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„Ihr Arschkröten hört auf“: „Prankenstein“ mit Lena Gercke ist ein Reinfall

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Eine Drei-Stunden-Sendung mit dem Inhalt von zehn YouTube-Clips. Die neue Streich-Show auf ProSieben war viel zu lang und viel zu langweilig – auch dank Lena Gercke.

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Wäre ProSieben konsequent, hätten sie die Sendung „Prankenstein’s Monster“ nennen müssen. Denn genau wie Viktor Frankensteins namenloser Unhold aus dem Roman von Mary Shelley, ist Lena Gerckes neue Samstagabend-Show künstlich zusammengeflickt und das Endergebnis alles andere als zufriedenstellend.

„Prankenstein“ (prank ist englisch für Streich) ist ein fernsehgewordener YouTube-Kanal. Nur leider hat ProSieben etwas gehörig falsch verstanden: Nur weil viele junge Menschen nicht mehr den Fernseher einschalten, sondern auf YouTube sind, lässt sich das Prinzip nicht einfach so übertragen. Man hat zwar ein paar der Dinge kopiert: Es gibt Anmoderationen und kurze Witzeleien, es gibt die Streiche selbst und es gibt die „Making-ofs“ der Streiche. Dumm ist nur, dass die eigentlichen Streiche nur einen Bruchteil der Zeit einnehmen und alles aneinandergereiht ist. Das erfolgreiche YouTube-Format, das drei Stunden geht und regelmäßig von zehnminütigen Werbepausen unterbrochen wird, muss noch erfunden werden.

Wie wenig Gedanken sich um ein vernünftiges Konzept gemacht wurde, zeigt der Aufbau der Sendung. Zehn Streiche werden als die „Top 10 der besten Streiche“ verkauft. Nun erwartet man im Unterhaltungsfernsehen natürlich keine wissenschaftliche Herleitung einer Rangliste. Aber Platz 7 ist beispielsweise der einzige von den zehn Streichen der schief geht und Platz 1 ist gar kein richtiger Streich. Neben der willkürlichen Reihenfolge der Prankenstein-Streiche, wirken die Charts in Sonja Zietlows „Die 10 – die ultimative Ranking-Show“ auf einmal wie valide Meisterwerke.

Deutlich besser als Gercke passt ihr Team zu der Sendung

Einen großen Anteil am ernüchternden TV-Erlebnis hat Lena Gercke: Da ProSieben dringend neue Gesichter für die Post-Raab-Ära sucht, wird Gercke auf Samstagabend-Tauglichkeit getestet, koste es, was es wolle. Anders ist nicht zu erklären, warum die 27-Jährige, die zuletzt Co-Moderatorin von Dieter Bohlen beim Supertalent war, ein Comedy-Format moderiert. Schon die allermeisten deutschen Comedians sind nicht witzig, was genau die Gewinnern der ersten „Germany’s Next Top Model“-Staffel dafür qualifiziert, hat sich auch bis zum Ende der Sendung nicht offenbart. Aber vielleicht wird Heidi Klum ja demnächst von Joko & Klaas ersetzt.

Über weite Strecken ist Lena Gerckes Beitrag zur Sendung ähnlich groß wie der ihres vielleicht-wieder-oder-doch-nicht-Freundes Sami Khedira zum Sieg der Deutschen im letzten WM-Finale. Bei den Anmoderationen wirkt sie ein bisschen gelangweilt und gehemmt und bei den Streichen – wenn sie überhaupt dabei ist – fehl am Platz. So sagt sie an einer Stelle, als sie den Teddy eines Streichopfers in der Wohnung entdeckt: „Ah, das ist also unser Teddy-Bär.“ Besagtes Stofftier wurde bereits eine Woche vorher dem Opfer übergeben.

