Das traurigste Foto der Welt: #Kiyiya wird zum Symbolbild der Flüchtlingskrise

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Es ist ein medialer Wendepunkt. Jede Krise, jedes große Weltpolitische Ereignis hat sein Symbolfoto. Das war beim 11. September oder auch beim Vietnamkrieg so. Damals brachte das Napalm-Mädchen eine Wende in der Berichterstattung. Jetzt hat auch die Flüchtlingskrise ihr Symbolbild. Es ist ein toter Junge, der an den türkischen Strand angespült wurde. Bei Twitter verbreitet sich das Bild unter #KiyiyaVuranInsanlik ("Die fortgespülte Menschlichkeit") oder auch nur #Kiyiya wie ein Lauffeuer. Die Bild räumte für das Foto die gesamte letzte Seite.

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Wie Zeit Online berichtet war #KiyiyaVuranInsanlik am Mittwoch sogar der weltweit am häufigsten verwendete Hashtag auf Twitter.

Heute die letzte Seite in BILD.

Posted by Kai Diekmann on Mittwoch, 2. September 2015

Auf dem Foto ist ein Junge zu sehen, der leblos am Strand liegt. Er trägt ein rotes T-Shirt und eine kurze blaue Hose. Er saß vermutlich in einem von zwei Flüchtlingsbooten, die am Mittwochmorgen auf dem Weg von der türkischen Küste zu einer griechischen Ägäis-Insel sanken. Insgesamt sollen dabei zwölf Menschen, darunter fünf Kinder ums Leben gekommen sein.

Auch die Weltpresse scheint sich einig: „Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen“, kommentierte beispielsweise die italienische Zeitung La Repubblica. In Spanien titelte ein Online-Portal dazu „Der Untergang Europas“ und der Independent fragte gar „Was, wenn nicht dieses Bild eines an den Strand gespülten syrischen Kindes, wird die europäische Haltung gegenüber Flüchtlingen ändern?“.

Die Bild macht mit dem Foto nicht auf. Beherrscht wird die Titelseite von den „55 reichsten Deutschen“. Stattdessen räumten die Berliner die gesamte letzte Seite frei. Statt bunter Star- und Sternchenberichte ist nun nur der tote Junge am Strand zu sehen. In dem Text dazu heißt es: „Bilder wie dieses sind schändlich alltäglich geworden. Wir ertragen sie nicht mehr, aber wir wollen, wir müssen sie zeigen, denn sie dokumentieren das historische Versagen unserer Zivilisation in dieser Flüchtlingskrise.“

Auch auf den anderen deutschen Tageszeitungen fehlt von dem Bild noch jede Spur. Wahrscheinlich kam es zu spät. Die meisten werden wohl morgen nachziehen.

napalm-mädchen

Das Bild des Jungen könnte tatsächlich etwas bewegen. Es erinnert in seiner brutal emotionalen Symbol-Kraft an das berühmte Foto des jungen Mädchens, dass während des Vietnamkrieges vor einer Napalm-Wolke floh (siehe Foto). Die Kraft eines solchen ikonischen Bildes kann man nicht hoch genug einschätzen.

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Alle Kommentare

  1. man ist ja in diesen tagen gewohnt, viel blödsinn in den online foren zu lesen, die sich mit diesem thema beschäftigen, aber der kommentar von herrn winkler ist an – bitte entschuldigen sie die wortwahl – dummheit kaum zu überbieten. die sozialindustrie hat die flüchtlingswelle inszeniert? in gemeinsamer sache mit den schleppern? habe ich das wirklich richtig verstanden? bitte sagen sie mir, dass sie eigentlich etwas ganz anderes gemeint haben. meine güte….

    das gleiche gilt im übrigen auch für den sinnfreien kommentar von sven winkler. die asyllobby – was immer das sein soll – ist hier der nutzniesser der flüchtlingswelle. wirres geschwafel in vollendung.

    es war im übrigen auch schon vor dem vietnamkrieg – und natürlich auch danach – so, dass interessierte kreise oder regierungen falsche und unwahre argumente für ihre handlungen vorgetragen haben. wir wissen dies im übrigen hauptsächlich deshalb weil die lügenpresse sich mit diesen argumenten zufrieden gegeben hat. aber das nur am rande. und ja, wir müssen aufpassen das dies so bleiben kann und die pressekonzerne nicht zu meinungsmaschinen umfunktioniert werden.

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