Bertelsmann Bilanz zum Halbjahr: Rekordgewinn dank TV-Geschäft und Buchverlagen

firstspirit-14346369623602015-06-18-bertelsmann-party-539.jpg
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe

Es läuft rund in Gütersloh. Zur Halbjahresbilanz legte Bertelsmann einen auf 8 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz vor (höchster Stand seit 2007) und mit 1,1 Mrd. Euro (operating EBITDA) sogar einen Rekordgewinn. Maßgeblich beteiligt an den guten Zahlen sind das nach wie vor brummende TV-Geschäft der RTL Group und der weltgrößte Buchverlag Penguin Random House. Für Gruner + Jahr gibt es freundliche Worte.

Anzeige

Auch das Konzernergebnis unterm Strich wurde mit 398 Mio. Euro um mehr als 50% verbessert.  Der Umsatz ist um 2,5% auf 8 Mrd. Euro gewachsen. Auch die Expansion des Musikverlaggeschäfts Bertelsmann Musik Group (BMG) und das im Aufbau befindliche Bildungsgeschäft hätten zum positiven Ergebnis beigetragen, teilte Bertelsmann mit. Die Hauptsäulen des Konzern bilden aber die beiden überaus klassischen Medienzweige TV und Buch. Bei der RTL Group (getrieben vor allem vom überragenden Geschäft von RTL Deutschland) kletterte der Umsatz im ersten Halbjahr von 2,687 auf 2,788 Mrd. Euro und der operative Gewinn (operating EBITDA) von 612 auf 626 Mio. Euro. Bei Penguin Random House stieg der Umsatz im Berichtszeitraum von 1,461 auf 1,697 Mrd. Euro und der operative Gewinn (operating EBITDA) von 159 auf 207 Mio. Euro. Das Buchgeschäft ist sehr Bestseller-abhängig und hier hat Penguin Random Haus mit Paula Hawkins‘ Debütroman „The Girl on The Train“ (weltweit über 4,5 Mio. mal verkauft) und dem neuen SM-Schmachtfetzen „Grey“ von E.L. James (innerhalb von zwei Wochen über 3,5 Mio. Exemplare in den USA und Großbritannien verkauft) zwei heiße Eisen im Feuer.

Weniger rosig schaut die Halbjahres-Bilanz der Zeitschriftensparte Gruner + Jahr aus. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 17,2% auf 752 Mio. Euro, der operative Gewinn (operating EBITDA) sank um 28,6 auf 55 Mio. Euro. Gründe sind u.a. der Verkauf des US-Druckgeschäfts Brown Printing und die anhaltende Malaise am Anzeigenmarkt. Bertelsmann legte bei G+J den Fokus auf den andauernden Transformationsprozess und lobte „innovative“ Magazin-Neugründungen wie das Naturburschen-Heft Walden, stern Crime oder das Lizenzheft National Geographic Traveler. Auch die 50 Mio. Euro, die für Investitionen (allerdings inklusive Medialeistungen) in Startups zur Verfügung stehen, wurden lobend erwähnt. Bei Bertelsmann will man seit der Komplettübernahme jeden Eindruck vermeiden, das Zeitschriftengeschäft könnte im Konzern zur Disposition stehen. Nicht zuletzt betonte Vorstandschef Thomas Rabe vergangene Woche beim Empfang anlässlich des 50. G+J-Jubiläums im Hamburger Rathaus auch, dass Gruner zu Bertelsmann gehört. Man kann davon ausgehen, dass er das ernst meint.

Die Dienstleistungssparte Arvato steigerte den Umsatz von 2,230 auf 2,313 Mrd. Euro und den operativen Gewinn von 162 auf 171 Mio. Euro. Vor allem in den Finanzdienstleistungen zeigt sich Arvato rührig. So stieg die Bertelsmann-Tochter im Berichtszeitraum mit 40% beim brasilianischen Finanzdienstleister Intervalor ein. Bei der Druckereisparte Be Printers sank der Umsatz von 482 auf 362 Mio. Euro und der operative Gewinn von 25 auf 12 Mio. Euro. Die Sparte Corporate Investments, wo das Musikgeschäft der BMG und der Hoffnungsträger Bildungs-Business gebündelt sind, steigerte den Umsatz von 254 auf 298 Mio. Euro und den operativen Gewinn von 19 auf 25 Mio. Euro. Die Größenverhältnisse im Vergleich zu TV und Buch zeigen, dass die Zukunftsgeschäfte zwar wachsen aber noch immer ein zartes Pflänzchen sind. 

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige