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Reschke über eigenen „Tagesthemen“-Kommentar: „Weder besonders mutig noch herausragend“

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Jetzt wendet sich Anja Reschke noch einmal direkt an ihre Kritiker. Seit ihrem "Tagesthemen"-Kommentar zur Hetze im Netz gegen Flüchtlinge, debattiert das Web darüber. Neben viel Zuspruch, musste die "Panorama"-Macherin auch einige heftige Antworten wegstecken, mit denen sie allerdings bestimmt auch gerechnet hatte. Jetzt schreibt die 42-Jährige noch einmal einen offenen Brief an die "lieben Kommentatoren".

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Veröffentlicht wurde der Text auf der Webseite von „Panorama“. In der Nachbetrachtung geht Reschke mit einer gesunden Portion Demut an die Sache heran. So sagt sie selbst, dass sie ihren Kommentar weder „für besonders mutig noch für herausragend“ halte. „Ich habe lediglich gesagt, dass ich rassistische, menschenverachtende und verhetzende Äußerungen nicht tolerieren kann und diejenigen, denen das so geht wie mir, aufgefordert, sich gegen solche Kommentare zu wehren. Damit ist die Gruppe der Menschen, die ich kritisiert habe, klar eingegrenzt.“

Allerdings scheinen das viele nicht ganz so zu sehen. Einer der erstaunlichen Effekte ihres Meinungsstückes ist es längst, dass sich so viele Menschen angesprochen fühlen – im Guten, wie im Schlechten. „In den meisten Ihrer Zuschriften ging es aber gar nicht um die Hetze, sondern um das gesamte Thema Flüchtlinge“, schreibt sie nun selbst. Deshalb hätte die 42-Jährige auch noch einmal das Bedürfnis, grundsätzlich zu dem Thema Flüchtlinge Stellung zu beziehen.

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So widerspricht Reschke den Behauptungen, dass die Menschen nach Deutschland flüchten, um die Sozialsysteme auszunutzen und „dass Politik und ‚linke Mainstream-Medien‘ schreien“ würden, „alle sollen herkommen“. Auch wendet sich die Journalistin gegen die Behauptung, dass Flüchtlinge kriminell wären und alle nur nach Deutschland kommen wollen.

Dann beschäftigt sich die Moderatorin auch noch einmal mit ihrer eigenen Verantwortung: „Die Frage, die mir viele gestellt haben, ob ich denn privat bei mir Flüchtlinge aufnehme, verstehe ich nicht. Denn darum geht es nicht. Die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen darf und soll ja eben keine Privataufgabe sein, sondern es ist Aufgabe des Staates.“ Weiter schreibt sie: „Auch der Vorwurf, ich hätte das Problem in meiner Nachbarschaft ja nicht, weil ich in meiner ‚reichen Villa‘ – die ich übrigens gar nicht habe – ja keine Flüchtlinge um mich hätte, sondern dass diese nur bei den „sozial Schwächeren“ abgeladen würden, stimmt nicht.“

Nach Einschätzung der 42-Jährigen lasse der deutsche Staat seine Bürger alleine. „Darauf können Sie sauer sein“, wendet sich Reschke in ihrem offenen Brief an die Kommentatoren. „Aber es ist nicht gerecht, dieses Versagen in diffamierenden, platten, rassistischen Kommentaren über „die Asylanten“ zu gießen. Das ist plumpe Fremdenfeindlichkeit, und dagegen verwehre ich mich.“

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Alle Kommentare

  1. Wir reden immer von Flüchtlingen. Wenn ich mir die Bilder in den Medien betrachte, sind es vorwiegend Männer, die sich als Flüchtlinge ausgeben… und sie machen keineswegs einen traumatisierten Eindruck. Haben diese Männer ihre Familien, Frauen und Kinder womöglich zurückgelassen, sie dem Massaker überlassen? Niemand wagt sich, einmal die Zahlen zu nennen, bei wieviel Prozent es sich wirklich um Frauen und Kinder handelt, denen mein vollstes Mitgefühl gilt, die wirklich unsere Hilfe brauchen. Bei uns haben nach dem Krieg die Frauen in die Hände gespuckt und angepackt… diese Männer haben die Beine in die Hand genommen und sind abgehauen…nach mir die Sintflut. Wer soll eigentlich die Länder aufbauen aus denen die Horden von Männern kommen, wenn diese sich hier vor ihrer Verantwortung drücken…mit unsrerer Hilfe.

    1. Heute steht ein Text des kosovarischen Außenministers in der FAZ. Er bittet darum, als sicheres Herkunftsland anerkannt zu werden und beschwert sich, dass junge Menschen, die dringend zum Aufbau des Landes benötigt werden, in die EU gelockt werden.

      Die (Wirtschafts)flüchtlingszahlen seien im Übrigen in den letzten Monaten drastisch reduziert worden. Er fügt eine Ursachenanalyse an. Die weitaus meisten Migranten stammten aus einem kleinen Gebiet; er führt dies auf Aktivitäten von Schlepperorganisationen in diesen Gebieten zurück. Ferner habe die Regierung im Kosovo durch Pressearbeit Anstrengungen unternommen, um Gerüchte aus der Welt zu schaffen. Z. B. das Gerücht, jedermann aus dem Kosovo bekäme hier eine umgehende Wohn- und Arbeitsberechtigung

  2. Herr Conen, ich gebe Ihnen in allen Punkten Recht. Es ist zum Verzweifeln. Diese ach so politisch korrekten Meinungsmacher (früher mal Journalisten genannt) können sich eine Kommentar-Spalte in ihrem Blatt „schnappen“ oder sie nutzen halt das öffentlich-rechtliche Medium und genehmigen sich einen hehren Kommentar, um danach viel Schulterklopfen zu erhalten.

