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Betriebsrats-Chaos bei MDS: Wieso es die Arbeitnehmer auf Klagen ankommen lassen

Die MDS-Titel Berliner Kurier, Hamburger Morgenpost und Berliner Zeitung.
Die MDS-Titel Berliner Kurier, Hamburger Morgenpost und Berliner Zeitung.

Die Hamburger Morgenpost hat juristische Schritte gegen ihren Betriebsrat eingeleitet. Das berichten die Arbeitnehmervertreter des Verlags in eigener Sache. Grund: Bei der jüngsten Wahl im Juli wurden auch freie Mitarbeiter und Angestellte aus Tochtergesellschaften berücksichtigt. Die Arbeitnehmer sehen sich mit einem Gesamtbetriebsrat besser aufgestellt – und können trotz Klage erst mal so weitermachen.

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Dem Betriebsrat geht es darum, eine Zerschlagung der Arbeitnehmerstruktur zu vermeiden. In den vergangenen Monaten baute die Mediengruppe M. DuMont Schauberg, zu der die Hamburger Morgenpost gehört, ihre Gesellschaftsstrukturen um und gliederte Unternehmensbereiche in Tochtergesellschaften aus. In Hamburg seien diese nun teilweise zu klein für eine eigene Vertretung, heißt es aus Verlagskreisen. Dies wollten die Gewerkschaftler sich offenbar nicht gefallen lassen. Im Mai trat der bis dahin amtierende Betriebsrat zurück und initiierte Neuwahlen, setzte auch die ausgegliederten Arbeitnehmer und freie Journalisten auf die Wählerliste. Das ist jedoch anfechtbar.

Deshalb dürfte der Betriebsrat mit dieser Reaktion des Verlages auch gerechnet haben. Die Mopo hat also nun juristische Schritte eingeleitet, um ihn zu zerschlagen. Das könnte eine Weile dauern. So könnten die Arbeitnehmervertreter das anstehende Gerichtsverfahren wohl bis zu zwei Jahre in die Länge ziehen. Am Ende würde das dann vor allem Geld und Nerven kosten.

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Betriebsratswahlen: Auch Berlin stellt sich quer

Das Hamburger Szenario wiederholt sich nun auch beim Berliner Verlag. Am Donnerstagmittag leitete auch das Management in der Hauptstadt juristische Schritte ein. Nach der Ausgliederung des Berliner Kuriers in eine eigene Gesellschaft initiierte auch der dortige Betriebsrat Neuwahlen. Statt zwei voneinander unabhängige Räte zu wählen (einen für den Kurier und einen für die Berliner Zeitung), wählte man wie bisher einen gemeinsamen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie die Geschäftsführung in diesem Fall reagiert.

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