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Falsches Germanwings-„Co-Piloten“-Foto der Zeitung Österreich landet vor Gericht

Der Fall mit dem falschen Co-Piloten-Foto nach der Germanwings-Katastrophe landet in Wien vor Gericht
Der Fall mit dem falschen Co-Piloten-Foto nach der Germanwings-Katastrophe landet in Wien vor Gericht

Nach der Germanwings-Katastrophe vom 24. März hatten die beiden österreichischen Boulevard-Zeitungen Kronen Zeitung und Österreich das falsche Foto des vermeintlichen Co-Piloten unverpixelt auf ihren Titelseiten gezeigt. Während sich die Kronen Zeitung schnell entschuldigte und außergerichtlich einigte, landet der Fall Österreich nun vor Gericht.

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„Co-Pilot flog absichtlich in den Tod“, schrieb damals die Kronen-Zeitung. Österreich titelte: „Todesflug: Es war Mord“. Das Foto zeigte aber nicht den tatsächlichen Co-Piloten des Germanwings-Fluges, Andreas Lubitz, sondern einen völlig Unbeteiligten. Das Bild soll laut Bericht des österreichischen Standard aus einem Tweet stammen und hatte sich über Bild-Agenturen weltweit verbreitet. In Deutschland zeigten ARD und ZDF das falsche „Co-Piloten“-Foto, allerdings verfremdet.

Es musste ja so kommen. #Krone und #Österreich präsentieren heute einen völlig unbeteiligten Menschen aus dem Internet…

Posted by Kobuk on Freitag, 27. März 2015

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Die Rechtsanwältin des von der Verwechslung betroffenen Mannes erklärte laut Standard nun in Wien vor Gericht, dass sich die Kronen-Zeitung am folgenden Tag für die Veröffentlichung entschuldigt und eine Richtigstellung veröffentlicht habe. Auch habe ihr Mandant sich mit der „Krone“ auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Mit Österreich wurde dagegen bislang keine Einigung erzielt, darum klagt der Mann nun wegen übler Nachrede, der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs, Verletzung des Identitätsschutzes sowie Verletzung der Unschuldsvermutung.

Der nächste Verhandlungstermin wurde für Mitte September festgesetzt. Dann soll der Kläger vor Gericht aussagen, wie sich die Veröffentlichung auf sein Leben ausgewirkt hat. Es könnte vorher aber auch zu einem Vergleich kommen. Der Anwalt der Zeitung Österreich habe sich vor Gericht einer solchen Lösung gegenüber „grundsätzlich nicht abgeneigt“ gezeigt, so der Standard.

 

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