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„Ja, es ist richtig und wichtig, es zu zeigen“: Peter-Matthias Gaede über die Medien-Debatte um das Bild des toten Jungen

Peter-Matthias Gaede
Peter-Matthias Gaede

Das Foto des toten Flüchtlingsjungen am Strand erschüttert die Welt und stellt Medienmacher vor die heikle Frage: zeigen oder nicht? Auf einen MEEDIA-Beitrag zu dieser Ethik-Debatte reagierte der langjährige Geo-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede, der auch der diesjährigen Jury des World Press Photo Awards angehörte und im Vorstand von Unicef Deutschland tätig ist, mit einem lesenswerten Kommentar, den wir hier noch einmal als Gastbeitrag veröffentlichen.

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ein Gastbeitrag von Peter Matthias Gaede

War es richtig, dass Lee Miller 1945 die Leichenberge der Tötungslager Dachau und Buchenwald fotografierte und zeigte? Ja, es war richtig. Es war wichtig. Es konfrontierte die Deutschen mit ihrer grauenvollen Schuld. War es gut, dass Nick Ut das von Napalm verletzte, nackte, weinende Mädchen in Vietnam zeigte? Ja, es war richtig. Es war wichtig. Es zeigte der Welt, dass die USA in Vietnam keinen gerechten Krieg führten. Ist es zu vertreten, das Bild eines dreijährigen, tot an die türkische Küste gespülten kurdischen Flüchtlingsjungen zu zeigen? Ja, es ist richtig, Es ist wichtig. Es ist nicht weniger als das Symbolbild der größten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg!

Der Schmerz beim Anblick dieses Bildes ist zu verstehen. Es ist ein ungeheuer trauriges Bild. Es wird vor allem Eltern das Herz zerreißen. Es aber nicht zu zeigen, verstünde ich nicht. Es ist nicht spekulativ, es ist nicht gemein, es ist nicht ordinär, es bedient nicht die schnellen Reflexe des Voyeurismus. Es ist ein stilles Bild, es ist ein andächtiges Bild, es diffamiert nicht das Opfer, sondern die Flüchtlingspolitik der EU.

Und es nicht zu zeigen käme mir vor, als wolle man mit einem Bild auch die Realität dahinter verdrängen. Ja, dieses Bild stört und verstört. Es konfrontiert uns mit etwas, das wir lieber nicht sehen würden. Nicht bei Dumpfbacken und Rechtsradikalen wird es die Rezeption dieser Welt verändern, bei allen anderen aber wird es für Emotionen sorgen. Hoffentlich. Für Empathie. Für die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden. Mehr als bei der Lektüre von Zahlenkolonnen, und seien die auch noch so groß.

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Ich verstehe die Enthaltsamkeit mancher deutscher Medienmacher auch aus einem anderen Grunde nicht. Es ist ja gut, dass wir sensibel sind, sensibler als die britische Krawallpresse zum Beispiel, wenn es um die Opfer des Absturzes eines Flugzeugs geht, um die Opfer von Unglück und Verbrechen. Hier aber geht es um das stille, totenstille, fast andächtige Foto eines kleinen Körpers, Symbol eines weltbedeutenden Dramas, jenseits jeden Exzesses.

Wer dies nicht sehen kann und will, muss auch eine Menge anderes ausblenden. Hätten wir die Opfer von Bhopal und Agent Orange nicht zeigen sollen; das blutende Mädchen, von Assads Bomben getroffen, in einem Behelfshospital in Aleppo? Nicht die toten Kinder am Strand des Gaza-Streifens nach einem israelischen Angriff? Nicht das hungernde Kind nach der Dürre in Guatemala? Nicht die Müllkinder von Manila? Nicht die zwangsverheirateten Mädchen in Nepal und Äthiopien? Nicht die Kleinen in den Koltanminen des Kongo und auf den rauchenden Halden unseres Elektromülls in Ghana? Nicht die verstümmelten Kinder nach Bombenangriffen der USA im Irak? Nicht die Jesiden-Mädchen mit dem Stück Brot in der Hand auf der Flucht vor dem IS? Nicht die dehydrierten Kinder bei den Gewaltmärschen in die Diaspora? Nicht das Weinen des Mädchens, das mitansehen musste, wie sein Vater in Syrien erschossen wurde? Nicht die Stacheldrähte, unter denen sie hindurchkriechen müssen, nicht die Erschöpfung auf dem Bahnhof von Budapest, nicht dieses ganze Verlorensein auf dem Weg ins Ungewisse?