    „Unsereiner“ dagegen kann sich die Finger wundschreiben, sachlich kritisieren, ohne auch nur annähernde eine ähnliche Möglichkeit zu haben, diese Meinung veröffentlichen zu lassen. Statt dessen wird man in den gemeinen Mob sortiert, der, da anderer Ansicht, von diesen tollen Gutmenschen in eine Ecke abgelegt zu werden.

    Anderer Ansicht zu sein, ist heute mutig. Man muss sich stets den Verunglimpfungen dieser politisch korrekten Meute gegenüber erwehren.

  3. Was würde wohl passieren, wenn ich sagen würde: Deutschland soll auch Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen, so oder jedenfalls ähnlich Frau Reschke. Als Meinungsäußerung nur mit Einschränkung zu erkennen, und Mut gehört dazu gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn man Panomara moderiert. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn sie gesagt hätte: Deutschland sollte keine Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen. Diese Meinung wäre erstes als Meinungsäußerung klar erkennbar, sie wäre sogar durch die Rechtslage gedeckt, und sie hätte vermutlich tatsächlich zu dem gewünschten (?) Shitstorm geführt. Möglicherweise hätte sie das sogar ihren Job beim Staatsfunk gekostet. Dazu hätte Mut gehört, nicht wahr?

  4. Die aus mit der Flinte kassierten Zwangsabogebühren luxuriös bezahlte Frau Reschke hat das Problem wohl nicht verstanden: Es geht nicht um ihre eigene Meinung zu einem offensichtlich kontrovers diskutierten Problem. Selbstverständlich darf sie (getreu dem Parteiprogramm der Linkspartei) der Ansicht sein, dass schlechthin jeder Mensch der Welt nach Deutschland einwandern können soll und deshalb die „Grenzen für alle offen“ zu sein haben. Wer will Reschkes Privatmeinung wissen?

    Die Frage ist also, ob sie ihre private Meinung im von allen finanzierten Staatsfernsehen monopolistisch zum besten geben darf, d.h. ob ARD/ZDF berechtigt sind, sich bestimmte private Meinungen ihrer Bediensteten als quasi „amtlich“ zueigen machen und sogar zum „Kampf“ gegen Andersdenkende aufrufen dürfen, denen jede Chance verwehrt wird, auf die einseitige parteipolitische Agitation zu antworten. Ein Muster, das typisch für totalitäre Herrschaft ist, die natürlich stets behauptet, „alternativlos“ zu sein.

    Der Trick ist nicht nur im ÖR-Rundfunk, sondern auch in der Print-Presse, der die Kundschaft in Scharen davonläuft, eher simpel: Um das eigene (bestens honorierte) Meinungsmonopol als gerechtfertigt erscheinen zu lassen, wird einfach jeder Widerspruch dagegen für unzulässig und zur „Hetze“ erklärt und die Kritiker als „Mob“, „Pöbel“ oder „Nazis in Nadelstreifen“ gleichsam ausgebürgert, wie das Honecker mit Biermann gemacht hat.

    „Hetze“ gibt es nicht – anything goes. Im Rechtsstaat (an den freilich in Merkels Deutschland nur noch wenige glauben) gilt: Alles ist erlaubt, was nicht gesetzlich verboten ist. Nicht erlaubt (vgl. BVerfG) sind falsche Tatsachenbehauptungen und „Schmähkritik“; ob so etwas vorliegt, entscheiden Gerichte, bis zur Rechtskraft gilt die Unschuldsvermutung.

    Reschkes Mentalität ist nicht „demütig“; sie kämpft um ihre Luxus-Pfründe mit den Mitteln von Herrschenden, die keinen Widerspruch dulden. Sie will „betreutes Denken“ und sieht freie Menschen als Gefahr.

    Damit steht Reschke für einen bevormundende Agitations-Journalismus, der sich in jedem Regime den jeweils Mächtigen für die „Drecksarbeit“ gegen „falsche“ Meinungen andient. Zwangsfinanzierter Rundfunk war einmal (von den Befreiern) dazu gedacht, nach den NS-Regime allseits offene Diskurse durch vollständig und neutral berichtete Fakten zu ermöglichen. Nach angelsächsischem Vorbild sollte niemand ausgegrenzt sein, Recherche im Mittelpunkt stehen und Nachricht und (seltener) Kommentar streng getrennt sein. Das ist längst vergessen. Heute gibt es – wieder! – Staatsrundfunk mit klarer Freund-Feind-Erkennung und deutsche Journalisten, die ihren Beruf als Spielart einer (partei-) politischen Karriere verstehen und wie zu Zeiten der Reichsschrifttumskammer die Meinungsführerschaft für sich beanspruchen und so tun, als seien sie die „öffentliche Meinung“.

    Alles schon mal dagewesen …

    1. sehr treffend formuliert!
      man erwartet kritischen journalismus, erhält aber nur persönliche meinungen und bevormundung.

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