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Fernsehen bleibt liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen aber das Internet holt auf

Gucken oder Surfen?
Gucken oder Surfen?

Die Stiftung für Zukunftsfragen veröffentlichte am Donnerstag die Studie Freizeitmonitor 2015, die sich mit den liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen befasst. Demnach schauen die Deutschen in ihrer Freizeit am liebsten fern. Aber das Internet holt auf und hat Zeitungs- und Zeitschriftenlesen erstmals überholt.

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Obwohl das Internet aufgeholt hat, bleibt Fernsehen die liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Mittlerweile sind hierzulande knapp drei Viertel der Menschen mindestens einmal pro Woche online, wie der Freizeit-Monitor 2015 zeigt. Die Studie der Stiftung für Zukunftsfragen wurde am Donnerstag in Berlin vorgestellt. Vor fünf Jahren seien noch weniger als die Hälfte der Befragten regelmäßige Internet-Nutzer gewesen. Inzwischen seien es bei den jungen Leuten zwischen 14 und 24 Jahren sogar 99 Prozent.

Der Freizeit-Monitor gibt seit 1986 jährlich Auskunft zum Freizeitverhalten der Deutschen. Für die aktuelle Untersuchung wurden im Juli dieses Jahres etwa 2.000 Menschen ab 14 Jahren persönlich befragt.

Im Ranking der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen kommt das Internet auf Platz vier – und hat der Studie zufolge nun zum ersten Mal das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften überholt (Platz fünf). An der Spitze gibt es dagegen keine Veränderung im Vergleich zu den Vorjahren: 97 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig vor dem Fernseher zu sitzen. Auch Radiohören (90 Prozent) und Telefonate von zu Hause (89) sind noch beliebter als das Internet, das mit 73 Prozent folgt. Weiter hinten liegen Dinge wie: Zeit mit dem Partner verbringen, ausschlafen, über wichtige Dinge reden, sich in Ruhe pflegen.

Studienleiter Ulrich Reinhardt beobachtet bei den Befragten eine große Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit, wie er sagt. Vom Internet und der Informationsflut seien viele Nutzer auch genervt oder überfordert. „Natürlich würde auch die jüngere Generation sich lieber treffen statt zu skypen oder zu simsen, aber letztlich rafft man sich abends nicht mehr auf und wendet sich lieber den Medien zu.“

Faulenzen und Nichtstun rücke in den Hintergrund und werde zeitlich kürzer ausgeübt. Vorab veröffentlichte Ergebnisse aus der Studie hatten gezeigt, dass viele Deutsche abends eine Stunde oder mehr brauchen, um überhaupt abzuschalten – womöglich auch, weil sie ständig erreichbar sind. „Besorgniserregend“ ist für Reinhardt auch, dass kulturelle Veranstaltungen und das Ehrenamt für die Befragten zuletzt nur noch eine untergeordnete Rolle spielten.

(dpa)

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