„Nutzen eines der weltweit datenreichsten Digitalangebote für unsere Werbekunden“

Weather Channel-Partnerschaft, BurdaForward-Manager Oliver Eckert (li.), Jürgen Schlott: „Ein weiterer Stein, Deutschlands führendes Publishing Haus für das mobile Zeitalter zu werden“
Weather Channel-Partnerschaft, BurdaForward-Manager Oliver Eckert (li.), Jürgen Schlott: "Ein weiterer Stein, Deutschlands führendes Publishing Haus für das mobile Zeitalter zu werden"

Nach Partnerbörse, Hotelcheck und Tierfutter hat Burda ein neues digitales Wachstumsfeld entdeckt: das Wetter. Doch die Allianz mit dem Weather Channel ist für die Münchner kein Projekt von vielen, sondern ein "Game-Changer". BurdaForward-CEO Oliver Eckert und News-Geschäftsführer Jürgen Schlott erklären im MEEDIA-Interview die Big Data-Strategie des Hauses.

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Wie kam die Kooperation mit dem Weather Channel zustande?

Oliver Eckert: „Begonnen hat alles auf unserer Digital-Konferenz DLD. Hier haben im vorigen Jahr Burda-Vorstand Stefan Winners und die DLD-Ventures-Geschäftsführerin Manon Littek die Kontakte zu David Kenny geknüpft, dem CEO der Weather Company. In einem Workshop haben wir uns dann über die fantastischen Möglichkeiten im digitalen News- und Wetter-Business ausgetauscht. Herausgekommen ist jetzt diese spannende strategische Partnerschaft. Die ersten Beta-Versionen der Apps und Webseite sind bereits online. Der vollständige Launch ist bis Ende dieses Jahres vorgesehen.“

Wetterdienste und mobile Wetter-Apps gibt es bereits reichlich. Warum sollten User zum Weather Channel wechseln, welchen Mehrwert bietet das Angebot?

Jürgen Schlott: „Wir bringen das beste Wetter nach Deutschland. Unser Angebot soll den Menschen hierzulande die genauesten Vorhersagen, die spannendsten Wetter-Geschichten und die nutzerfreundlichste Bedienung bieten.“

Wie wird das Produktversprechen der besten Wetterprognose auf dem Markt eingelöst, und gilt das auch für das deutsche Wetter?

Jürgen Schlott: „TWC hat mehr als 200 Meteorologen, besitzt über 70 Patente und nutzt mehr als 75.000 Daten-Quellen. Diese Kombination schafft die weltweit zuverlässigste Wetter-Vorhersage. Das bestätigen Jahr für Jahr unabhängige Untersuchungen. Der Clou: Wir bieten als einziger Anbieter Prognosen in Echtzeit – ganz exakt für den Standort, von dem der Nutzer die Auskunft abruft.“

Was ist das strategische Interesse von Burda an der Zusammenarbeit?

Oliver Eckert: „Jeder Mensch interessiert sich für Wetter. Deshalb sehen wir ein riesiges Potenzial, sowohl in der Reichweite als auch in den Umsätzen. Indem wir den Weather Channel in unsere Angebote wie Focus Online integrieren, können wir vom Start weg mehr als 18 Millionen Nutzer erreichen, die jetzt schon unsere Inhalte abrufen. Was wir auch spannend finden: Der Weather Channel ist eines der datenreichsten Digitalangebote weltweit. Das nutzen wir für unsere Werbekunden – und auch für die Weiterentwicklung unserer eigenen Marken. Der Weather Channel ist bei BurdaForward ein weiterer Stein, Deutschlands führendes Publishing Haus für das mobile Zeitalter zu werden.“

Wie werden die redaktionellen Angebote aussehen, was gibt es über die Wetterprognose hinaus und wie große ist die Serviceredaktion?