Deutlich besser als Gercke passt ihr Team zu der Sendung. Den beiden Schauspielern Antoine Monot jr. (vielen als Tech Nick aus der Werbung bekannt) und Daniel Wiemer sowie dem Journalist Jan Stremmel (jetzt.de) nimmt man glaubhaft ab, den ein oder anderen Vorschlag eingebracht zu haben. Sehr sympathisch ist auch, dass sie bei ihrer Arbeit sichtlich Spaß haben, wenn sich leider dieser Spaß auch nie so richtig auf den Zuschauer überträgt.

Die Streiche sind nicht gut genug

Das allergrößte Problem der Sendung, neben der oben beschriebenen Langatmigkeit, sind aber die Streiche selber. Die sind nämlich ein bisschen so wie der erste Sex. Erst wird ungelenk und viel zu viel rumgefummelt und dann ist der Höhepunkt so schnell vorbei, dass man’s gar nicht gemerkt hat.

Dabei können Streiche durchaus funktionieren. Neben der bei älteren Generationen immer noch beliebten „Versteckten Kamera“, hat das ab 2003 für viele Jahre der US-Schauspieler Ashton Kutcher bewiesen. Seine MTV-Serie „Punk’d“ funktionierte nach einem sehr ähnlichen Prinzip wie Prankenstein. Nur dass Kutcher in 30 Minuten Sendezeit mindestens zwei oft aber noch mehr Menschen hereinlegte. Außerdem waren bei Kutcher alle Streichopfer prominent – oft vom Kaliber Beyonce oder Dirk Nowitzki. „Prankenstein“ hingegen setzt zum Teil auf Privatpersonen und zum Teil auf ProSieben-„Prominente“ wie Thore Schölermann oder Lena Meyer-Landrut.

Besonders schade ist dabei, dass einige der Streiche durchaus das Potenzial hatten. Aber wie Viktor Frankenstein hat „Prankenstein“ wohl auch erst zu spät gemerkt, was für ein Monster es erschaffen hat.

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Und für die ganz hart gesottenen folgt noch eine Kurzusammenfassung der Streiche:

Platz 10
Als erstes muss Thore Schölermann dran glauben. Der ehemalige „Verbotene Liebe“-Schauspieler wird von seiner Freundin Jana Kilka und seinem Kumpel Jo Weil (beide ebenfalls ehemals bei „Verbotene Liebe“) reingelegt. In der Nähe von Schölermanns Hütte im Sauerland wird ein heimliches Stalker-Versteck inszeniert, das Schölermann durchaus in Angst und Schrecken versetzt („Wie seid ihr an meine Unterhose gekommen? Verdammte Scheiße!“). Der aufwendigste und gelungenste Streich der Sendung.

Platz 9
Ein Kuscheltier-Drama: Julian legt seine Freundin Mala herein, die den auf dem Jahrmarkt gewonnen Teddy-Bären erst lieb gewinnt, sich dann aber gehörig erschreckt, als der Teddy-Bär zum Leben erwacht. Im zwischenzeitlich ausgetauschten Teddy steckt der Kleinwüchsige und sehr sympathische Manni. Zwar verkriecht sich Mala unter ihrer Decke, aber der Streich wird so schnell aufgelöst, dass sie nicht mal richtig Zeit hat, zu realisieren, was passiert ist.

Platz 8
Martin will seinen Kumpel Stefan „einschläfern“ lassen – also das ist zumindest, was mehrfach in der Sendung gesagt wird. Eigentlich soll Stefan aber narkotisiert werden und dann an einem anderen Ort aufwachen. Stefan nimmt dank eines Tricks an einer inszenierten Hypnose-Studie teil und wacht dann später im Affengehege des Zoos auf. Durchaus ganz nett, aber mehr auch nicht.

Platz 7
Das geht richtig schief: Der Fußballer Julian soll mittels eines umgebauten elektrischen Hundehalsband, das in einem Schienenbeinschoner versteckt ist, beim Training durch gezielte Stromstöße zum Umfallen gebracht werden. Doch wie ein echter Profi ignoriert Julian den Schmerz und wird stattdessen am Ende von Lena Gercke mit Weißbier übergossen. In der Vorbereitung zu dem Streich hatten sich Daniel Wiemer („Komm zu ProSieben haben Sie gesagt. Da sind sie nett haben sie gesagt. Alles Lüge“) und Jan Stremmel noch häufiger auf dem Platz gewälzt als Andi Möller in seinen besten Tagen. Spätestens ab hier war das Ranking eine Farce.