Dieses Akademisch-Aseptische mancher cleanen Medienmacher im wohltemperierten Raum, was sich als Respekt vor den Toten ausgibt, um im Wegsehen zu münden, verstehe ich nicht. Meinen ganzen Respekt hat dieser kleine tote kurdische Junge jedenfalls. Ich finde ihn in seiner Würde nicht gekränkt, wenn ich ihn sehe. Im Gegenteil. Er wird zu meinem Bild von der Welt gehören, zu meinem Weltbild, ich werde ihn ehren. Nein, könnten Bilder den Krieg und das Leid verhindern, gäbe es weder Krieg noch Leid. Bilder sind nicht allzu mächtig. Aber etwas können sie vielleicht doch: Manchmal können sie Schutzmauern um das Beschützenswerte bilden, manchmal können sie sensibilisieren. Manchmal können sie uns aufwecken. Manchmal können sie uns am Vergessen hindern. Können uns nachdenklich machen. Und im besten Falle: aktiv.

Der Text erschien zunächst als Kommentar zu diesem MEEDIA-Beitrag: „Ethik-Debatte: Warum es richtig ist, das Foto des toten Flüchtlingsjungen am Strand zu zeigen

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Alle Kommentare

  1. Frage an die Moderation des Forums:

    Warum bringen Sie meinen Beitrag nicht ?

    Merkel hat anlásslich Charlie Hebdo vom hohen Gut der Meinungsfreiheit gesprochen und in meinem Beitrag geht es auch um die Wahrheit, die den jeweilig veréffentlichten Bildern zugeordnet werden muss, das bedingt sorgfältige Recherche desjenigen Journalisten, der damit an die Öffentlichkeit geht oder liege ich falsch ?

    Ich erwarte Ihren Kommentar an meine Email-Adresse

  2. Publishing Das Foto des toten Flüchtlingsjungen am Strand erschüttert die Welt und stellt Medienmacher vor die heikle Frage: zeigen oder nicht?

    Ja, der Missbrauch der Medienmacher mit solchen Bildern, die um die Welt gehen, ist ohne Ende, lieber Herr Gaede !!

    Erinnern wir uns mal an die Brutkastenlüge mit der kuwaitischen Diplomatentochter, um alle auf den Irakkrieg einzustimmen oder nehmen wir

    Bibi Aisha – die Propaganda-Lüge von dem angeblichen Talibanverbrechen

    Von SEBASTIAN RANGE, 14. Oktober 2010 –
    „Das Foto ihres verstümmelten Gesichts ging um die Welt: Bibi Aisha, das afghanische Mädchen ohne Nase und Ohren – verstümmelt von den Taliban.“ So hiess in der Welt – und ähnlich in anderen Zeitungen. (1) Anlass der Berichterstattung ist eine erfolgreiche Nasenoperation, der Aisha in den USA unterzogen wurde.

    Grund für ihre Verstümmelung war, dass Aisha ihrem Ehemann, mit dem sie als Zwölfjährige zwangsverheiratet wurde und der sie misshandelte, davon lief.

    oder das Bild der syrischen Ehefrau mit Kind im Bahngleis:

    Die Lügenmedien zeigen NICHT seinen Gewaltakt gegen seine Frau und sein Kind. Sie zeigen nur wie er gemütlich auf ihnen auf dem Eisenbahngleis liegt und wie ihm die Polizei behilflich ist aufzustehen.
    https://www.youtube.com/watch?v=5zahZNDdpZ4

    und zum obigen Thema:

    Propaganda Schwindel: Syrischer Junge ertrunken, weil der Vater neue Zähne wollte
    Keine Flüchtlinge: Familie lebte seit drei Jahren in der Türkei, er hatte festen Arbeitsplatz.
    Hat gehört, dass Asylanten in Deutschland Behandlungen bekommen, die zum Teil über Hunderttausend Euro kosten, daraus resultierte die Idee, als Asylant bekäme er kostenlos ein Gebiss – seine Tante auf Youtube:
    https://www.youtube.com/watch?v=Ojcn13DTXpQ
    https://www.youtube.com/watch?t=24&v=QZUuoaq1MLM
    http://origin.pi-news.net/2015/09/vater-des-toten-fluechtlings-kindes-lebte-in-tuerkei-und-wollte-fuer-neue-zaehne-nach-europa/

    Diese gefakten Fotos haben doch alle nur das Ziel, die Allgemeinheit zweckgerichtet zu stimulieren.

    Gruss Petar

  3. Es wird in den Medien immer so „Heuchlerisch“ getan, als wären sie die Guten, da wird von so „Oben“ auf die Leute nach „Unten“ geschaut und am nächsten Tag sofort nach der Quote gesehen…!!!
    Einige User schreiben ganze „Romane“ um ebenfalls als besondere Menschen dazustehen…!!!
    Wenn es solche Taten gegeben, bzw. gibt, gehören die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um hier nicht wieder den Eindruck zu erwecken…, ja wenn ich, ja wenn ich…!!!
    Es ist ja keiner verpflichtet diese sich anzusehen bzw. zu lesen, keiner…!!!

    Und Deutschland sollte sich „Keiner“ aufregen, dass so viele Flüchtlinge kommen, egal woher, egal woher, nur sollten sich diese „Aufgeregten“ mal 76 Jahre zurück erinnern, bzw. in der Geschichte von DE blättern, wo ganz Europa nur noch aus Flüchtlingen bestand, nur wer hat das anzettelt mit den ganzen Überübermillionen von Menschen…, und mit diesem Leid von einem zerbombten Land ins andere zerbombte Land zu flüchten…!!!

    Wenn die Politik & Wirtschaft nicht ganz schläft…, dürften diese paar Zuwanderer kein Problem im super reichen Deutschland sein, im Vergleich zu den restlichen Nationen auf der Welt, DE sieht sich doch immer so gern an der Spitze in der Welt…, einfach anpacken ihr lieben Manager in den verschiedenen Welten von Staat- Politik- Wirtschaft- Medien- Ämtern und nicht nur sich auf den Hochglanzseiten zu präsentieren…!!!

  4. Eine legitime Meinung bei einem Foto, das durchaus einen journalistischen Grenzfall markiert. Wichtig ist bei dem schockierenden Bild – das auch mir einen Stich ins Herz versetzt – sich nichtsdestotrotz der potenziell manipulativen Wirkung bewusst zu sein. 1963 soll das Foto des“brennenden Mönchs“ Thích Quảng Đức den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy dazu bewogen haben militärisch in Vietnam einzugreifen: eine Entscheidung mit weit reichenden Folgen, wie wir heute wissen. Kennedy damals: „Kein Pressefoto hat weltweit mehr Gefühle ausgelöst als dieses hier.“

    Das traurige Bild des toten Jungen am Strand war gestern groß auf den Titelseiten der meisten britischen Zeitungen abgeduckt. Noch am selben Tag deutete Premierminister Cameron ein Umdenken seiner Regierung in der Flüchtlingspolitik an. Auch hier zeigt sich: Das Foto hat Wirkung.

    In diesem Zusammenhang möchte ich Fragen aufwerfen:
    1. Was ein Foto auslöst, hat viel mit den Prägungen des jeweiligen Betrachters zu tun, aber auch mit den Hintergrundinformationen und Meinungen, die zusammen damit präsentiert werden. Ist die Interpretation eines Fotos immer so eindeutig, wie es der Kommentator dem Leser suggerieren will?
    Sie schreiben: „Es ist ein stilles Bild, es ist ein andächtiges Bild, es diffamiert nicht das Opfer, sondern die Flüchtlingspolitik der EU.“

    Ganz ehrlich: Hier schwillt mir der Kamm. Weder unsere Bundeskanzlerin Merkel, noch Mr. Cameron, noch der umstrittene ungarische Ministerpräsident Orbán haben den Schlepper ausgesucht, der erst die Familie des Jungen für viel zu viel Geld in ein völlig fluchtuntaugliches Schlauchboot gesetzt hat – aber bei aufkommenden Sturm einfach davonschwamm und die Flüchtlinge ihrem Schicksal überließ. Er ist der Mörder. Und nicht Politiker der EU-Staaten – auch wenn sie zugegebenermaßen in der aktuellen Krise nicht gerade heldenhaft agieren.

