Anzeige

Philipp Weltes Mail an die BCN-Mitarbeiter: Umwälzungen von „historischer Wucht“

Burda-Vorstand Philipp Welte fordert angesichts der Übermacht der US-Digitalkonzerne Lockerungen im Kartellrecht, auch in der Vermarktung
Burda-Vorstand Philipp Welte fordert angesichts der Übermacht der US-Digitalkonzerne Lockerungen im Kartellrecht, auch in der Vermarktung

Bei Burda soll die hauseigene Vermarktungseinheit Burda Community Network (BCN) angesichts der weltweiten Veränderungen auf den Werbemärkten kontinuierlich weiterentwickelt werden. Burda-Vorstand Philipp Welte nahm einige konkrete Spekulationen in der Fachpresse nun zum Anlass, sich in dieser Sache an die BCN-Mitarbeiter zu wenden. Dabei sprach er von historischen Umwälzungen, die in ihrer Wucht mit der Wirtschaftskrise von 2009 vergleichbar seien.

Anzeige
Anzeige

Dass sich das Geschäft mit der Werbung weltweit im Umbruch befindet und sich Medienvermarkter darauf permanent einstellen müssen, ist keine neue Entwicklung. Aktuell berichtet die Werbe-Fachzeitschrift Kontakter über mögliche Veränderungen beim BCN, u.a. dass dort wieder Anzeigenleiter eingeführt werden könnten. Dies weist Verlags-Vorstand Philipp Welte in einer Mail an BCN-Mitarbeiter, die MEEDIA vorliegt, weit von sich. Eine Rückkehr zum „Anzeigenleiter“ sei „kompletter Unsinn. Eine solche Position, die traditionell für den Verkauf von Print-Anzeigen zuständig war, passe nicht ins 21. Jahrhundert. Vielmehr geht es laut Welte darum, das BCN weiter zu entwickeln, um auf die weltweite Disruption in den Werbemärkten zu reagieren. Welte wörtlich: „Unsere Kunden haben unendlich viel mehr Möglichkeiten ihre Werbung medial zu transportieren, und unsere Wettbewerber gehen deutlich aggressiver vor als in den letzten Jahren noch – damit meine ich keineswegs andere Verlage, sondern die großen TV-Vermarkter oder digitale Medienanbieter.“

Dass es Burda-Manager Welte ein Dorn im Auge ist, wie TV-Vermarkter und Digitalunternehmen – allen voran SevenOneMedia, der Vermarkter von ProSiebenSat.1 – versuchen Printmedien Werbekunden abspenstig zu machen, ist freilich auch nicht ganz neu. Welte singt dieses Lied seit geraumer Zeit bei vielen Gelegenheiten. Bemerkenswert ist aber die Drastik, mit der Welte die Problematik des Umbruchs in der Mail beschreibt – als einen Veränderungsdruck von historischer Wucht.

Anzeige

Welte: „Es gibt also kein Burda-Problem oder ein BCN-Problem, sondern eine disruptive Veränderung des Vermarktungsgeschäftes und damit eine große Herausforderungen für die gesamte Medienindustrie.“ Da hat er wohl recht.

(swi)

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*