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Geplante Breaking-News-App: „Überzeugt, dass Facebook der Nachrichten-Gatekeeper der Welt wird“

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Facebook soll an einer eigenständigen App für Breaking News arbeiten. Seit der Nacht elektrisiert diese Nachricht des Businessinsiders viele Medienmacher. Passenderweise bei Facebook machten sich Online-Experte des Guardian, Wolfgang Blau, Richard Gutjahr und Jeff Jarvis Gedanken, was die Pläne des Social Networks für die Branche bedeuten könnten. So unkt Gutjahr bereits: "Heute bin ich mehr als je zuvor überzeugt davon, dass Facebook der Nachrichten-Gatekeeper der Welt wird."

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Auslöser der Unterhaltung ist eine erste Analyse von Wolfang Blau. Darin beschäftigt sich der ehemalige Chefredakteur von Zeit Online mit dem Bericht des Businessinsiders. Dieser beschreibt die geplante Facebook-Applikation als Push-Dienst, mit einer Begrenzung auf maximal 100 Zeichen plus Link.

Blau kommt zu dem Schluss, dass ein solches News-Angebot mehr als nur ein Produkt-Feature wäre. Der Online-Experte weiß: Geschickt eingesetzte Push-Nachrichten sind ein mächtiges Tool, um Leser einer Nachrichten-App immer wieder zu aktivieren.

Damit würde die US-Company direkt mit den Apps der großen Nachrichten-Anbieter konkurrieren. Diese bekommen, laut Blau, so immer mehr ein Abgrenzungsproblem. Denn die meisten würden wohl zu wenige Alleinstellungsmerkmale liefern. Der ehemalige Zeit Online-Chefredakteur führt aus, dass es aktuell weitestgehend vier Merkmale gibt, die eine News-Applikation von der Mobile-Version einer Nachrichten-Seite unterscheiden: Die besagten Push-Angebote, schnellere Ladezeiten, die Möglichkeit einer Themen-Personalisierung und Save-for-Later-Optionen.
Nach der Einführung, der schnell-ladenden Instant Articles und den geplanten Funktionen der Push-Alerts, würde Facebook auf einmal fast allen diesen Ansprüchen an eine gute News-App gerecht.

Richard Gutjahr scheint Blau in seiner Analyse noch nicht weit genug zu gehen. So erweitert der BR-Moderator die Liste der Feature, mit denen Facebook stärker in das Nachrichten-Geschäft drängt noch um die neue Live-Streaming-Funktion in der Mention-App. Damit konkurriert die US-Company nun auch mit Periscope oder Meerkat. Viele Medienmacher sehen in den Smartphone-Übertragungen eine große Live-Chance für den Journalismus. Im Eindruck eines ersten Selbstversuches des neuen FB-Angebotes meint Gutjahr nun: „Heute bin ich mehr als je zuvor überzeugt davon, dass Facebook der Nachrichten-Gatekeeper der Welt wird.“

Geradezu Allwissend merkt Jeff Jarvis in der Diskussion nur an, dass die FB-Pläne keine Überraschung sein sollten. Bereits in einer Live-Interview-Session vor einigen Wochen, hatte Mark Zuckerberg erste Andeutungen gemacht.

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Damals hatte Arianna Huffington gefragt:

Facebook hat in den vergangene Jahren eine große Rolle in der digitalen Verlagsindustrie gespielt. Nach Deinen Erfahrungen, was glaubst Du, wie wird sich in den nächsten paar Jahren die Art und Weise verändern und entwickeln, wie Journalisten und Nachrichten-Organisationen ihre Geschichten präsentieren? Und auf welche Art Produkten konzentrierst Du Dich in diesem Bereich?

Zuckerberg antwortete:

Ich glaube, es wird eine Reihe von Trends in Bezug auf Multimedia-Inhalte und Geschwindigkeit/Frequenz geben.
Was Multimedia betrifft, sehen wir mehr und mehr solche Inhalte online. Statt nur Texte und Bilder sehen wir jetzt mehr und mehr Videos. Das wird so weitergehen und in Zukunft werden wir mehr Inhalte mit Virtual Reality sehen. Jetzt ist es wichtig, dass News Organisationen immer stärker Multimedia-Inhalte liefern. Das ist es, was die Leute wollen.
Was Geschwindigkeit/Frequenz betrifft werden traditionelle Medien andauernd geprüft. In diesem Modell fällt es schwer, uns beständig mit aktuellen, wichtigen Ereignissen zu versorgen. Es gibt einen großen Bedarf an News Organisationen, die kleinere News-Stücke schneller und in größerer Frequenz abliefern können. Das wird die längeren und tiefer recherchierten Arbeiten nicht ersetzen und ich bin auch nicht sicher, ob irgendjemand das bisher komplett auf den Punkt gebracht hat.

Jarvis hat recht. Vor allem der letzte Absatz liest sich fast schon wie eine Ankündigung.

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Alle Kommentare

  1. Nachrichten-Zentrale für den verblödeten Abschaum, auch ok.

    Damit Scho-El mit den Löchern im Ohr und Rhianna mit dem Arschgeweih auch stets zuerst wissen wenn irgendein Container- / Dschungel- / D-Promi-Affe mal wieder schlechten Stuhlgang hatte.

    Die Realität der hirnrissigen Idioten.

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