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Toter Flüchtlingsjunge von Bodrum: Erneute Beschwerden beim Presserat

Über das Pixeln des Kinder-Fotos ist eine Debatte entbrannt.
Über das Pixeln des Kinder-Fotos ist eine Debatte entbrannt.

Der richtige Umgang der Medien mit den Flüchtlingen spaltet und erregt die Leser und Nutzer wie kaum ein Thema zuvor. Wie kontrovers über viele Berichte debattiert wird, bekommt auch der Presserat immer stärker zu spüren. Nachdem es am Wochenende bereits zu vielen Beschwerden wegen eines Flüchtlingslasters gab, gibt es seit heute Morgen nun über ein Duzend Beschwerden wegen der Darstellungen des toten Flüchtlingsjungen vom Strand von Bodrum.

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Auf MEEDIA-Anfrage bestätigte der Presserat, dass bislang 13 Beschwerden eingegangen seien. Gegen welche Medien und wegen welche Bilder aus der Serie ist nicht bekannt. Vor allem zwei Motive sind zur Zeit in den Nachrichten und auf vielen Web-Portalen zu sehen: Einmal, wie der tote junge mit rotem T-Shirt und kurzer blauer Hose mit weggedrehtem Kopf am Strand liegt. Dann noch, wie ein türkischer Sicherheitsbeamter ihn wegträgt. Über den richtigen Umgang mit dem Foto herrscht noch immer eine Debatte, die sich quer durch alle Redaktionen zieht.

Es ist bereits der zweite Aufreger innerhalb weniger Tage. Am Freitag erst hatte die Kronen Zeitung in Wien ein unverpixeltes Bild von den zusammengedrängten Leichen des an der Autobahn abgestellten Schlepper-Fahrzeugs veröffentlicht. Einen Tag später zogen die Bild-Zeitung und die B.Z. nach. Auch Spiegel TV hatte das Material gezeigt. Die Folge waren bereits Anfang der Woche eine Vielzahl von Beschwerden beim Presserat.

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Alle Kommentare

  1. „keine Bilder von Opfern, keine Bilder von Tätern, keine Namen, keine Nationalitäten, keine Herkunft, keinen Akzent, keine Hautfarbe“ … keine Hautfarbe, irgendwie ist das „Kind“ zu hellhäutig … und keine bewegten Bilder des Körpers, was den Verdacht in Richtung Crashtest-Dummy Puppe lenken könnte da die Beweglichkeit der Gelenke verschleiert wird

  2. Das Foto des toten Jungen am Strand ist ein Zeitdokument, es musste, rpt musste gezeigt werden. Die ewigen news-Weichspüler sollten bedenken, dass ihre Strategie den skrupellosen Menschenhändlern und Verbrechern der IS geradezu in die Hände spielt nach deren Motto: je grausamer wir sind, desto weniger wird öffentlich.

  3. keine Bilder von Opfern, keine Bilder von Tätern, keine Namen, keine Nationalitäten, keine Herkunft, keinen Akzent, keine Hautfarbe. Motto in den Redaktionen: Wir wissen es zwar, aber wir sagen es den Lesern und Zuschauern nicht, denn wir wissen besser, was unser Kunde haben darf. Dabei weiß sowieso jeder aus dem Umfeld der Betroffenen bescheid. Wer wird eigentlich Journalist, um Informationen zurückzuhalten? Ich möchte mit Ausnahme der bildlichen Darstellung von Gewaltexzessen und Verstümmelungen umfassend informiert werden.

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