauert. HelloFresh-Besteller bekommen daher eine Kochbox mit „vielen leckeren und gesunden Rezepten“ – Fertigprodukte  und „langweilige und unausgewogene Rezepte“ sind passé.

„Wir gehen für Dich einkaufen und liefern die perfekte Menge kostenfrei zu Dir nach Hause“, werben die Berliner. In maximal 30 Minuten soll das Essen „kinderleicht, schnell und lecker“ zubereitet werden. Bereits 200.000 Abonnenten werden die Kochboxen zugestellt – neben Deutschland auch Kunden in England und den USA. Auf 120 Millionen Euro sollen sich die Umsätze bereits im Jahr belaufen – über das Konzernergebnis herrscht das übliche Schweigen.

HelloFresh könnte Auftakt zu heißem Herbst machen

Folgen die Samwers ihrer eigenen Blaupause, könnte HelloFresh bereits im Oktober am Frankfurter Börsenparkett debütieren. Es könnte ein interessanter Herbst für deutsche Internet-Unternehmen werden: Auch die Scout24-Gruppe will an die Kapitalmärkte streben, nachdem ein Verkauf  bislang nicht zustande gekommen war.

Gelingt das HelloFresh-IPO, könnten die Samwers versucht sein, auch ihre weiteren potenziellen Einhörner an den Aktienmärkten grasen zu lassen: Auch Delivery Hero (Lieferheld) und den Möbelversendern Westwing und Home24 wird Milliarden-Potenzial zugebilligt.

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