Anzeige

„We like“: Die positive Bilanz der B.Z. zum Aktbilder-Experiment bei Facebook

Peter-Huth1.jpg

Brüste und Penisse gehen also doch bei Facebook – zumindest dann, wenn sie von einer Zeitung gepostet werden, wenn die Aktion als kritisches Experiment am Tag eines wichtigen Ministertreffens mit FB-Vertretern durchgezogen wird und es sich bei den expliziten Darstellungen um berühmte Gemälde, statt Fotos handelt. Für einen Tag hatte die B.Z. im sozialen Netzwerk nur Aktbilder gepostet und abgewartet, ob Facebook die Postings löscht. Das tat die Plattform nicht.

Anzeige
Anzeige

Recht pathetisch fasst Chefredakteur Peter Huth die Resultate seiner Aktion zusammen: „Ein kleiner Sieg für die Freiheit, ein großer Triumph für die Kunst!“.

Mit dem Experiment wollte die Redaktion gegen die „absurden“ Plattform-Regeln protestieren, dass man ungestraft Hasskommentare veröffentlichen dürfe, aber keine blanke Brust zeigen darf.

“Rigoros geht der Konzern allein gegen Inhalte im sexuellen Kontext vor. Begründung: User könnten sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen. Übersetzt heißt das: Man kann Muslimen den Anblick eines Aktes (beispielsweise die “Geburt der Venus”) nicht zumuten, durchaus aber Hass, Hetze und kollektive Morddrohungen”, schriebt Huth in einem Statement.

Bildschirmfoto 2015-09-14 um 08.48.38Mittlerweile hat das Social-Media-Team der B.Z. alle Aktbilder durch passendes Fotomaterial ersetzt (Screenshot von der Aktion)

Zumindest bei der B.Z. hielt sich Facebook zurück und lies die Berliner nun ungelöscht Gemälde von Paul Gauguin („Les Amants“) Edward Munch („Madonna“) oder Gustave Courbet („Ursprung der Welt“) posten.

Anzeige

Bildschirmfoto 2015-09-14 um 08.48.49Ein Screenshot von der gestrigen Aktion

„Zugegeben, wir wollten Facebook mit dieser Aktion provozieren. Wir wollten sehen, ob der Konzern tatsächlich, wie in vielen Fällen vorher geschehen, einige der größten Werke der Kunstgeschichte wegen Darstellung von Nacktheit verbietet, während rechtsradikale Hetze, antisemitische Seiten und Ermordungsvideos von „ISIS“ weiter verbreitet werden können“, erklärt Huth einen Tag später.

Bildschirmfoto 2015-09-14 um 08.48.59Ein Screenshot von der gestrigen Aktion

Sein Fazit: „Unseren Hut ziehen wir vor Facebook. Das Unternehmen hat – abweichend von seinen eigenen bizarren Regeln – diese Diskussion zugelassen und keinen Beitrag gesperrt. We like“.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*