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Wegen Netflix: Der grausame Sommer der US-Fernsehaktien

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Nicht nur für Internet-Unternehmen entwickelt sich die jüngste Bilanzsaison in den USA zum veritablen Kursgift – auch die Aktien von US-Fernsehsendern leiden kräftig unter den vorgelegten Zahlenwerken. Disney, Time Warner und 21st Century Fox wurden in den vergangen Tagen nach Bilanzvorlage hart abverkauft, Viacom brach gar crashartig ein – nicht zuletzt, weil die Sorge vor einer immer größeren Dominanz von Netflix mitschwingt.

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„Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“:  Das Motto des 90er-Jahre Horrorfilms ist Besitzern von US-Medienaktien höchst vertraut. Auch für Aktionäre von Disney, Time Warner, 21st Century Fox und vor allem Viacom sind die schönsten Sommertage schlicht zum Gruseln  – so brutal werden die Aktien abverkauft.

Viacom? Der Mutterkonzern von MTV und Paramount Pictures verlor gestern in der Spitze unfassbare 21 Prozent oder mehr als 2 Milliarden Dollar an Börsenwert, nachdem die Anzeigenerlöse im Heimatmarkt USA leicht zurückgegangen waren.

Aktien von Disney, Time Warner und 21st Century Fox brechen ein

Tags zuvor hatte es den wertvollsten Medienkonzern der Welt erwischt: Disney kam um neun Prozent unter die Räder und verlor gestern weitere zwei Prozent, nachdem Sportkanal ESPN leichte Rückgange der Zuschauerzahlen zu verzeichnen hatte.

Rupert Murdochs 21st Century Fox durch gestern nach dem Verkauf der Sky-Beteiligungen mit einem Minus von sieben Prozent nach unten geschickt, während Time Warner trotz überzeugender Quartalszahlen nach den Kurseinbrüchen der anderen US-Sender in Sippenhaft genommen wurde ebenfalls um neun Prozent einbrach.

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Die eigentliche Sorge, die all happigen Gewinneinbrüchen der US-Sendergruppen gemein ist: Die Fernsehgewohnheiten der amerikanischen Verbraucher ändern sich – weg vom teuren Kabelanschluss, der bis zu 100 Dollar im Monat verschlingen kann, hin zu Streaming-Angeboten wie von Netflix.

„Netflix wird die neue Kabelgesellschaft der Welt“

Die Aktie des boomenden Streaming-Dienstes erlebt 2015 einen einzigartigen Höhenflug und stellte gestern bei in der Spitze 129 Dollar schon wieder das nächste Allzeithoch auf. Netflix, das bis Ende nächsten Jahres (bis auf Nordkorea) überall auf der Welt vertreten sein will, ist damit bereits über 50 Milliarden Dollar wert.

„Dies ist ein brutaler Markt“, erklärte Wall Street-Ikone James Cramer über die sich wandelnde TV-Landschaft im Internet-Zeitalter. „Ich glaube, dass Netflix die neue Kabelgesellschaft der Welt wird – und daher ein großes Schnäppchen ist“. Cramer legt sich fest: „Netflix‘ Börsenwert wird definitiv eines Tages auf 100 Milliarden Dollar ansteigen.“  The Winner takes it all.

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