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„Ein schmaler Grat“: Das deutliche Manifest vom Tagesschau-Chefredakteur zur Flüchtlingsberichterstattung

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Der "Tagesschau"-Chefredakteur, Kai Gniffke, hat es nicht immer leicht. Oft wird seine Sendung kritisiert und wenn er dann die Entscheidungen der Redaktion noch einmal im Blog der "Tagesschau" erklärt, gibt es erst Recht saures. Diesmal äußert sich der Journalist zur Haltung von ARD-Aktuell beim Thema Flüchtlinge. Mit dem kurzen Erklärtext gelang Gniffke ein deutliches Manifest für einen sachlichen, unemotionalen und journalistischen Umgang.

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Anlass des Manifestes ist Gniffkes Verteidigung einer Landkarte auf Tagesschau.de, auf der Projekte vorgestellt werden, die die Integration von Flüchtlingen zum Ziel haben. „Wenn wir solche Initiativen zeigen, ergreifen wir dann Partei und verlassen damit die gebotene Neutralität?“, fragt der Chefredakteur, um die Antwort gleich mitzuliefern. „Nein, ich denke nicht, ich glaube sogar, dass dies Teil unseres Auftrages ist.“ Dieser sehe sogar explizit vor, dass die Nachrichten gesellschaftliche Teilhabe und Engagement fördern sollen.

Gleichwohl räumt auch Gniffke ein, dass es ein „schmaler Grat“ sei. Denn bei dieser Art von Informationen besteht die Gefahr, dass sich die „Tagesschau“ selbst als Beschützer der Flüchtlinge inszeniert. „Das wäre unjournalistisch. Es ist wichtig, dass wir alle Aspekte des Flüchtlingsthemas beleuchten. Dazu gehören Demonstrationen, Bürgerwut, rassistische Ausschreitungen. Dazu gehören Konflikte unter den Flüchtlingen. Dazu gehören Polizisten, die in Konfliktsituationen ihre Gesundheit riskieren. Und: Dazu gehört auch das Thema Abschiebung.“

In seinem ruhigen und klaren Text, macht Gniffke ganz klar, welchen Regeln die „Tagesschau“ beim Thema Flüchtlinge, dass nach seiner Einschätzung die Medien noch lange begleiten wird, folgen muss: „Es ist unsere Aufgabe zu berichten, unvoreingenommen und unparteiisch. Unsere Reporter sollen nicht skandalisieren oder dramatisieren, nicht schönreden oder gar ausblenden.“

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Die Reaktion auf die klaren Worte des Chefredakteurs sind fast durchgehend positiv. In den Kommentaren wird er für das Manifest gelobt und bei Twitter kommt Gniffke gut weg. So lobt sein österreichischer TV-Kollege, Armin Wolf, das Blog-Posting als „klugen Text“.

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Alle Kommentare

  1. waffenlieferungen an die kurden, generell in den mittleren osten, patriotraketen an der grenze türkei aufstellen und deutsche natotruppen bomardieren Lybien und dann in deutschland in den asylantenlagern willkommenskultur verkünden. irgendwie alles so doppelmoralig finde ich.

  2. Die fehlende Differenzierung des Begriffs „Flüchtling“ (siehe UN-Definition vs das, was bei uns ankommt) beweist, wie krampfhaft die halbstaatliche Propaganda versucht, den Konsumenten umzuerziehen. Immerhin gibt`s auch einen großen Hoffnungsschimmer. Im Bereich Print heißt er IVW-Liste.

  3. Was in er Berichterstattung der Tagesschau (und der anderen Leitmedien) vollkommen fehlt und auch in dem Manifest nicht thematisiert wird, sind die Gründe für das Flüchtlingsdrama.

    Dazu gehört zum Beispiel der vom Friedensnobelpreisträger Obama und seiner Regierung angezettelte, finanzierte und mit Ausbildern unterstützte Bürgerkrieg in Syrien, der dem Ziel dienen soll, den engsten Verbündeten Irans zu schwächen.

    Dazu gehört auch der vom Westen unterstützte Sturz Gaddafis. Bis dahin war Libyen zwar ein autoritärer, aber stabiler Staat, in dem der Lebensstandard der höchste in ganz Afrika (!) war, noch vor Südafrika.

    Dazu gehört der von den USA angezettelte und geführte Krieg im Irak.

    Dazu gehört der von den USA angezettelte und geführte Krieg in Afghanistan.

    Können die Medien das bitte mal thematisieren?!

  4. Ihr nennt es „linken Journalismus“, wir Uebersee-Stasiopfer nennen es „Neostalinismus“.

    Gruss von der Westkueste

  5. Was mich da interessiert: gibt’s da eigentlich ein Casting für die Vorzeige-Flüchtlinge, die man da immer kredenzt kriegt?
    Diese studierten , gutverständlichen, mit Familie auftretenden, Dankbarkeit äußernden Personen sind irgendwie ganz das Gegenteil von dem, was ich sehe, wenn ich 2 Strassen weiter gehe. Woher kommt nur diese Diskrepanz? Gibt es die Truman Show vielleicht wirklich und die Redakteure leben dort?

