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„Das ist ja ihr Job“: LeFloid bei Lanz über „Garstigkeit“ der Medien

LeFloid gab das erste Interview nach dem Kanzlerinnen-Interview bei Markus Lanz.
LeFloid gab das erste Interview nach dem Kanzlerinnen-Interview bei Markus Lanz.

Es gibt wohl kaum ein Medium, das in den vergangenen Wochen kein Interesse an einem Gespräch mit LeFloid gehabt hätte. Doch nach seinem viel diskutierten YouTube-Interview mit Angela Merkel machte der 27-Jährige erst einmal dicht. Doch am gestrigen Mittwoch stellte er sich. Allerdings keinen kritischen Nachfragen, sondern dem ZDF-Talker Markus Lanz.

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Einen Monat hat LeFloid ins Land streichen lassen. Vielleicht um abzuwarten, bis die Emotionen nach seinem Merkel-Interview wieder abgekühlt sind. Der YouTube-Star hat mit seinem Coup, die Kanzlerin zu treffen, für ordentlich Wirbel gesorgt. Aus einer Sensation (Ankündigung) wurde eine Enttäuschung, die von großen Teilen der Medien stark kritisiert worden ist. Der junge Mann aus dem Internet, der sich selbst nicht als Journalist begreift, habe sich zum verlängerten PR-Arm des Bundeskanzleramtes gemacht, hieß es. Die Kritik konnte der Künstler mit dem bürgerlichen Namen Florian Mundt nicht wirklich nachvollziehen. Bei YouTube reagierte er auf die Reaktionen, kritisierte die Medien, dass sie ihren Job nicht wirklich besser machen würden. Interviews ging er aus dem Weg – bis zu dieser Woche.

Am gestrigen Mittwoch war Mundt zu Gast bei ZDF-Talker Markus Lanz, um über seine Arbeit, die damit verbundene Verantwortung gegenüber der jungen Zielgruppe und auch über das Merkel-Interview zu sprechen. Eine der angenehmeren Lösungen, denn der Auftritt war ein Ausflug ins journalistische Seichtgebiet. LeFloid wiederholte seine so oft genannten Absichten, den jungen Zuschauern bei YouTube eine Plattform bieten zu wollen. Ihnen nicht eine Meinung vorgeben zu wollen, sondern durch Provokation einen Austausch zu befeuern. „Nichts ist heutzutage wichtiger als eine eigene Meinung.“

LeFloid zur Kritik der Journalisten: „Dass es dann so respektlos war, hat mich dann auch überrascht“
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Es wäre mehr als eine völlige Enttäuschung gewesen, wenn Lanz nicht auch das Interview mit der Kanzlerin angesprochen hätte. Ob man sich „wichtig“ fühle, wenn das Kanzleramt bei einem anriefe, wollte Lanz wissen, auch wem das Interview mehr genutzt habe. LeFloid gestand ein, dass Merkel ihn benutzt habe. Interessanter waren LeFloids Ausflüchte auf die Frage, weshalb er nicht krawallig-provokant, sondern unterwürfig aufgetreten ist. Er habe die Wahl gehabt, erklärt LeFloid: Entweder seine Fragen provokant und zugespitzt zu stellen und einen Abbruch des Interviews zu riskieren oder – und dies sei sein eigentliches Ziel gewesen – seinen Auftrag zu erfüllen und die Fragen der Netz-Community an die Kanzlerin weiterzuleiten. Bekanntlich entschied er sich für zweites. Was Lanz und LeFloid unterschlagen: Die DNA der Figur LeFloid ist die Provokation. Hätte die Kanzlerin ein Interview mit einem YouTuber abbrechen können, der nichts anderes tut als zu provozieren und vermutlich nur deshalb so bekannt ist? Ist ein Krawall-LeFloid nicht irgendwie auch erwartet worden? Antworten gab es nicht. Seinen „Auftrag“, sagt LeFloid selbst, habe er erfüllt. Nur, wer hatte ihm diesen gegeben?

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Gegen Ende des Gesprächs ging es dann auch um die Kritik nach dem Interview. Was LeFloid davon gehalten habe, dass Medien ihn zuvor „gefeiert“ hätten und später „garstig“ geworden seien, wollte Lanz wissen (wir erinnern uns: Lanz und die Medien hatten während seiner ‚Wetten, dass..?“-Zeit ebenfalls eine schwierige Beziehung). „Das ist ja ihr Job“, so LeFloids Antwort. „Beziehungsweise: Wenn es vorher immer heißt, YouTube oder dieser LeFloid, das ist ‚Das neue Ding‘, dann bietet es sich natürlich auch unglaublich an, ‚Das neue Ding‘ erst mal wieder richtig schön in den Boden zu stampfen und die eigentliche Position erst mal ordentlich zu schützen.“ Er sei nicht so „naiv“ zu denken, nach einem Interview „mit Lob überhäuft“ zu werden, wenn es heiße, dass LeFloids Zunft den Print-Journalismus verdränge. „Dass es dann so respektlos war, hat mich dann auch überrascht.“
Die komplette Sendung von „Markus Lanz“ können Sie in der ZDF-Mediathek ansehen (Interview LeFloid ab 27:30).

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Alle Kommentare

  1. „Er habe die Wahl gehabt, erklärt LeFloid: Entweder seine Fragen provokant und zugespitzt zu stellen und einen Abbruch des Interviews zu riskieren oder – und dies sei sein eigentliches Ziel gewesen – seinen Auftrag zu erfüllen und die Fragen der Netz-Community an die Kanzlerin weiterzuleiten.“

    Also doch nur Erfüllungsgehilfe der Kanzlerin mit Basecap.

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