Projekt „Digitale Transformation“: DuMont Schauberg legt Print und Online zusammen

thilo-knott.jpg
Thilo Knott ist Chefredakteur der Digitalen Transformation bei M. DuMont Schauberg.

Publishing Zu Beginn des Jahres nahmen sich die Digitalexperten im Hause M. DuMont Schauberg mit dem Express und der Mitteldeutschen Zeitung zwei ihrer sechs Zeitungstitel vor und stellten sie auf den Prüfstand. Das Ziel: ein Fahrplan für die Transformation der Marken in die digitale Welt. Nun stehen erste Veränderungen bevor, zukünftig soll konzernweit die Trennung von Print- und Online-Redaktion (wieder) aufgehoben werden.

Werbeanzeige

Erst vor fast auf den Tag genau zwei Jahren wurde bekannt, dass das Kölner Medienhaus seine Online-Aktivitäten – also auch die redaktionellen Online-Produkte der Zeitungen – in einer eigenen Gesellschaft bündelt. Es war die gesellschaftliche und auch tarifliche Spaltung von den Print- und Online-Redakteuren. Ziel war es, die digitalen Aktivitäten zu zentralisieren und somit schneller rentabel zu machen. Intern wurde das Vorhaben auf den Namen „Schwarze Null“ getauft.

Das Ziel wurde erreicht, und nun? Nun wird (fast) alles wieder rückgängig gemacht. Zumindest sollen arbeitstechnisch die Mauern zwischen Print- und Online-Redaktion aufgerissen werden. Die „Digitale Transformation“ soll die publizistischen Digital-Angebote auf Augenhöhe mit den Zeitungen bringen, erklärt Chefredakteur „Digitale Transformation“ Thilo Knott im Gespräch mit MEEDIA. „Es geht uns darum, neue Organisationsstrukturen und Arbeitsweisen zu schaffen, um mit unseren hochwertigen Inhalten mehr Leserinnen und Leser zu erreichen.“

Online-Redakteure verlassen Digital-Tochter DuMont Net

Ab September sollen die ersten Maßnahmen umgesetzt werden, zuerst in Köln beim Express und in Halle bei der Mitteldeutschen Zeitung, später auch in den Redaktionen des Kölner Stadt-Anzeiger, der Berliner Zeitung sowie dem Berliner Kurier. Die Hamburger Morgenpost hatte kürzlich schon angekündigt, Print und Web zusammenzuführen.

In den Redaktionen werden zentrale Content-Desks entstehen, an denen die Inhalte erst mal zusammenlaufen und dann nach Entscheidung der zuständigen Redakteure in die entsprechenden Kanäle fließen. „An diesem zentralen Knotenpunkt werden Print- und Online-Produkt gleichwertig behandelt“, so Knott weiter. Knott, bis zu seinem Antritt in diesem Jahr als CvD bei Spiegel Online tätig gewesen, weiß wie schwierig eine Zusammenführung zweier Redaktionen und Geschwindigkeiten sein kann. „Wir haben ein Großprojekt mit bis zu 600 Journalisten bei sechs Titeln vor uns. Wir investieren in mobilgetriebene Inhalte und Organisationen der Redaktionen. Unsere Chefredakteure sind in den vergangenen Monaten nach Skandinavien, in die Schweiz und auch in die USA gereist, um sich von den Arbeitsweisen anderer Redaktionen inspirieren zu lassen.“

Die neuen Strukturen erfordern auch eine Verlagerung bisheriger Zuständigkeiten. Knott erklärt: „Wir werden dafür auch neue Funktionen und Zuständigkeiten schaffen.“

Diese organisatorischen Veränderungen dürften auch gesellschaftsstrukturelle Folgen haben: Nach Informationen von MEEDIA werden die derzeit bei DuMont Net angestellten Redakteure aus dem Tochterunternehmen ausscheiden und in eine neue Gesellschaft überführt. Eine Form für das neue Unternehmen werde noch bekanntgegeben, heißt es aus Unternehmenskreisen. Die Web-Redakteure sollen durch die Ausgliederung auch wieder näher an die eigentlichen Titel heranrücken, wurde den Mitarbeitern erklärt. Sie fallen dann auch wieder unter die Führung der jeweiligen regionalen Geschäftsführer. Alle Vorhaben müssen noch mit den Betriebsräten verhandelt werden.

DuMont Net gewinnt weitere Zuständigkeitsbereiche

Die von Patrick Wölke geführte DuMont Net verliert damit den erst 2014 gewonnenen journalistischen Schwerpunkt. Die Digitaltochter konzentriert sich demnach verstärkt auf das darüber hinausgehende Online-Geschäft und wird sich vermehrt um Beteiligungen wie Radio- und TV-Sender kümmern. Die Säule Digitales soll nach den Umstrukturierungen gestärkt hervorgehen. Dafür wird eine neue Dachgesellschaft konstruiert, die DuMont Digital heißen und ebenfalls von Wölke geführt werden soll.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige