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Wegen Tatenlosigkeit bei Hetzkommentaren: B.Z. betitelt Facebook als „asoziales Netzwerk“

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Nachdem Springers B.Z. am Freitag eine persönliche Erfahrung mit der Tatenlosigkeit Facebooks in Sachen Hetzkommentaren gemacht hat, will die Boulevardzeitung den Druck auf das US-Unternehmen erhöhen. Auf der Titelseite der Sonntagsausgabe bezeichnet Chefredakteur Peter Huth Facebook als "asoziales Netzwerk".

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Der Hass, der im sozialen Netzwerk herrscht und sich vor allem gegen Flüchtlinge richtet, schädige den Ruf des Unternehmens, so die B.Z. Die Zeitung sammelte am Wochenende eigene Erfahrungen mit dem blauen Riesen. Leser machten die Redaktion darauf aufmerksam, dass ein Facebook-Profil namens „Berlin wehrt sich“ Artikel der B.Z. weiterverbreiten und sie mit rassistischen Äußerungen überschreiben würde. So nahm der Betreiber der Seite einen Artikel mit dem Foto des toten Flüchtlingskindes vom Strand in der Türkei und schrieb dazu „Wir trauern nicht, sondern wir feiern es“.

Weder der Betreiber noch Facebook reagierten zunächst auf Proteste der B.Z., das soziale Netzwerk lehnte dann eine Löschung sogar ab. „Wir haben die von dir wegen Hassbotschaften oder -symbole gemeldete Seite überprüft und festgestellt, dass sie nicht gegen unserer Gemeinschaftsstandards verstößt“, so die Erklärung. Erst nach erneutem Nachhaken der Boulevardzeitung gab Facebook dem Druck nach und nahm das Posting aus dem Netz, ließ die Profilseite jedoch online.

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Nun will die B.Z. den Druck offenbar erhöhen und bringt den Fall ins Blatt. Auf der Titelseite vom Sonntag heißt es dazu: „Facebook – das asoziale Netzwerk“.

Facebook ist nicht das einzige Netzwerk, das sich im Umgang mit Hetzkommentaren fragwürdig verhält. In dieser Woche kritisierte bereits Bild-Chef Kai Diekmann öffentlich Twitter. Dort wurden rassistische Inhalten ebenfalls nicht als Regelverstoß erkannt.


Update:

Wie Spiegel Online am Samstagabend berichtet, kam es im Laufe des Tages bei dem vermeintliche Autoren des Hass-Kommentares zu einer Hausdurchsuchung durch die Berliner Polizei. Dabei sollen ein Computer und zwei Mobiltelefone sichergestellt worden sein. Ihm wird unter anderen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener vorgeworfen.

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Alle Kommentare

  1. BRD-Politiker haben Ihre transatlantischen Meanstream-Medien ARD, ZDF u.a.
    plus große Presse-Medien mit dem dazugehörigen Heer willfähriger Journalisten, deren staatl. Aufgabe ist – den Dt. Bürger zu desinformieren,, zu verharmlosen, zu belügen, totschweigen ect im Sinne der BRD-Politik ! So werden wir täglich durch TV, Presse u. Politikergeschwätz gehirngerwaschen über Jahre hinweg und für politische Ziele u. Meinungen mißbraucht! Die Freie Meinungsäußerung ( BRD liegt an 17. Stelle hinter Jamaika auf den Antillen) wurde ersetzt durch die staatl. Einheitsmeinung!
    In Internetsforen überwachen, kontroliieren, denunzieren BRD-Blockwarte die Poster-E-mails nach angebl. Hetze gegen Asylanten auch die Bildzeitung hat sich besonders aktiv durch Namensnennung der Poster an der Hetzjagd mit dem Segen der BRD-Politikern beteiligt! Dieses Vorgehen der Angst, Unsicherheit. der Denunsation erinnert uns ältere Bürger an längst vergangene Zeiten, gelebter u. überlebter Diktatoren-Staaten!

