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#lidlboykott wegen angeblicher Nazi-Mitarbeiterin: Discounter im Shitstorm

Lidl steht im Shitstorm wegen einer Mitarbeitern, die es vielleicht gar nicht gibt.
Lidl steht im Shitstorm wegen einer Mitarbeitern, die es vielleicht gar nicht gibt.

Seit Donnerstagnachmittag steht der Lebensmitteldiscounter in einem heftigen Shitstorm. Unter dem Hashtag #lidlboykott rufen Twitter-Nutzer auf, den Supermarkt zu meiden. Grund sind rassistische Äußerungen einer angeblichen Lidl-Mitarbeitern bei Twitter und Facebook. Unklar ist, ob es sich vielleicht um einen Fake handelt.

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Die Nutzerin, die sich in den Sozialen Netzwerken Melanie Illmann nennt, fällt seit Tagen mit fremdenfeindlichen Postings auf und gibt anderen Nutzern Hinweise, wie sie sich rechtsradikal aber juristisch nicht angreifbar äußern. BuzzFeed Deutschland hat sich den Fall genauer angesehen und auch versucht, die Nutzerin zu recherchieren.

Bei Facebook gibt sie an, bei einem Lebensmitteldiscounter zu arbeiten und fragt in einem Beitrag danach, was die Supermarktkette Lidl dafür tue, ihre Mitarbeiter vor „Krimigranten“ zu „schützen“. Darüber hinaus gibt sie Tipps, wo es Hitlers „Mein Kampf“ zu kaufen gibt, verhöhnt Flüchtlingskinder und bezeichnet den Staat als Feind.

Es ist unklar, ob Illmann überhaupt bei Lidl arbeitet und ob es die Person gibt. Eine Google-Recherche nach dem Profilbild habe ergeben, dass das Foto auch mit anderem Namen verwendet werde, so BuzzFeed weiter.

Im Netz scheren sich viele Nutzer wenig um Zweifel und versuchen den Discounter unter Druck zu setzen. Bei Twitter etablierte sich der Hashtag #lidlboykott, der am Donnerstag in die Trends kletterte.

Andere Nutzer machen allerdings auch deutlich, dass die Mitarbeiterin nicht stellvertretend für Lidl stehe.

Die Accounts entdeckt hat eine Bloggerin, während sie sich Tweets zu #Heidenau angesehen hatte. Sie war auch die erste, die von Lidl eine Stellungnahme anforderte. In dieser distanziert sich der Discounter und erhärtet den Verdacht, dass die Mitarbeitern tatsächlich existiert. Bestätigt hat Lidl dies nach einer konkreten Anfrage von BuzzFeed allerdings nicht.

Gegenüber BuzzFeed erklärt das Unternehmen:

Die Unternehmensgrundsätze von Lidl besagen eindeutig: ‚Wir respektieren die Vielfalt der Kulturen und erkennen die Verschiedenheit ihrer Werte und Traditionen an.‘

Lidl distanziert sich in aller Deutlichkeit von Fremdenfeindlichkeit in jedweder Form.

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Das Unternehmen wolle die Vorwürfe prüfen und muss sich in den Sozialen Netzwerken nun vorwerfen lassen, nur halbherzig reagiert zu haben.

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Alle Kommentare

  1. Den Staat als Feind sieht doch aber noch fast jeder Unternehmer bis zum Konzernchef. Oder plärren die nicht dauernd, dass sie weniger Staat, ja sogar Staaten wollen? Den reichen doch die Steuerparadiese. Frag nach bei den typischen Konzernen aus NL, wie IKEA oder FIAT. Die brauchen kein S oder I.

  2. Wo sind wir eigentlich angekommen, da werden Flüchtlingsheime angezündet, dann werden von der Gegenseite Hexenverbrennungen im Internet gestartet, um politisch Unerwünschte auszuschalten. So etwas hat es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Allerdings muss auch festgehalten, dass alle Spielregeln eines demokratischen Zusammenlebens von der herrschenden „alternativlosen“ Politik seit der ESM Gründung Zug um Zug über Bord geworfen worden sind. Somit stellt sich eigentlich die Frage welche Vorbilder prägen „Gesocks“ und „Pack“ in Deutschland. Müssen wir vielleicht demnächst Krieg gegen die Briten und weitere widerborstige EU Mitglieder führen, damit sie sich den alternativlosen deutschen Wünschen zur Flüchtlingspolitik und Humanität fügen?

  3. Das ist doch unerträglich, selbsternannte Wahrheitswächter wollen Existenzen vernichten weil ihnen Meinungen nicht passen.

    Das sind Kennzeichen eines „Schweinesystems“, das müsste auch Meedia erkennen.

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