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Analysten in Sorge: Apples Erfolgsserie könnte mit dem iPhone 6s enden

Apple-CEO Tim Cook
Apple-CEO Tim Cook

Nächste kalte Dusche für Apple: Der vielbeachtete Staranalyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities als auch die Investmentbank Jefferies äußerten gestern ihre Bedenken vor dem kommenden iPhone 6s-Launch. Dem neuen iPhone fehle ein Killerfeature, mahnt Kuo an. Zudem belasten die Verwerfungen in China. Anleger werfen das Handtuch: Die Apple-Aktie rauscht auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar.

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Wenn sich Ming-Chi Kuo räuspert, hält die Börsenwelt den Atem an: Kuo ist das Aushängeschild der taiwanischen Investmentbank KGI Securities – für den Business Insider gar der „akkurateste Apple-Analyst der Welt“.

Was passieren würde, wenn Kuo den Tag X ausruft, an dem das iPhone-Wachstum endet, war absehbar: Die Apple-Aktie ging gestern erneut in den Sturzflug über und verbuchte mit einem Minus von über fünf Prozent den größten Tagesverlust seit eineinhalb Jahren.

Im heutigen Handelsverlauf  setzte sich der Ausverkauf ungebremst fort: Die ohnehin schon schwer  angeschlagene Apple-Aktie verliert kurz Stunde weitere drei Prozent und notierten bei 109,63 Dollar
auf dem tiefsten Stand seit Anfang Januar.

iPhone-Absatz könnte mit dem 6s erstmals schrumpfen

Ming-Chi Kuo hat die zuletzt immer stärker aufkommenden Bedenken vor dem Launch neuer iPhones in seiner  Prognose mit Zahlen unterfüttert: So geht Kuo davon aus, dass Apple im Weihnachtsquartal lediglich 65 bis 75 Millionen Einheiten wird absetzen können.

Damit würde der Vorjahresrekord höchstens eingestellt, wahrscheinlich aber unterboten werden. Bedeutet: Kuo sagt voraus, dass Apple erstmals seit dem Launch des Kultsmartphones vor mittlerweile mehr als acht Jahren einen Absatzrückgang verkraften muss.

Force Touch kein Killer-Feature, China belastet

Als Grund nennt der Staranalyst von KGI die mangelnde Faszination des mutmaßlich hervorstechendsten Features Force Touch, das bereits auf der Apple Watch beim Druck auf das Display zur Anwendung kommt.

Apps mögen mit dem drucksensitiven Feature leichter zu steuern sein, doch ein so leicht nachvollziehbares Verkaufsargument vergangener S-Generation wie Siri beim iPhone 4s und der Fingersensor beim iPhone 5s ist Force Touch für den Massenmarkt kaum.

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Zudem dürfte der anhaltende Crash im Boommarkt China, der bereits Vermögenswerte in Höhe mehrerer Billionen (!) vernichtet hat, die beim Konsum von Hochpreisprodukten wie einem neuen iPhone fehlen, das Absatzpotenzial eintrüben, mutmaßt Kuo.

iPhone-Abhängigkeit Apples großes Problem

Für die iPhone-Company Apple würde bei einem Absatzrückgang des Kassenschlagers die Mutter aller Alarmglocken läuten, ist der Geschäftserfolg des Techpioniers inzwischen doch auf Gedeih und Verderb mit dem Kultsmartphone verwachsen.

65 Prozent der Umsätze und über 70 Prozent der Gewinne werden inzwischen allein durch das iPhone generiert, das im Alleingang für Apples Wachstum verantwortlich ist, zumal sich iPad und iPod in einer immer größeren Abwärtsspirale befinden, die iTunes Devision weitaus kleinere Margen einfährt und die Apple Watch offenkundig einen enttäuschenden Start hingelegt hat.

Analysten senken weiter den Daumen

In anderen Worten: Lediglich auf die älteste Konzernsparte, die 31 Jahre alte Macintosh-Unit, könnte Apple im Falle eines iPhone-Abschwungs wohl noch zählen, obwohl die Zuwächse auch hier zuletzt kleiner geworden sind. Die Zukunftsperspektiven in Cupertino gleichen plötzlich wieder sehr der Krisenära von 2013.

Analysten und Anleger beginnen die mutmaßlich kommende Schlecht-Wetter-Periode täglich aufs Neue einzupreisen. Die Investmentbank Jefferies stuft die Aktie nur noch mit „neutral“ ein und reduzierte gestern das Kursziel von Apple auf 130 Dollar.

Davon sind die Anteilsscheine allerdings auch schon wieder 18 Prozent entfernt. Bemerkenswert: Im Handelsverlauf rutschte die Apple-Aktie in der Performance des Börsenjahres 2015 bei unter 110 Dollar sogar ins negative Terrain. Vor drei Wochen hatte das Kursplus 2015 noch 20 Prozent betragen – in der Spitze waren es im April 23 Prozent.

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