Anzeige

„Laut, authentisch, selbstbewusst“: das neue Marken-Evangelium der Bild als interne Motivations-App

WIR-Bild.jpg

Die Bild-Zeitung will sich als multimediales Leitmedium für die gesamte Bundesrepublik positionieren. Im Hintergrund haben sich die Strategen der Boulevardzeitung einen Fahrplan ausgedacht und ein Marken-Selbstverständnis entwickelt. Beides ist den Mitarbeitern am gestrigen Dienstag von Chefredakteur Kai Diekmann, Geschäftsführerin Donata Hopfen und Springer-Vorstand Jan Bayer vorgestellt worden. Die Ergebnisse landeten in einem "Brandbook" und gab es anschließend sogar – ganz multimedial – als App.

Anzeige
Anzeige

Die App, die eigentlich nur für den internen Gebrauch ist, sieht der klassischen Bild-App vom Logo her zum Verwechseln ähnlich, heißt aber anders: Das „Brandbook“ trägt den Namen „Wir“ und ist aufgebaut wie eine Slideshow. Die Ausgangsfrage lautet: „Wie werden wir zum multimedialen Leitmedium für ganz Deutschland?“ und wird auf darauffolgenden 27 Slides beantwortet. Daraus ergibt sich, wie sich Bild selbst sieht und in Zukunft wahrgenommen werden will.
unnamed-9

So gehe es der Bild-Zeitung vor allem darum, Menschen zu bewegen. „Überall wo Gefühle sind, bringen wir sie in Wallungen“, erklärt eine Stimme aus dem Off. Es gehe darum, den Menschen „alles, was Reibung erzeugt“ zu geben. Interessant: Bild brüstet sich dabei, das Medium mit den meisten Rügen des Presserats zu sein. Zur Veranschaulichung gibt es eine Grafik mit den Rügen seit 1986, von denen Bild über ein Viertel kassierte.

unnamed-2

Weiter heißt es: „Guter Journalismus hat keine Berührungsängste. Nur dem, der mitten drin ist, wird zugehört.“ Bild, deren Markenkern aus dem Jahr 1952 stammt, wisse, „wenn die Zeit reif für etwas Großes ist“.

unnamed-10

„Es gibt unendlich viele Meinungen, aber nur ein Forum, das ihnen Wucht verleiht“ – wer gemeint ist, ist klar. „Wir können nicht anders, und wir wollen nicht anders.“unnamed-7

 

„Wir lieben Menschen. Und deshalb erzählen wir ihre Geschichten.“ Aber: „Wir brennen für die Wahrheit. Selbst, wenn sie unbequem ist.“ Es gehe darum, aus Fakten Gefühle zu machen. „Informationen sind nur Informationen, bis wir sie fühlen.“ Dabei will Bild „schneller, kreativer, immer Erster“ sein.

unnamed-3

Und natürlich „authentisch“. Dabei hebt Bild – als einzigen – Krisenreporter Paul Ronzheimer hervor, wie er mitten in einer Demonstration in der Ukraine steht.

unnamed-8

Anzeige

Weiter heißt es zu dem Foto: „Wir berichten auf Augehöhe, ungeschönt, mit unverstelltem Blick auf das Wesentliche“  Gegen Ende wird es noch mal krawallig. Bild sei 24/7 ein Massenmedium, und:

unnamed-4

Und selbstbewusst:

unnamed-1

Zum Schluss fasst die Präsentation die wesentlichen Punkte des Marken-Evangeliums der  Bild zusammen. Die Vision sei es das „multimediale Leitmedium Deutschlands“ zu werden. Die „Mission“ sei ist, „Menschen alles, was sie bewegt“ zu geben und „Reibung“ zu erzeugen. „Immer und überall.“ Markenkern der Bild sei der „Seismograf der unnameddeutschen Befindlichkeit“ zu sein. Zudem erklärten Diekmann und Hopfen, was der „Benefit“ der Bild sei. Es gehe darum, dass Bild-Leser „immer mitreden“ können. Bild solle sagen, „wie Deutschland tickt“, weil die Redakteure „klare Information, leidenschaftliche Schlagzeilen und freche Geschichten“ lieferten. Die Werte, die Bild-Leser bekommen, seien „Orientierung, Reibung, Kraft und Nähe“. Zum Schluss wird auch die Zielgruppe umrissen: Bild soll nicht weniger als „alle Menschen in Deutschland“ erreichen.

Bei der Präsentation des Brandbooks erklärte das Führungstrio den Gedanken hinter dem überarbeiteten Markenverständnis.“Die Verschmelzung von Online und Print haben wir zum Anlass genommen, uns neu mit der Marke Bild zu beschäftigen und ein neues Markenleitbild zu schaffen“, sagte Donata Hopfen. „Das Buch zeigt, wer wir sind und wo wir hinwollen. Jetzt gilt es, unseren Anspruch sowohl auf kaufmännischer als auch auf journalistischer Ebene mit Leben zu füllen.“

„Wir machen eine besondere Art von Journalismus“, erklärte Diekmann. „Wir treten anderen auch mal auf die Füße, wir provozieren, polarisieren, regen auf.“ Dieses Rezept habe Bild zur erfolgreichsten publizistischen Marke Europas gemacht. Die Herausforderung bestehe nun darin, diesen Erfolg in die digitale Welt zu übertragen. Dabei sei man in den vergangenen 24 Monaten schon wichtige Schritte gegangen, so Diekmann. „Wir werden auch weiterhin Leitmedium für ganz Deutschland sein – sowohl in der Printwelt als auch in der digitalen Welt.“

 

 

 

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wer etwas wirklich wichtiges zu sagen hat muss aber auch nicht schreien, man hält inne und hört ihm zu.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*