    Andere würden eher den syrischen Diktator Assad moralisch für den Tod des Jungen verantwortlich machen. Oder die IS-Terrorkämpfer, die Kobane – die Heimatstadt des verstorbenen Jungen – in Schutt und Asche legten. Oder den türkischen Präsident Erdoğan, der gerade kurdischen Syrien-Flüchtlingen verstärkt spüren lässt, dass sie ihm zurzeit in seinem Land nicht willkommen sind. Oder die reichen Ölstaaten in der Nähe, die – ungeachtet ihrer häufigen Beteuerungen der arabischen Solidarität – bisher null, ich wiederhole: null Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen haben.
    Warum wird erwartet, dass der europäische Betrachter „Betroffenheit“ mit „Mitschuld“ verwechselt?

    Sicher: Der Journalist muss seine eigenen Auffassungen nicht verleugnen. Aber er soll dem Leser bzw. dem Betrachter bei aller Information, die er bietet, die Freiheit lassen sich seine eigene Meinung zu bilden.

    2. Wer sich tapfer dem Schockfoto vom Strand in der West-Türkei stellte, möge sich bitte auf Twitter das folgende anschauen: https://twitter.com/Juliet777777/status/639652027857932288.

    Hier sind gleich mehrere, teils blutüberströmte tote Kinder zu sehen: mutmaßlich Angehörige christlicher Minderheiten im Nahen Osten – in einem von IS bestzten Gebiet in Syrien?

    Die Angaben im Tweet vermag ich weder zu verifizieren noch zu widerlegen. Aber wird hier nicht überdeutlich, dass in Zeiten großer Konkurrenz an Information die Auswahl und Art der Präsentation von Schockfotos die Agenda bestimmen? Zugespitzt gefragt: Warum werden beispielsweise die Untaten gegen christliche Minderheiten im Nahen Osten kaum abgebildet – die uns doch kulturell besonders nahe stehen müssten?

    1. >Ganz ehrlich: Hier schwillt mir der Kamm. Weder unsere Bundeskanzlerin Merkel, noch Mr. Cameron, noch der umstrittene ungarische Ministerpräsident Orbán haben den Schlepper ausgesucht, der erst die Familie des Jungen für viel zu viel Geld in ein völlig fluchtuntaugliches Schlauchboot gesetzt hat…

      Nichtmal das ist klar:

      ‚Die Geschehnisse auf dem Schlauchboot schilderte Abdullah Kurdi dem Nachrichtensender Dogan zufolge so: „Wir hatten vorher den Organisatoren Geld gegeben, damit sie uns nach Kos bringen. Beim ersten Mal wurden wir von der Küstenwache geschnappt und dann wieder freigelassen. Beim zweiten Mal haben die Organisatoren ihr Versprechen gebrochen und sind nicht mit dem Boot gekommen. Beim dritten Mal haben wir mit unseren eigenen Möglichkeiten ein Schlauchboot beschafft und zu rudern angefangen… ‚

      http://www.welt.de/politik/ausland/article146022420/Sein-Vater-will-nicht-mehr-nach-Kanada-er-will-nach-Kobani.html

      ‚Es sei überprüfbar, dass sie den Bericht des Mannes korrekt übersetzt hätten, hieß es auf Nachfrage der „Welt“ bei Dogan. Übereinstimmend berichten alle Quellen, dass Abdullah Kurdi sich am Donnerstagabend auf den Weg in Richtung Kobani gemacht habe.‘

      Bei aller Tragik des Falles zeigt diese Rückreise eben auch, Fluchtgründe lagen nicht mehr vor.

