Hetze gegen Flüchtlinge: Facebook gibt Fehler bei Löschung rassistischer Inhalte zu

Hat ein Fake-News-Problem: Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Hat ein Fake-News-Problem: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Deutschland hat nach einem Bericht des "Mannheimer Morgen" Fehler bei der Löschung von rassistischen Inhalten eingeräumt. "Es ist bedauerlich, dass gelegentlich Fehler gemacht werden. Wir wissen, dass dies frustrierend sein kann", zitierte die Zeitung einen Sprecher in ihrer Freitagsausgabe.

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Der Sprecher räumte demnach gegenüber dem Mannheimer Morgen ein, dass für das Löschen von rassistischen Inhalten nicht die deutschen Mitarbeiter zuständig seien, sondern Teams im Ausland. Diese suchten nicht gezielt nach Einträgen mit fremdenfeindlichem Inhalt. In den vergangenen Monaten war die Kritik immer lauter geworden, Facebook sei im Umgang mit Rassismus und Hetze gegen Flüchtlinge zu nachlässig. Eindeutig fremdenfeindliche Kommentare seien nicht gelöscht worden.

Im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Angriffen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte hatte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) das Online-Netzwerk aufgefordert, die Verbreitung von Hassbotschaften durch Nutzer zu stoppen. In einem Brief an Facebook kritisierte er den Umgang des Networks mit Hasskommentaren und anderen extremistischen Inhalten.

Im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Angriffen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte hätten sein Haus zahlreiche Beschwerden von Bürgern über rassistische Hetze im Internet erreicht, so der Politiker. “Insbesondere beklagen Facebook-Nutzer, dass Ihr Unternehmen trotz entsprechender konkreter Hinweise rassistische und fremdenfeindliche Posts und Kommentare nicht effektiv unterbinde”. Auf seine Einladung zum Gespräch reagierte das Unternehmen positiv. An einem Austausch mit Maas darüber, was Gesellschaft, Unternehmen und Politik gemeinsam gegen die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland tun könnten, sei Facebook sehr interessiert, teilte das Online-Netzwerk mit.

(dpa)

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Alle Kommentare

  1. In der Tat gibt es massiven politischen Druck, Facebook soll sich wohl an der „Kommentarpolitik“ der Onlineauftritte von Zeitungen orientieren.

    Was die meisten Leute gar nicht schnallen ist, Facebook lässt auch viele stehen weil man Leute nicht ermuntern will den ganzen Tag angebliche Verstösse zu melden, das würde extrem hohe Kosten verursachen und zusätzlich die Aktivität der normalen Nutzer bremsen.

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