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Riesenerfolg für #AktionArschloch: Anti-Nazi-Song „Schrei nach Liebe“ zurück in den Charts

Farin Urlaub und Bela B. von der Punk-Band „Die Ärtze“
Farin Urlaub und Bela B. von der Punk-Band "Die Ärtze"

"Oh ,oh, oh , Arschloch!" 1993 schuf die Punk-Band Die Ärzte mit "Schrei nach Liebe" eine Hymne gegen Rechtsradikalismus. 20 Jahre später ist die Thematik aktueller denn je – und der Song zurück in den deutschen Charts. Initiiert wurde das Comeback durch die "Aktion Arschloch", die mal wieder beweist, welch enorme Kraft die Sozialen Netzwerke haben.

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„Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe. Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. Du hast nie gelernt, dich zu artikulieren. Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit, Oh ,oh, oh , Arschloch!“ Anfang der 90er Jahre schrieben Die Ärzte als Reaktion auf die rassistischen Anschläge in Hoyerswerda, Rostock, Solingen und Mölln ihren ersten politischen Song.

Über 20 Jahre später ist „Schrei nach Liebe“ wieder in den deutschen Charts – wieder als Antwort auf die rechtsradikalen Demonstrationen vor Asylbewerberheimen und den zunehmenden Hass gegen Flüchtlinge. Grund für den erneuten Erfolg ist die Social-Media-Initiative #AktionArschloch des Musiklehrers Gerhard Torges, der „ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit“ setzen wollte, wie er dem Tagesspiegel erklärte. „Das Lied der Ärzte hat es schon einmal geschafft, ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen – vielleicht kann es erneut das Denken und das Verständnis der Menschen ändern und etwas bewegen.“

In den Sozialen Netzwerken forderte Gerhard Torges die Menschen dazu auf, den Song „Schrei nach Liebe“ mit Käufen bei iTunes und Google Play wieder auf Platz 1 der Charts zu bringen. Dafür rief er in der vergangenen Woche eine Facebook-Seite sowie einen Twitter-Account ins Leben und erfand den Hashtag #AktionArschloch. Dieser verbreitete sich wie ein Lauffeuer und auch etliche Radiosender und Prominente unterstützen die Aktion; selbst die Washington Post berichtete:

„Schrei nach Liebe“ – erste Runde – los geht’s!

Posted by delta radio on Sonntag, 6. September 2015

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Ganz egal, ob wir sonst Konkurrenten sind oder nicht: Bei dieser Sache sollten wir als #Radiosender alle zusammenstehen….

Posted by Radio Duisburg on Donnerstag, 3. September 2015

Die Kampagne ist ein voller Erfolg: Am Wochenende stieg „Schrei nach Liebe“ auf Platz 12 der Charts ein, am Donnerstag war er der meistgeladene Titel Deutschlands. Die Ärzte selber zeigen sich von der Aktion begeistert und verkünden auf ihrer Webseite, alle Einnahmen an die Organisation Pro Asyl spenden zu wollen. „Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern. Wir wollen an dieser Sache definitiv nichts verdienen und werden alle Einnahmen von „Schrei nach Liebe“ (auch aus der Gema) an Pro Asyl spenden. Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung“, so die Musiker.

#AktionArschloch hat neben Aufmerksamkeit, Chartsplatzierungen und Spenden noch einen weiteren Effekt: Sie führte zu steigenden Suchanfragen nach „Schrei nach Liebe“ – und dem Begriff „Attitüde“. In der ersten Strophe des Songs heißt es: Hass ist deine Attitüde, ständig kocht dein Blut. Alles muss man dir erklären , weil du wirklich gar nichts weißt. Höchstwahrscheinlich nicht einmal, was Attitüde heißt!“

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