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Nackt-Protest: Springers B.Z. legt sich mit Facebook an und postet einen Tag nur Aktbilder

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Nach dem vielbeachteten Titel "Das asoziale Netzwerk" startet die B.Z. die nächste öffentlichkeitsstarke Aktion. Am Montag will sie nur Akt-Gemälde auf ihrer Facebook-Seite posten. Damit will die Redaktion um Chefredakteur Huth gegen die "absurden" Plattform-Regeln protestieren, dass man ungestraft Hasskommentare veröffentlichen dürfe, aber keine blanke Brust zeigen darf.

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„Rigoros geht der Konzern allein gegen Inhalte im sexuellen Kontext vor. Begründung: User könnten sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen. Übersetzt heißt das: Man kann Muslimen den Anblick eines Aktes (beispielsweise die „Geburt der Venus“) nicht zumuten, durchaus aber Hass, Hetze und kollektive Morddrohungen“, schreibt Huth in einem Statement.

Das erklärt Euch Chefredakteur Peter Huth hier.

Posted by B.Z. on Sonntag, 13. September 2015

Einer der Auslöser der Wut der Berliner war unter anderem der Selbstversuch des SHZ-Journalisten Joachim Dreykluft. Er hatte ein Facebook-Posting, das sich mit der rechtsradikalen Propaganda befasste, mit zwei nackten Brüsten illustriert. „Tatsächlich wurde der Beitrag gelöscht, Dreykluft vorübergehend gesperrt“, empört sich Huth.

Über Soziale Netzwerke kann jeder seinen Hass weit verbreiten. Aber: Hass gibt es schon viel länger.(Bild: Tizian mit "Venus von Urbino")

Posted by B.Z. on Sonntag, 13. September 2015

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Der Tag der Aktion ist natürlich wohl gewählt. Am heutigen Monat will sich Justizminister Heiko Maas immerhin mit Vertretern des US-Netzwerkes treffen und über eine Überarbeitung der Community-Standards reden bzw. eine effektivere Kontrolle der Kommentare anmahnen.

Leander Haußmann traurigen Figuren sehen aus, als hätte er sie unter der Brücke des Bahnhof Friedrichstraße gecastet.(Bild: Goya mit "Die nackte Maja")

Posted by B.Z. on Sonntag, 13. September 2015

Die B.Z. ist nicht die erste Zeitung, die sich massiv wegen der Angst von Facebook vor nackter Haut, selbst auf Gemälden die zum Weltkulturerbe gehören, empörte. Bislang liefen aber alle Beschwerden und Protest-Aktionen ins Leere. Die Position von Facebook war bislang sehr einfach. Verkürzt sagten die US-Amerikaner immer: Das ist unsere Plattform, unsere Regeln. Wenn es Euch nicht passt, geht woanders hin.

Dumm nur, dass der blaue Riese längst ein so mächtiger Traffic-Lieferant ist, dass ihn viele Medien für ihre Leser- und Klick-Zahlen brauchen.

Interessant wird es zu beobachten, wie lange welche Aktbilder im Newsfeed der B.Z. zu sehen sein werden. Huth ruft in seinem Statement schon einmal alle Leser und FB-Freunde dazu auf, die nackten Postings fleißig zu teilen.

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