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Blasse Keynote: Apple stellt wie erwartet iPhone 6s, iPad Pro und neues Apple TV vor

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Apples neue Produkte: Ein Pencil ist auch dabei

Keine Überraschung im Billl Graham Civic Auditorium: Apple-CEO Tim Cook und Marketingchef Phil Schiller präsentierten auf der mit Spannung erwarteten Keynote in San Francisco neue iPhones, das iPad Pro und ein neues Apple TV; als Zugabe wurden noch neue Armbänder für die Apple Watch gezeigt. Zudem brach Tim Cook mehrfach mit Steve Jobs' Erbe: Microsoft- und Adobe-Mitarbeiter wurden auf der Bühne gesichtet – und sogar einen Stylus verkauft Apple inzwischen...

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Wenn es noch einen Beweis brauchte, dass sich Apple vier Jahre nach dem tragischen Tod von Steve Jobs immer mehr von seinem übergroßen Gründer zu emanzipieren versucht, dann lieferte ihn Nachfolger Tim Cook heute auf der Bühne des Bill Graham Civic Auditoriums in San Francisco.

Mehr als acht Jahre ist es her, dass Steve Jobs anlässlich der iPhone-Enthüllung die viel zitierten Worte sprach: „Wer will einen Stylus? Man muss einen kaufen und mit sich tragen und verliert ihn. Keiner will einen Stylus. (…).“

Keiner? Tim Cook und Phil Schiller sind offenbar anderer Meinung und bieten genau das anno 2015 mit einem anderen Namen an: einen „Pencil“. Anwendung findet der digitale Kugelschreiber, der künftig für 99 Dollar zu haben ist, bei einer der großen Apple-Neuheiten des Abends: dem viel erwarteten iPad Pro.

iPad Pro mit Tastatur und Keyboard bis zu 1347 Dollar teuer

9to5Mac-Blogger Mark Gurman darf sich als Mann der Stunde fühlen: Alle Prognosen des Studenten bewahrheiten sich. Das 12,9 Zoll große Apple-Tablet wurde vorgestellt, kann im Oktober vorbestellt werden und kommt im November in den Handel – eben für jene 799 Dollar, die Gurman in der Einstiegsversion mit 32 GB Speicher vorhergesagt hatte.

Die größte Version mit 128 GB ist für 1079 Dollar zu haben und kostet damit mehr als das kleinste MacBook Air. Doch wer echtes Laptop-Feeling nicht missen will, muss für das Smart Keyboard noch einmal stolze 169 Dollar drauflegen. Ergänzt um Apples Pencil müsste ein Käufer der Business-Variante des iPad mit insgesamt 1347 Dollar sogar mehr bezahlen als für das frisch eingeführte MacBook.

iPhone 6s will mit drucksensitivem Display punkten

Unverändert blieben die Preise bei Apples Blockbuster in Dollar: Das iPhone kommt wie erwartet in zwei neuen Modellen auf den Markt, die aussehen wie die alten – als 4,7 Zoll großes iPhone 6s und 5,5 Zoll großes iPhone 6s Plus. Wegen der anhaltenden Euro-Schwäche verlangt Apple je nach Modell sogar zwischen 40 (iPhone 6s ab 739 Euro) und 70 Euro (bis 1069 Euro für das iPhone 6s Plus) mehr.

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Unter der Oberfläche runderneuerte Apple seinen Kassenschlager bis ins letzte Detail wie erwartet: der A9-Prozessor taktet schneller,  die 12 Megapixel-Kamera sorgt für schärfere Aufnahmen und das drucksensitive Display sorgt dank 3D Touch für neue Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Apps.

Die eigentliche Innovation, die Marketingchef Phil Schiller nebenbei erwähnte, ist ein Upgrade-Programm für US-Kunden, die sich für 32 Dollar im Monat die Option sichern, jedes Jahr ein neues iPhone zu erhalten – ein klarer Kunstgriff für die Wall Street, um ein paar Prozent mehr Absatzpotenzial herauszukitzeln. Vorbestellt werden können die neuen iPhones ab Samstag, in den Handel kommen sie aber erst am 25. September und damit eine Woche später als letztes Jahr.

Neues Apple TV will „Grundlage für die Zukunft des Fernsehens“ sein

Zur eigentlichen Innovation des Abends wurde wie erwartet das neue Apple TV, das zwischen iPad Pro und den neuen iPhones in die Mitte der Keynote vorgestellt wurde. Tim Cook pries die Set-Top-Box als „Grundlage für die Zukunft des Fernsehens an“, die allerdings ebenfalls wenige Überraschungen bot.

Die neuen Features inklusive einer Sprachsteuerung mit Siri und der Integration eines App Stores, der auf dem neuen dafür entwickelten Betriebsssystem tvOS basiert, kursierten bereits seit Jahresbeginn. Auch die Bepreisung mit 149 bzw. 199 Dollar für die 32 GB bzw. 64 GB-Version waren im Vorfeld längst kolportiert worden. Erhältlich soll das neue Apple TV Ende Oktober sein.

Zum jüngsten Produkt aus Cupertino,  das vor einem Jahr als Apple Watch vorgestellt wurde, äußerte sich CEO Tim Cook zu Beginn der Keynote recht schmallippig. Die zweite Generation des mobilen Wearable-Betriebssystems watchOS 2 wird nächste Woche Mittwoch zeitgleich mit der iOS 9 ausgerollt; zudem spendierte Apple Käufern Armbänder in neuen Farben bzw. in Kooperation mit Luxusgüterhersteller Hermès.

Wall Street senkt den Daumen: Apple-Aktie fällt weiter zurück

Der Wall Street gingen Apples wichtigste Produktankündigungen des Jahres indes nicht weit genug – die Apple-Aktie gab um zwei Prozent nach und beendete den Handel bei 110 Dollar. Fallende Kurse nach einer Keynote sind nach der Blaupause des ‚fait accompli‘ bei Apple keine Seltenheit.

Allerdings befindet sich die Apple-Aktie seit den jüngsten Quartalszahlen Ende Juli im verschärften Abwärtstrend und hat seitdem bereits 18 Prozent an Wert verloren. Offenbar ist die Wall Street der Meinung, dass die jüngste Keynote nicht für eine Trendwende reicht.

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Alle Kommentare

  1. Ich bin, nachdem ich seit dem iPhone 3GS treuer Apple Kunde war, nun zu Android gewechselt. LG G4, knapp 500 EUR, extrem schnell, mit 3GB RAM, sehr gute Kamera. Im Vergleich dazu ist mein nur 1 Jahr altes iPhone 6 ein einziges Ärgernis (ständige Reloads wegen nur 1GB RAM…).

    Nein, Apple hat nicht mehr die beste Technik. Wer auf Dinge wie „dünnstes Alu Gehäuse“ Wert legt ist natürlich bei Apple gut aufgehoben, aber wer andere Prioritäten hat findet bei Android sehr gute Geräte.

    Etwa eine iPhone Kopie bei Samsung, ein wasserdichtes „edles“ Glas Gehäuse bei Sony (mit guter Kamera), ein ziemlich leichtes Leder Gehäuse mit guter Kamera bei LG (zu einem passablen Preis), oder unzählige billige Geräte von anderen Marken.

    Die Android Geräte sind mittlerweile extrem schnell, funktionieren gut, es ist nur alles ein wenig anders und vielleicht nicht ganz so elegant gelöst wie bei Apple.

    Aber wenn man wie ich sowieso Google Services nutzt ist man eigentlich bei Android besser aufgehoben, weil die Google Apps noch einen Tick besser funktionieren als am iPhone.

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