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Raabschied auf Raten: Warum die Zeit von Stefan Raab wirklich (fast) vorbei ist

Stefan Raab und die junge Garde erfolgreicher TV-Moderatoren
Stefan Raab und die junge Garde erfolgreicher TV-Moderatoren

Die erste Woche des langen Raabschieds auf Raten ist vorbei: Vier Sendungen "TV-Total" und mit dem "Bundesvision Song Contest" eine große Samstagabend-Event-Show weniger auf Raabs Weg ins Dasein als TV-Rentner. Also exakt der Querschnitt von dem, was uns noch erwartet. So lässt sich jetzt schon abschätzen, dass sich mit der selbstgewählten Demission des Moderators der qualitative Verlust in Grenzen halten wird. Auch, weil Raab in Tagen, in denen viele junge TV-Kollegen wieder politisch Farbe bekennen, aus der Zeit gefallen zu sein scheint.

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Denn, wenn Raab in seinen besten Momenten eines transportieren kann, dann ist es vor allem gute Laune. Er ist ein TV-Kind der Neunzigerjahre. Der Generation Spaß, der es vor allem um die Party geht. Damit setzte sie sich von allen vorherigen Jugend-Generationen ab, die sich sehr über politischen Widerstand gegen ihre Eltern und das System definierten.

Im vergangenen Bundestagswahlkampf versuchte sich Raab als politischer Moderator. Doch was ist geblieben? Mit dem „King of Kotelett“ ein lustiger Schenkelklopfer. Wahrlich das Highlight des TV-Duells. Doch als Beleg einer neuen Ernsthaftigkeit reicht das nicht.

Raab kann Spaß machen, wenn man ihn von der Kette lässt. In den guten Momenten reicht das. Zu beobachten gab es dies am Wochenende beim „Bundesvision Song Contest“. Die Zwischeneinspieler, in denen die jeweiligen Teilnehmer vorgestellt wurden, waren – wie bereits im Vorjahr – ein furioser Mix aus Charme, Witz und musikalischer Anarchie. Vor allem zwei bekamen davon gute Laune: Raab und das Publikum.

Das dankte es dem Entertainer mit der besten Quote seit 2010. Am Ende der Show blieb aber dann doch das Gefühl, nicht viel gesehen und erlebt zu haben. Sie war zu lang und wohl auch zu lahm.

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Tatsächlich gab es auch einige politische Statements der Künstler zur Flüchtlingsdebatte. Ob via T-Shirt, in ihren Texten und in symbolischen Auftritten, wie den Bläsern beim Gloria-Song, die in Rostock-Lichtenhagen-Kluft (Deutschland-Trikot und bepinkelte Trainingshose) auf der Bühne standen. Natürlich sagte Raab nichts dazu. Muss er auch nicht. Trotzdem fällt sein Schweigen auf.

Gerade oder weil sich in der Woche zuvor seine jungen Kollegen so laut zu Wort gemeldet hatten. Im „Neo Magazin Royal“ bezog Jan Böhmermann sehr klar Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit und das Verhalten einiger Politiker. Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf gelang mit ihrem #Mundaufmachen-Video gerade erst ein riesiger Viral-Erfolg, der schon jetzt einen festen Platz in allen Jahresrückblicken haben wird.

Der gelernte Metzger Raab dagegen schweigt. In seiner Samstagabend-Show und auch bei „TV Total“. Natürlich sagt er auch nichts zu seinem Ausstieg. Nicht ein Wort dazu verlor er in seiner Comeback-Sendung nach der Sommerpause.

Die vergangene Woche zeigt noch einmal ganz deutlich, dass sich die Fernsehwelt im Sommer 2015 verändert hat. Sie ist wieder politischer geworden und Raab wirkt immer mehr wie Fossil. Das heißt nicht, dass wir ihn nicht vermissen werden. Denn die Einspieler beim Song Contest zeigen auch: Gebt dem Kölner ein Musikinstrument (egal welches, er kann eh alle) und schaltet eine Kamera an. Es gibt garantiert tolle Unterhaltung. Das trägt aber nicht mehr 150 Sendungen pro Jahr.

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Alle Kommentare

  1. Selten so einen beschissenen Artikel gelesen. Da wurde wohl jemand mal nicht in die Show eingeladen oder hat kein Interview bekommen und muss jetzt Frust ablassen.

  2. Warum sollte Stefan Raab genau das selbe machen wie alle anderen? Er ist Moderator und kein Politiker. Er macht nun mal Entertainment… und keine „oh, alle anderen äussern sich zu solchen Debatten, also mach ich das jetzt auch noch schnell“-Show!
    Wenn ich ins Kino gehe, will ich keine Audiospur der Schauspieler hören, in der sie ihre Meinung zu den Debatten geben. Das können die bei Sendungen machen, die genau dafür konzipiert sind.
    Und noch eins: alle anderen sind alle anderen – Stefan Raab ist Stefan Raab und EBEN NICHT wie alle anderen!

    1. Endlich mal einer der weiß was los is
      Raab is Raab und Raab is ein Genie und kein Mainstream nachlaufender Pisser wie diese ganzen anderen Jungmoderatoren die ihre „Gags“ nur aus den aktuellen „Trends“ bei Facebook ziehen und nichts eigenes machen, deswegen wird in absehbarer Zeit niemand in die Fußstapfen eines Genies wie Raab treten können period

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