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„Ganz viel Bewegung in der Anstalt“ – WDR startet Sommer-Programmoffensive mit Comedy und Sex

WDR-Intendant Tom Buhrow
WDR-Intendant Tom Buhrow Bild: WDR/Claus Langer

Der WDR will unbedingt mehr junge Leute für sein Fernsehprogramm interessieren und geht dafür jetzt einen ungewöhnlichen Weg: Zwei Wochen lang werden neue Formate erprobt. Viel Comedy ist dabei - und sogar Sex.

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Das Stammpublikum könnte sich mitunter vor den Kopf gestoßen fühlen, doch das nimmt der WDR in Kauf: Um jüngere Zuschauer anzusprechen, probiert der größte ARD-Sender vom 24. August an im WDR Fernsehen zwei Wochen lang 20 neue Unterhaltungsformate aus. Anschließend wird entschieden, was davon übernommen wird.

„Ich bin wirklich gerührt, wie in den letzten Monaten diese Ideen gewachsen sind“, sagte Fernsehdirektor Jörg Schönenborn am Freitag in Köln. Auch nach Beobachtung von Intendant Tom Buhrow gibt es zurzeit „ganz viel Bewegung in der Anstalt“. Ein Auszug aus den neuen Formaten: Das Funkhausorchester interpretiert in den Fankurven der fünf NRW-Bundesligastadien die jeweiligen Fanhymnen. In „Begehren“ wird Sex „sinnlich oder auch mal deftig“ aufbereitet. Mit dem Sechsteiler „Meuchelbeck“ aus der niederrheinischen Provinz will der Sender an den Erfolg des Eifelkrimis „Mord mit Aussicht“ anknüpfen. Auch Komiker Luke Mockridge bekommt eine eigene Miniserie: „Die Mockridges – Eine Knallerfamilie“.

Die Comedians Micky Beisenherz und Oliver Polak tauchen in „Das Lachen der anderen“ in fremde Lebenswelten ein, indem sie eine Zeitlang mit Öko-Aussteigern und MS-Kranken zusammenleben. Dies sei „eine Gratwanderung, ein echtes Wagnis“, sagte Buhrow. „Ob das funktioniert, ist völlig offen.“ Dass der Schwerpunkt der Offensive die Unterhaltung sei, liege daran, dass sich der Sender im Informationsbereich völlig sicher fühle, sagte Schönenborn.

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Äußerer Anlass für die Programmoffensive mit dem Slogan „WDR Fernsehen – Macht den Westen an!“ ist das 50-jährige Bestehen des TV-Kanals, der früher als „Drittes Fernsehen“ bekannt war. Das Jubiläum sollte auf keinen Fall mit herkömmlichen Rückblicken gewürdigt werden. Stattdessen stöbern nun junge Youtube-Stars im WDR-Archiv, und als „verbindende Klammer“ tritt Anke Engelke als Programmansagerin alten Stils in Erscheinung.

Gekostet hat das Ganze 4,5 bis 5 Millionen Euro. Obwohl der Sender zurzeit das größte Sparprogramm seiner Geschichte umsetzt, hält Buhrow dies für gerechtfertigt, denn ohne Innovationen habe der WDR keine Zukunft.

(dpa)

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Alle Kommentare

  1. Wird in einer mir entgangenen Novelle des Rundfunk- Staatsvertrags neuerdings permanentes Geblödel gefordert? Natürlich dürfen Kernkompetenzen im WDR wie Kuchen backen, dekorieren und Rasen mähen nicht verloren gehen, sonst werde ich aber sauer! Und noch mehr zweitklassige Kirmeskomödianten in die „Mitternachtsspitzen“ oder einfach: AUFHÖREN, BECKER!

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