  2. In der BRD ist derzeit keine gelebte Meinungsfreiheit zu spüren – im Gegenteil
    es hat sich speziel bei der staatl. verordneten Asylanten-Willkommens-Kultur
    seitens aller BRD-Parteien eine verbale und denunziante Verfogung von Asyl-Kritikern manifestiert, die sich ansatzweise mit der DDR vegleichen läßt!
    Grund der BRD-Politikern-Eliten, dieselben suchen auf USA-Wunsch u. bewußtem Nichtstun Der EU-Diktatur – händeringend ein „Neues Volk “ der etnisch Deutsche
    schafft sich mit Zutun der BRD durch benachteiligung dt Politik ab – Steuern zahlen, Maul halten, klaglos leiden, Asylanten – EInheitsmeinung verinnerlichen, die BRD-Meanstream-Medien u. abhängige Journalisten helfen
    bei dieser Staatl. Gehirnwäsche mit! So bist Du staatl. gewollt u. manipuliert
    der Wegbereiter des „NEUEN Hellen Deutschlands „, das sich die Dt. Einheits
    politiker für ihr „Neues Volk “ wüschen!
    Kritiker werden mit dem altbewährtem Rassisen / Nazihammer nachbehandelt
    und dem Dunkel-Deutschland zugeschrieben!
    Dieses BRD-Verhalten dient der Umvolkung und der ungestörten unkontrollierten Flutung von ca 80% passlosenAuskunfts- u.Herkunftsverweigerer meist aus Afrika,nach afrikanischen Botschaftern der
    menschl. Abschaum!
    Mit diesen Fachkräften im Einsatz gelingt die Abschaffung des ungeliebten
    ethnischen Deutschen noch scheller, deshalb sind die wilden afrikanischen
    fordernden Horden besonders willkommen!

  3. Geht es nur mir so – oder weiß wirklich kaum mehr einer, was der Begriff „Zensur“ meint (im Gegensatz zu „Hausrecht“)?

    Die „Presse“ ruft ja nicht nach der Beschränkung einer Diskussion, sie reibt sich an dem etwas befremdlichen Umgang der US-Firmen mit den Inhalten der Nutzer: Der Aufruf, Flüchtlingsheime anzuzünden ist okay, die Abbildung einer griechischen Statue ist es nicht.

    Und nein: Die USA sind sicher nicht groß und mächtig geworden, nur weil es dort eine nahezu unbeschränkte Meinungsfreiheit gab und gibt. Ganz so monokausal und unkomplex ist die Welt dann doch nicht. Auch wenn sich mancher das wünschen mag.

  4. Der arme Herr Huth braucht dringend Publicity und das Lob der „Guten“, um vom Absturz seiner BZ abzulenken, die mit ihrem permanenten 10-Prozent-Leser-Sinkflug zielsicher der Nulllinie zustrebt. Natürlich ist das, was da ein Hellersdorfer in Facebook über das tote Flüchtlingskind äußerte, unterirdisch und menschenverachtend. Was aber die BZ daraus macht, ist blanke Denunziation. Hier verwandeln sich „unabhängige“ Journalisten in eifernde Ersatz-Verfassungsschützer und Ersatz-Staatsanwälte. Auch ein Beispiel für degenerierten Journalismus.

  5. Das Experiment Demokratie, kann man schon als gescheitert ansehen. Wenn die Presse nach Zensur ruft, ist das wohl definitiv der Griff zur Klospülung.
    Ausgerechnet dann noch aus dem Hause Springer? Das passt natürlich. Wenn es gegen die Linken nicht geklappt hat, schließt man die Demokratie halt mit ihnen zu. Springer ist lernfähig. Die allgemeine Richtung bei Springer ist ja jetzt sowieso voll auf die Neubürger abgestellt. Die wissen warum. In ein paar Jahren wird man wieder Billigproduktionen im Land haben und dafür braucht man auch Billigarbeitskräfte. China wird halt zu teuer. Gute Arbeit vom Arbeitgeberverband und auch noch so gutmenschlich verpackt.

    1. @Rudi: oh das ist sehr schwarz gemalt. Inwiefern ist die Demokratie gefährdet, wenn Mordaufrufe auf fb gelöscht werden?