      1. Danke für die Rückmeldung. Ich möchte indes nicht zu sehr ins Private der Flüchtlingsfamilie gehen. Die Details – ob die Entscheidung ein Boot zu besteigen gerechtfertigt war oder ob Hintergedanken eine Rolle spielten: All das tritt zurück hinter dem traurigen Verlust von gleich mehreren Menschenleben.

        Aber mir ist es wichtig zu verstehen, was für eine große Verantwortung Journalisten bei der Verbreitung und Präsentation eines solchen, tief wirkenden Schockfotos haben. Und dass ihre suggestive Wirkung nicht dazu missbraucht werden sollte, die öffentliche Meinung in die eine oder andere Richtung steuern zu wollen.

        Ich sah die Bilder von der angespülten Kinderleiche zuerst bei „Euronews-NoComment.tv“. Wenn der eine Betrachter beim bloßen Anblick des unkommentierten Bildes Schuldgefühle wegen der europäischen oder deutschen Flüchtlingspolitik bekommt, ist das seine eigene Entscheidung. Ich persönlich verspüre – neben Mitgefühl für die direkt Betroffenen – vor allem Zorn auf diejenigen, die Syrien zum Schlachtfeld und Stellvertreterkrieg grausamer Ideologien verwandelten, sowie auf skrupellose Schlepper, die das Leid von Flüchtlingen ausnutzen, um auf deren Kosten (und der der Aufnahmeländer) Kasse zu machen.

        Bereits die Bildunterschrift („Ertrunken von EUropas Küsten“ vs. „Der Schlepper verließ das Boot“) beeinflusst einen Leser/Betrachter ungemein. Die Aufgabe von Journalisten ist es, komplexe Sachverhalte auf möglichst einfach zu verstehende Weise darzustellen – aber nicht: diese zu vereinfachen. Die aktuelle Flüchtlingskrise hat sehr vielfältige Ursachen. Viele Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, haben weit reichende Folgen, bei denen wir oft erst in einigen Jahren mit Gewissheit sagen können, ob sie richtig waren.

        Wenn noch vor wenigen Monaten die Bundesregierung die Aufnahme von syrischen Kontingentflüchtlingen verweigerte und die bayrische Staatsregierung Ende 2014 ankommende Flüchtlinge nicht viel besser behandelte als Ungarn heute: Dann muss man angesichts der derzeitigen Politk des Roten Teppichs einfach misstrauisch werden. Vor allem, weil dies trügerische Hoffnungen weckt: sowohl bei mehreren hunderttausend syrischen Flüchtlingen in türkischen, libanesischen oder jordanischen Massenlagern, die sich womöglich bald auf den Weg machen werden, als auch bei Schleppern.

        Sicher: Dies sind nur wenige Aspekte und einiges kann man anders gewichten und bewerten. Aber es sich einfach machen und bei seiner Berichterstattung bzw. der Auswahl an präsentierter Information nur einem Mainstream zu folgen: Das darf ein gewissenhafter Journalist nicht!

        Der Umgang mit dem traurigen Bild des toten Kindes in dem roten T-Shirt ist auch ein Appell an den journalistischen Berufsethos.

  5. Ich möchte gerne – soweit wie möglich – selbst entscheiden können, welche unauslöschlichen Bilder ich in meinem Unterbewusstsein abspeichere. Das gilt für Kinderleichen ebenso wie für Gräueltaten von Terroristen.

    Wenn zu erwarten ist, dass mir bereits auf der Startseite solche Bilder direkt ins Auge springen, OHNE dass ich eine Entscheidungsmöglichkeit habe, verzichte ich lieber ggf. auch auf das komplette Nachrichtenmedium, um mich dem nicht aussetzen zu müssen.

    Es ist mir mit besagtem Bild nicht nur HIER (mehrfach) passiert, sondern leider auch in Nachrichtensendungen im TV, dass ohne Ankündigung Exekutionen gezeigt wurden. Das brauche ich wirklich nicht!

    Meiner Meinung nach geht´s hier um Auflage / Quote und sonst nichts. Alles andere erscheint mir als reine Feigenblatt-Argumentation.

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