Jürgen Schlott: „Eine weitere Besonderheit des Weather Channel ist die starke Redaktion. Wetter ist von Natur aus faszinierend, und wir teilen die Leidenschaft dafür mit den Geschichten, die wir erzählen. Wir zeigen und erklären, wie uns das Wetter in allen Lebenslagen beeinflusst. Reise, Gesundheit, Wissen – das sind für uns wichtige Themenbereiche. Bei Extremwetterlagen gibt es auch Breaking News. Zum Start arbeitet ein halbes Dutzend Mitarbeiter für den deutschen Weather Channel.“

Als User werde ich beim Download der App u.a. dazu aufgefordert, der App meinen Standort auch dann zu melden, wenn ich die Weather App gar nicht benutze. Was ist der Sinn davon und glauben Sie, dass die deutschen Nutzer, die mehrheitlich auf Datenschutz einen großen Wert legen, die Freigabe ihrer Daten akzeptieren?

Jürgen Schlott: „Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal unseres Produkts ist die Personalisierung. Mit der App wissen die Nutzer genau, wie sich das Wetter um sie herum entwickelt. Zur Nutzung der präzisen Prognosen ist die Freigabe der Daten unumgänglich. Nach unserer Erfahrung stellen die Nutzer für einen guten Service gerne ihre Daten zur Verfügung.”

Aus Sicht der Anzeigenkunden: Welche Unternehmen sehen Sie als wichtige Zielgruppen in der Vermarktung und welchen Benefit versprechen Sie Werbekunden?

Oliver Eckert: „Wetter beeinflusst alles — was wir essen, trinken und anziehen; wo wir in den Urlaub fahren und wie wir dorthin kommen. Mehr als 60 Prozent aller Unternehmen geben an, dass das Wetter zum Teil sehr große Auswirkungen auf ihr Geschäft hat. Wir können diesen Unternehmen helfen. Durch die intelligente Verknüpfung von Wetter- und Sales-Daten sagen wir das Verhalten von Verbrauchern Tage und sogar Wochen lang voraus. Dadurch können Werbekunden ihre Umsätze weiter maximieren. Mit gezieltem Targeting erhalten sie die Möglichkeit, auf die Wetterlage abgestimmt Einfluss auf das Kaufverhalten ihrer Konsumenten zu nehmen. Das ist ein Game-Changer.“

Sie wollen auch Native Advertising im großen Stil betreiben. Wie werden diese Formate aussehen, was bieten Sie potenziellen Kunden an?

Oliver Eckert: „BurdaForward ist Vorreiter im Native Advertising. Deshalb bieten wir auch beim Weather Channelzahlreiche spannende Integrationsformen. Eine hat es mir aber besonders angetan: Sie heißt Branded Backgrounds und bietet unseren Werbekunden die einzigartige Möglichkeit, den App- und Webseiten-Hintergrund mit der eigenen Marke zu übernehmen. Je nach Wetter werden unterschiedlich gestaltete Werbemittel angezeigt. Damit wird die beworbene Marke selbst Teil der Wettervorhersage.“

Planen Sie kostenpflichtige Zusatzdienste oder In-App-Verkäufe und wenn ja, welche?

Jürgen Schlott: „Der deutsche Weather Channel ist werbefinanziert. Der User bekommt alle Dienste gratis — das ist ein großer Unterschied zu den Marktbegleitern, die wichtige Features als Paid Services anbieten.“

Sehen Sie in Allianzen wie Ihrer Zusammenarbeit mit dem Weather Channel eine wichtige Säule für das Mediengeschäft der Zukunft?

Oliver Eckert: „Wir sind überzeugt, dass strategische Allianzen unsere Wettbewerbsposition verbessern können. Allerdings müssen sie gut ausgewählt sein. Deshalb ist es immer unser Ziel, mit den besten Partnern zusammenzuarbeiten. Die Weather Company gehört zweifelsfrei dazu. Es ist eines der innovativsten und erfolgreichsten Digital-Unternehmen weltweit.“

Welche Wachstums- und Umsatzziele haben Sie sich für die ersten drei Jahre gesetzt?

Oliver Eckert: „In einem ersten Schritt wollen wir unter die drei größten Wetter-Angebote in Deutschland. Unser langfristiges Ziel ist es, den deutschen Weather Channel zum führenden Portal zu machen. Über Umsatz- und Ergebnisziele äußern wir uns grundsätzlich nicht.“

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