  6. Wenn in einigen Jahren ganz BRD der Libanon ist, beginnt wieder eine große Wanderung in andere Richtung, dann wird der EU- Wirtschaftsmotor einen schweren Kolbenklemmer bekommen :))

  7. Ich frage mich, wenn die Tagesschau mal über die Leute berichten wird, welche tagtäglich Opfer der „Bereicherung“ werden? Stattdessen immer die gleichen Durchhalteparolen und die suche nach dem Vorzeigeflüchtling. Es ist der Beginn einer tiefgreifenden Veränderung in Europa. Hier geht es nicht um ein paar neue Bürger im Land. Weil die tagesschau und andere Medien mir so was aber einreden wollen, schalte ich nicht mehr ein und höre nicht mehr zu.

  8. Nimmt das wirklich noch jemand ernst? Statt Ursache und Wirkung zu trhematisieren, wird ein Gemisch aus Schönrederei und Veerdrängung präsentiert. Die Zeichen für eine überdehnte dekadente Endzeit-Gesellschaft.

  9. Ein Vertreter der Staatsmedien die pausenlos den MultiKultiwahn propagieren, ansonsten aber verheimlichen, verschweigen und lügen, nennt sich selbst: unvoreingenommen und unparteiisch.
    Das sind die gleichen Leute die pausenlos Masseneinwanderung und Vielvölkerbrei fordern und sich nachher als Moralapostel hinstellen und Folgen beklagen.
    Einfach verlogen

  10. Die Botschaft hör‘ ich wohl …

    Die Realität beim mit Parteibuch-„Journalisten“ (im doppelten Wortsinne) „besetzten“ zwangsfinanzierten Staatsfernsehen ist eine andere. Die von Herrn Gniffke artig dargestellte Trennung von Nachricht und Meinung ist gerade in jüngster Zeit vielfach widerlegt worden.

    Beim ZDF wird ein mutmaßlicher schwarzer Krimineller bei „Aktenzeichen“ wegen Politischer Korrektheit entfernt, bei ARD wird Kritik am „Gender“-Kokolores gelöscht. Wer aufgrund des Gniffke-Textes annimmt, wenigstens in Nachrichtensendungen von den privaten Gesinnungen des öffentlich-rechtlichen Luxus-Personals verschont zu bleiben, täuscht sich.
    Nur einen Klick weiter befinden sich z.B. aktuelle Beiträge („Rassistische Angriffe: Symbolische Kampfansage“, „Hetze und Hass gegen die SPD“), die eben nicht streng nachrichtlich berichten, sondern schon in den Überschriften politisch bewerten.

    Jedermann kann zu allem und jedem jede Meinung haben und sagen. Niemand muss schweigen, niemand muss zuhören. Man darf aktuell für oder gegen Einwanderung sein – Anything goes.

    Die bei Tagesschau gängigen Begriffe „Rassismus“ und „Hetze“ sind eben keine dem Richtigkeitsbeweis zugänglichen Tatsachenmitteilungen, sondern politische Kampfbegriffe, die Meinungen ausdrücken. Wenn Politiker wie gerade Merkel oder Gabriel sich so verhalten, ist das zu berichten. Es ist aber nicht Sache einer öffentlich finanzierten Nachrichtenredaktion, selbst derartige politische Werturteile mit Nachrichten vermengt zu veröffentlichen.

    Packen Sie’s an, Herr Gniffke!

  11. Es ist richtig,daß diese Aspekte berichtet werden.Aber die wirklich wichtige Frage ist w i e darüber berichtet wird.Und da kennen wir Gniffke zu gut als daß wir ihm nur eine einzige Silbe glauben würden.

  12. In der Berichterstattung vermisse ich Fakten über die Ursachen der Flüchtlingsströme, oder darf man darüber nicht berichten?

      1. Kopp Verlag? Oh, natürlich …. Muuaaah , ich glaube ich hab mich gerade nass gemacht. Die sind natürlich als Quelle in etwa so seriös wie der Springer Verlag. Unglaublich.

  13. PS:

    Dieser ach-so-tolle HALTUNG ZEIGENDE Text ist nichts weiter als der Versuch kein zweites „Ukraine-Fiasko“ zu erzeugen.

    Vermutlich hat man in Lokstedt einen lauten, tiefen Knall vernehmen können als er sich diese Zacke aus der Krone gebrochen hat.

    Am Ende wird stehen das im Vergleich zum letzten Herbst die Glaubwürdigkeit seines Kollektivs noch weiter gesunken ist.

    Sofern ZAPP diese Bankrotterklärung erneut erfassen lassen sollte … ist ja schliesslich „nicht hilfreich“.

  14. Dem Raumfahrtingenieur Hamid aus Afghanistan und der diplomierten syrischen Krankenschwester Suhaile nebst 20 heulenden Mädchen gefällt das…

      1. Nein, das ist Bloß­stel­lung eines dummen Narrativs, das Politiker lauthals in Kameras verkündet haben, um Akzeptanz für absolut unkontrollierte Zuwanderung zu erzeugen.

        Wenn der o.g. Kommentar ‚Hetze‘ wäre, könnten Sie den Verfasser anzeigen. Aber der Kommentar ist völlig ok, da wird kein Justizbeamter einen Finger rühren, um da juristisch etwas zu unternehmen.

        Der Kommentar passt vielleicht nicht ins Weltbild der Deutschen mit der unbegrenzten Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur, aber ‚Hetze‘ ist das nicht.

      2. Dann hat Gniffke ein Problem weil ALLE seine „Stücke“ so aufgebaut sind.

        Es sind IMMER Ingenieure und syrische FACHKRÄÄÄFTE und natürlich kleine traurige Mädchen.

        Es sind NIE drogendealende Jamals aus Nigeria oder mobile Window-Fachkräfte.

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