„Das ist übelste Hetze“: Anja Reschke reagiert auf Kritik an ihrem Flüchtlings-Kommentar

Anja Reschke war von der Menge an Kommentaren auf ihren Kommentar überrascht
Anja Reschke war von der Menge an Kommentaren auf ihren Kommentar überrascht

Fernsehen In einem mutigen Tagesthemen-Kommentar zur Flüchtlingsdebatte forderte Anja Reschke die Zuschauer auf: "Mund aufmachen. Haltung zeigen!" und hat damit einen Nerv getroffen: Mehrere tausend Menschen kommentierten das Video bei Facebook – und die Rückmeldungen reichten von großer Dankbarkeit bis zu radikaler Hetze. Im Gespräch mit der "Tagesschau" äußert sie sich zu den Reaktionen.

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„Ich freu mich jetzt schon auf die Kommentare zu diesem Kommentar!“ Mit diesen Worten beendete Anja Reschke ihren Zwischenruf während der „Tagesthemen“ zur rassistischen Hetz im Internet. Sie war sicher, dass ihr Aufruf zum „Aufstand der Anständigen“ polarisieren wird – und tatsächlich lief eine große Menge an Reaktionen, sowohl positive als auch negative, auf.

Die Mehrheit steht auf der richtigen Seite

Mehrere tausend Kommentatoren drücken ihre Zustimmung aus, bedanken sich bei der Moderatorin für ihre deutlichen Worte und rufen ebenfalls zum gemeinsamen Kampf gegen Hasskommentare in den Sozialen Netzwerken auf. Doch viele Menschen fühlen sich durch Anja Reschkes Aussagen herausgefordert, gar angegriffen und widersprechen ihr vehement. Teilweise waren diese Kommentare derart radikal, dass die Redaktion sie löschen musste.

Die „Tagesschau“ hat mit der NDR-Moderatorin über die Reaktionen gesprochen. Sie sei überrascht über die gewaltige Flut von Kommentaren, erzählt sie. Vor allem freue sie sich natürlich über die vielen positiven Rückmeldungen. Denn oftmals frage sie sich, was denn nur los sei in diesem Land. Und nun habe sie wieder das Gefühl, dass die Masse eben doch auf der „richtigen Seite“ stehe.

„Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun“

Bei den negativen Kommentaren erkenne sie durchaus ein Muster: „Das ist immer Frustration: ‚Mir wird was weggenommen, denen geht es viel besser, das sind Sozialschmarotzer.’“ So lange sich die Kritik in diesem Feld bewege, könne sie das noch aushalten – doch in dem Moment, in dem es ins Rassistische geht, sei Schluss: „Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, das ist übelste Hetze und da muss man gegenhalten.“

Das Problem sei außerdem, dass sich diese Menschen mittlerweile in der Mehrheit glauben und fest davon überzeugt sind, die „Lügenmedien“ würden nur die Meinung einer Minderheit darstellen. „Die haben Oberwasser bekommen und deswegen kommentieren sie sogar mit ihrem Klarnamen“, stellt sie fest.

Der Tagesthemen-Kommentar von Anja Reschke gestern Abend war ein flammender Appell, sich der rassistischen Hetze im…

Posted by tagesschau on Donnerstag, 6. August 2015

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Alle Kommentare

  1. Wow, wieviel herzloses Schlechtmenschenpack hier so meinungsmarodiert… schlimm. Dabei wären das die Ersten, die das nächste Schiff nähmen, wäre IHRE bescheidene Existenz von Kriminalität, Folter oder Armut bedroht. Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen könnte. Wir leben im 21. Jahrhundert und doch scheint Heugabel und Fackel für viele hier noch als adäquates Kommunikationmittel zu gelten.

    1. Viele Menschen wollen da ernten, wo sie nicht gesät haben.
      Wenn Nigeria Deutsche, die dort ungebeten einreisen, so versorgen würde, wie Deutschland ungebeten eingereiste Nigerianer versorgt, würden sich Millionen Deutsche auf den Weg nach Nigeria machen.
      Das Problem ist das „Wenn“. Es sind nur wenige Länder, die denen, die das mit der Umvolkung ausgeheckt haben, so hörig sind, dass sie solche Menschen in Massen ins Land lassen.

      Wäre ich hier in Deutschland so bedroht, dass ich davor flüchte, dann würde ich im nächsten sicheren Land um Asyl bitten. Ich wäre da lieber in Frankreich, Spanien, Griechenland oder Russland als in Nigeria, auch wenn die Versorgung in Nigeria viel besser wäre.

  2. Frau Reschke mit ihrem sicherem hohen Gehalt sollte uns mal erklären, wie viele Flüchtlinge sie persönlich aufgenommen hat, bzw. in welcher Höhe sie gespendet hat. Von anderen zu fordern ist halt einfach.

    1. Der Brandenburger (sic!) CDU-Bundestagsabgeordnete (sic!) Patzelt hat zwei Asylbewerber bei sich zu Hause aufgenommen (und hat dafür Morddrohungen erhalten… was manchmal halt so unter Meinungsfreiheit verstanden wird). Es gibt für alles Beispiele, wenn man sich etwas Mühe gibt, sie zu finden. Ich bin mir nur nicht sicher, ob dieses nun Schule macht. Auf jeden Fall wünsche ich Herrn Patzelt und seinen Schützlingen alles Gute. Hoffentlich brennen sie Ihm nicht die Hütte ab, das scheint hier ja auch bald olympisch zu werden.

      1. Wenn man nach „Patzelt“ und „Asylbewerber“ sucht, findet man einen Artikel in „Die Welt“ vom 13. Juli.

        Die beiden sind Christen. Patzelt hat sie wohl bei einer Kirchenveranstaltung getroffen.
        Patzelt bekommt für jeden der beiden pro Monat 100 Euro und „eine kleine Miete vom Amt bezahlt“. Schon aus finanzieller Sicht hätte er das Zimmer im Dachgeschoss in Briesen nicht besser vermieten können.
        Ich suche immer noch den Politiker, der so etwas auf eigene Kosten macht.

  3. Das ist lächerlich. Manchen kann man es halt einfach nicht recht machen. Die kleine Miete vom Amt würde jeder in Anspruch nehmen, so er denn Flüchtlinge aufnähme. Für 100 Euro im Monat obendrauf würde ich mich nicht freiwillig bedrohen lassen. Ihr schiebt Angst, dass „die“ „uns“ was wegnehmen, aber andere sollen sich wennschondennschon gefälligst ohne Gegenleistung engagieren? Für mich klingt das nicht sehr durchdacht, um es mal diplomatisch auszudrücken.

    1. Nachtrag: Wenn man sich auf einen Artikel beruft, sollte man ihn auch gelesen haben…
      Zitat aus der „www.welt.de“: „Auch eine kleine Miete bekämen sie vom Amt bezahlt – schließlich ist die Unterbringung in einer Familie für den Staat wesentlich günstiger als ein Platz im Heim, der pro Monat rund 2000 Euro verschlingt. Die Patzelts aber verzichten auf die Miete.“

      btw: Was hast Du eigentlich schon für Flüchtlinge geleistet?

      1. Danke für die Richtigstellung.
        Der Text ist unklar formuliert. Das „bekämen“ kann wegen indirekter Rede sein, oder aber ausdrücken, dass es nicht so sei. Da im Satz davor „bekommt“ steht, spricht viel für die zweite Version.

        Also greifen Patzelts nur 200 Euro pro Monat ab und haben ihr Image als Wohnltäter.

      2. > Was hast Du eigentlich schon für Flüchtlinge geleistet?

        Ich habe jahrelang einen Chinesen in meiner Wohnung wohnen gelassen. Dafür hat mir der Chinese jeden Monat 100 Euro gegeben.
        Der Chinese ist mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen, weil er hier ein besseres Leben als in seinem Herkunftsland hat. Der Chinese bekam keine 326 Euro und nichts für die Miete. Er hat die 100 Euro von seinem Arbeitslohn bezahlt.
        Irgendwann wurde der Chinese Vater und zog zusammen mit seiner Frau und seinem Kind in eine andere Stadt.

  4. Ja, genau, unklar formuliert… ”Die Patzelts aber verzichten auf die Miete.“ Kann man schon mal falsch verstehen.
    Der Chinese durfte demnach arbeiten, das dürfen die beiden Männer aus Eritrea vorerst mal nicht.
    Von der Unmöglichkeit dieses Vergleiches mal abgesehen – warum durfte der Chinese bei Dir nicht mietfrei wohnen? Besteht die Pflicht zum Altruismus nur für Politiker und Fernsehmenschen? Was du hier als ”Abgreifen“ bezeichnest, würde mir nicht mal als Aufwandsentschädigung reichen.
    Das hier scheint wirklich der falsche Planet…

    1. > Ja, genau, unklar formuliert… ”Die Patzelts aber verzichten auf
      > die Miete.”
      Es könnte auch sein, dass sie auf die Miete, die ihnen zusteht, verzichten, und sich mit der „kleinen Miete“ begnügen.

      > Der Chinese durfte demnach arbeiten, das dürfen die beiden
      > Männer aus Eritrea vorerst mal nicht.
      Keiner will Arbeit. Alle wollen Geld. (Volker Pispers)
      Mein Chinese hat nichts von der BRD bekommen. Er hat studiert, und um sich das leisten zu können, gearbeitet. Hätte er 326 Euro plus 100 Euro für Miete bekommen, dann hätte er nicht neben seinem Studium gearbeitet.

      > Von der Unmöglichkeit dieses Vergleiches mal abgesehen
      Der Vergleich passt wie Faust aufs Auge. Ein Mann kommt mit 18 Jahren aus fremder Kultur nach Deutschland. Er ist, ebenso wie die beiden Eritreer, ein Glücksritter und kein Flüchtling.

      > warum durfte der Chinese bei Dir nicht mietfrei wohnen?
      Weil ich selbst für die Wohnung Miete gezahlt habe. Wir haben Halbe-Halbe gemacht.

      > Besteht die Pflicht zum Altruismus nur für Politiker und
      > Fernsehmenschen?
      Nur für solche, die damit hausieren gehen, altruistisch zu sein.
      Ich behaupte nicht, damit, dass ich den Chinesen bei mir für 100 Euro habe wohnen lassen, ein gutes Werk getan hätte. Und ich will nicht, dass das über Patzelt behauptet wird.

      > Was du hier als ”Abgreifen“ bezeichnest, würde mir nicht mal als
      > Aufwandsentschädigung reichen.
      Welcher Aufwand? Ein leeres Zimmer im Dachgeschoss wird nicht teurer, wenn da jemand drin wohnt.
      Zwei junge Männer im Haus zu haben, ist für zwei alte Leute sehr praktisch. Da muss ja auch mal die Straße gefegt werden, …

      1. Sorry, aber die Flüchtlinge als Glücksritter zu bezeichnen ist kaum weniger absurd als der Rest. Siehe hierzu

        http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Eritrea/Innenpolitik_node.html

        Du solltest den Artikel vielleicht nicht nur lesen sondern auch verstehen und nicht nur mit Konjunktiven interpretieren. Die beiden dürfen erst arbeiten, wenn das Asyl genehmigt ist. Auch scheinst Du zu glauben, dass Häuser in Brandenburg keine Fixkosten haben und zusätzliche Gäste/Bewohner keinerlei Mehraufwand bedeuten. Und übrigens sind in dem Haus schon vorher zwei junge Männer wohnhaft gewesen, die die „Strasse hätten fegen können“, nämlich der älteste Sohn und der Neffe. Letztlich vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen und erwartest von anderen, was Du selbst nicht zu leisten gewillt bist. Das ist Sozialneid erster Güte und für mich schlicht indiskutabel.

  5. Dieser Aufstand der Anständigen ist ein naives Konstrukt, womit man strategisch – und medienwirksam – die Braven von den Bösen trennt. Und böse ist alles, was sich getraut, eine andere Meinung zu haben. Wie kann sich diese karrierewillige Medien-Matrone, der inoffiziell das Wohl anderer am Arm vorbeigeht, nur anmaßen, eine Fernanalyse Andersdenkender zu formulieren und Bürger in hellgrüne und dunkelgrüne Einzeller zu unterteilen!?

    Es ist die Bush’sche Zwangsfreiwilligkeit von: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!“ Das ist alles, nur kein demokratisches Verhalten. Und wenn Frau Wichtig das Wohl der Verfolgten so am Herzen liegt, dann wird es höchste Zeit für ein flammendes Plädoyer gegen den Tod und die Verfolgung hunderttausender Christen im irakisch-syrischen Gebiet mit der völligen Zerstörung jahrtausendealtem Weltkulturerbe, mit, z.T., biblischem Hintergrund.

    Dieses unreflektierte Abgeurteile mit ultralinkem Zeigefinger ist nichts weiter als blanker Opportunismus, als Futter für’s Geltungs-Ego. Ein alter Hut,…schon zu Zeiten meiner eigenen Rundfunktätigkeit, bei der auch immer der Narzißmus weit vor dem Gewissen stand. Ich halte mich selbst für keinen schlechten Menschen und weigere mich, von dieser neu-liberalen Inquisition als Ketzer und Menschenfeind bezeichnet zu werden, weil ich Bedenken für ebenso überdenkenswert halte, wie die Selbstverständlichkeit, im Hilfsfalle zu helfen.

    Seien wir auf der Hut vor dieser selbsternannten Elite, die die eigenen Kinder zugunsten anderer in die Besenkammer verbannen. Sie werden es sein, die die eben abgerissenen Gedankengefängnisse, architektonisch verschönt, höher wiedererrichten, als sie einst gebaut wurden.
    Hilfe, wer Hilfe bedarf! Ohne Zweifel und sofort. Aber unter Berücksichtigung der Ängste und Besorgnisse der eigenen Mitbürgerlichkeit. Es ist anti-demokratisch (und zutiefst sozialistisch) die zu rasieren, die gegen den Kamm bürsten!

    Besten Dank

    T.L.

  6. es kann nicht angehen ,das jemand der zur Flüchtlingspolitik unserer Regierung mitzieht als Rechtradikaler hingestellt wird .ich denke jeder darf in Deutschland seine Meinung äußern.es mit Sicherheit ist nur eine Minderheit die Anrecht auf Asyl hat die meisten sind meiner Meinung Wirtschaftsflüchtlinge. dieses sollte auch unsere Regierung erkennen , ansonsten sind sie unfähig weiterhin ihr Amt auszuüben. da sich in Deutschland nur Otto-Normalverbraucher mit der Mentalität, des Glauben und auch Aggressivität der Flüchtlinge auseinandersetzen muss , kann man ja als einer der oberen 10000 große töne spucken. in Deutschland gibt es genug Elend da muss man nicht noch mehr aufbauen.

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