Platz 6
Weil ein Auftritt von Thore Schölermann wohl nicht reicht, darf er sich für Platz sechs an seiner Freundin Jana Klika rächen. In der erst frischbezogenen Wohnung soll sich Manni, der Kleinwüchsige von Platz 9, im Kühlschrank verstecken und Klika erschrecken. Da Manni sich aber nicht so gut verbiegen kann, übernimmt das Lena Gercke, die sich dann auch noch den Hashtag #BitchInTheFridge (übersetzt: die Schlampe im Kühlschrank) verpasst. Das einzige Mal in der Sendung, dass die Protagonistin glaubhaft am Gesehen teilnimmt. Der Streich selbst ist nicht spektakulär.

Platz 5
Das „zweitbeste Australian Football Team in Europa“, die Rheinland Lions, wird reingelegt. Bei einem fingierten Biergarten-Besuch wird die Toilette manipuliert: Das Waschbecken fällt ab, die Sprinkelanlage geht an, es kommt Schaum und Holipulver von der Decke dazu und zum Schluss spielt noch eine Blaskapelle. Das alles muss natürlich getestet werden, sehr zum Missfallen von Antoine Monot jr: „Ihr Arschkröten hört auf“. Wieder einer der besseren Streiche.

Platz 4
Bei diesem Streich will C-Promi Giovanni Zarrella seine Frau Jana Ina reinlegen. Im Restaurant der Familie soll die Episode aus Monthy Pythons „Der Sinn des Lebens“ nachgespielt werden, in der der adipöse Mr. Creosote im Restaurant die gesamte Speisekarte bestellt und am Ende platzt. Leider schaffen es die Prankenstein-Macher nicht, eine auch nur annähernd realistische Explosion hinzubekommen, weswegen der Streich am Ende einen faden Beigeschmack hat.

Platz 3
Für Platz drei wird sich noch mal so richtig ins Zeug gelegt. Timo will seinen Freund Patrick („Ist ein eitler Sack“) auf den Boden der Tatsachen bringen. Und so wird mit viel Aufwand ein Fotoshooting mit Patrick organisiert, das vor einem Greenscreen stattfindet. Mit diesen Aufnahmen wird dann ein japanisches Sadomaso-Werbevideo gefaked. Bei einem gemeinsamen Restaurant-Besuch von Patrick und Timo wird dieser von mehreren Japanerinnen um ein Autogramm und Fotos gebeten, da er in deren Heimatland angeblich ein gefeierter Star ist. So gut auch alles gefälscht und aufgesetzt ist: Patrick traut der Sache von Anfang an nicht so recht, weswegen man nicht das Gefühl bekommt, dass reingelegt wird.

Platz 2
Der letzte richtige Streich hat das wohl prominenteste Opfer: Lena Meyer-Landrut. Während eines Interviews auf einem See in Köln wird ein Angriff eines Seeungeheuers vorgespielt. Meyer-Landrut erschreckt sich durchaus („Mein Herz schlägt richtig schlimm“), nur wird wie auch schon bei anderen Streichen viel zu früh aufgelöst.

Platz 1
Der erste Platz ist der traurige Höhepunkt. Vor den Team-Mitgliedern steht ein riesiges Geschenk. Als sie es öffnen, spritzt ihnen Schaum ins Gesicht.

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Alle Kommentare

  1. Lena Gercke …also wie tief kann man fallen.

    german´s top model war ja schon tief.und nun das?

    Authentisch ist anders

  2. Es ist wie es ist! GEISTIGER DÜNNSCHISS ! Das soll 2ohl ein Witz sein bei dieser Vollverblödeten AMANI!!!! Hahahahahajajaja die ist ja sooooooooo lächerlich!!!!Hahahahahajajaja

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