      Nur damit ich das richtig verstehe: Sie denken also, das Bejubeln von Toten im Mittelmeer, ist ein unverzichtbarer Teil der Demokratie?
      Das ist heuchlerisch und das wissen Sie: die, die dort hetzen haben mit Demokratie nicht viel am Hut. Und Sie stellen diese Leute jetzt als sowas wie Freiheitskämpfer für die Demokratie da. Das ich nicht lache….

  6. Nun rufen schon Journalisten freiwillig nach Zensur. Und dieses amerikanische Unternehmen kann nicht schnell genug erkennen was diese überempfindlichen Deutschen jetzt wieder meinen. Echt schon frech…

  7. Verstehe ich des Autors Vortrag richtig:

    „Die Zeitung sammelte seine eigene Erfahrung”, dann „gab Facebook dem Druck hin”, ist aber nicht das einzige, „dass sich fragwürdig verhält”, siehe Twitter, „die” nichts erkennen konnten”?

    Könnten wir demnach mit einem trefflichen Beleg konfrontiert sein für die These vom unaufhörlichen Wandel der Sprache, des Journalisten edelsten Werkzeugs?

  8. Es ist irritierend und abstoßend, die sich deutsche Untertanen die eigene Kujonierung wünschen und mal wieder dringend fordern, ihr ein und alles, der Bevormundungs- und Erziehungsstaat von „Mutti“ Merkel (früher FDJ-Funktionärin, daher die Expertise), möge doch durch Zensur und Bestrafung Andersdenkenden den Mund verbieten. Nicht weniger abstoßend der plumpe Versuch des ganz zurecht niedergehenden Krawall-Blatts BZ, auf solche Weise Aufmerksamkeit generieren zu wollen. Deutschland hat offenbar aus seiner Geschichte und den blutrünstigen totalitären Diktaturen noch immer nicht gelernt. Der Mega-Verbrecher der Neuzeit ist der Staat.

    Facebook ist amerikanisch. Amerika ist groß und mächtig geworden, weil es echte Meinungsfreiheit praktiziert. Man erträgt es ganz selbstverständlich, dass sich immer einmal wieder ein paar Depperte (z.B. von U.S. Nazi-Partei) mit aggressivem Unfug bemerkbar machen. Das ist unangenehm, aber weitaus besser besser als wenn der Staat freien Menschen vorschreiben könnte, was sie denken und sagen dürfen. Die beste Waffe gegen „Hate-Speech“ ist Free-Speech, ganz ohne Staat.

    In Deutschland heißt es „Immer feste druff“ – bis der vereinliche Idealzustand „Ein Volk, eine Kanzlerin, eine Meinung“ erreicht ist. Nicht vor ein paar Deppen, die sich bei Facebook erleichtern, muss man sich fürchten, sondern vor den vielen Gutmenschen, die andere ins Umerziehungslager schicken wollen.

    Übrigens: Die Durchsuchung (eine von rund 110 jeden Tag in Deutschland) dürfte rechtswidrig gewesen sein. Wie §§ 185 ff. StGB ist auch § 189 StGB („Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“) ein Antragsdelikt; ein Strafantrag von berechtiger Seite liegt nicht vor. Ob der Tatbestand der „Verunglimpfung“ erfüllt ist, muss bezweifelt werden. Die – sicher höchst geschmacklose – Bekundung von Freude über den Tod anderer ist nicht einschlägig; es liegt keine Formalbeleidigung und kein Unwerturteil über den Verstorbenen vor, der obendrein keinerlei Beziehung zu Deutschland hatte.

    Nachdem seinerzeit die Kanzlerin Merkel wie viele andere ausdrücklich Freude über den Tod des Herrn Bin Laden öffentlich verkündete und die Berliner Staatsanwaltschaft kein Verfahren eingeleitet und auch kein Mobile beschlagnahmt hat, hat die Behörde nun etwas zu erklären. Das Delikt findet sich in § 344 StGB („Verfolgung Unschuldiger“).

  9. Warum wird Facebook nicht wegen Verbreitung von Volksverhetzung angeklagt? Das ist in Deutschland ein Straftatbestand. Ist die Bundesregierung bzw. die Bundesstaatsanwaltschaft zu feige sich mit Facebook anzulegen? Schützt stattdessen lieber die Leute, die Gaskammern wieder einführen wollen?

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