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„What a Man“: der vergiftete Liebesbrief der taz an Bild.de-Chef Julian Reichelt

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Die linke taz ärgert sich über den Bild.de-Chef Julian Reichelt und seinen lauten Protest gegen die Verbannung seines Reporters von der Pressebank beim IS-Prozess in Celle. Statt den streitbaren Springer-Mann einfach frontal zu attackieren, hat sich die Tageszeitung an die schärfste Waffe von Reichelts Boss, Kai Diekmann, erinnert: Ironie. Statt 100 Zeilen Hass schrieb die Tageszeitung Reichelt einen Liebesbrief – natürlich einen vergifteten.

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Trotz einiger heftiger Verbalattacken, die Anwälte schnell eine Beleidigungsklage aufsetzen lassen könnten, wird Reichelt mit der taz-Attacke leben können. Alleine die Headline „What a man“ dürfte ihn freuen. Nach der freundlichen Einleitung „Lieber Julian“, legen die Berliner aber gleich los: „Du hast es mal wieder allen gezeigt, du einzig wahrer Verteidiger der Pressefreiheit. Während ganz Deutschland um diese lächerlichen Blogger von netzpolitik.org bangt und die Pressefreiheit gefährdet sieht, machst du auf den eigentlichen Skandal dieser Tage aufmerksam. Denn die Bild wurde vom IS-Prozess in Celle ausgeschlossen, nur weil sie – entgegen der Anordnung des Gerichts – die Angeklagten unverpixelt zeigte“.

Dann beschäftigt sich Paul Wrusch, der Briefonkel der taz, mit Reichelts kontroverser Meinung zu Snowden und Wikileaks. Für den Bild-Mann, der schon immer gut in den US-Sicherheitskreisen verdrahtet war, sind die Whistleblower „Helden des globalen Terrorismus“. So etwas vergisst die taz nie.

Weiter heißt es: „Mainstreammeinungen? Dir doch egal. Immer wieder legst du dich mit den ewigen Miesepetern von Bildblog an. Die sind ja nur neidisch, weil sie Blogger sind, keine echten Journalisten, so wie du.“

Nachdem der Briefeschreiber erneut ausgiebig das „hammer-geile“ Aussehen von Reichelt gelobt hat, wird der Ton böse und der Bild.de-Boss am Ende offen beschimpft – als „Fuzzi, Troll, Vollpfosten, Arschkriecher, Hetzer, populistischer Vollidiot“.

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Der Link zum taz-„Liebesbrief“ wurde in den Social Media-Netzen massenhaft herumgereicht. Sogar Bild-Chefredakteur Kai Diekmann retweete den Artikel und twitterte „Wow, lieber @jreichelt, Glückwunsch!“. Verbale Prügel von der Konkurrenz sind auch eine Form der Wahrnehmung, und bei Bild scheint man mit der Rolle des Lieblingsfeindes nicht unglücklich zu sein.

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Alle Kommentare

  1. Gehört Meedia auch zum Springer Konzern? Unglaublich, dass man so offensichtlich selbstherrliche und unsympatische Leute wie die Herrn Reichelt, Diekmann, dieses möchtegern Peter Scholl-Latour Double Paul Rontzheimer oder ganz, ganz schlimm F.J. Wagner als journalistisches Medium noch eine Plattform gibt und deren menschenverachtenden und parteilichen Journalismus verteidigt. Liebe Meediamacher die BILD Zeitung ist einfach bösartig und demokratiegefährlich. Alleine diese tägliche Hetze gegen Griechenland oder Russland. Die sind doch sowas von Kriegsgeil. Dieser Ruf nach Pressefreiheit ist doch nur zur Selbstdarstellung und um Klicks zu generieren. Warten Sie ab, spätestens morgen wird noch versucht mit dem Thema bahre Kohle zu verdienen. Nämlich dann wenn die BILD ihre eigenen generierten Skandale hinter ihrer Paywall (BILDplus) verstecken. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass mal etwas unangenehmes über Herrn Diekmann oder Herr Reichelt an die Öffentlichkeit gelangen würde. Wie diese dann wohl auf die neugierige Presse reagieren würden? Ob dann wohl auch noch die Pressefreiheit das Höchste Gut ist? Das wäre mal so spannend.

    1. „als dass mal etwas unangenehmes über Herrn Diekmann oder Herr Reichelt an die Öffentlichkeit gelangen würde.“

      Die arbeiten für Springer. Schon vergessen?
      Das heisst, diese Leute haben einen Vertrag unterschrieben, der es Ihnen untersagt z. B. Objektiv und Wahrheitsgetreu über den Staat Israel zu berichten.
      Mit dieser Unterschrift haben Sie dem Journalistentum entsagt und sind zu primitiven Entertainern und Progandisten geworden.
      Zu billigsten Handlangern.
      In der Aussendarstellung feiert diese Propagandaklitsche aber ständig Ihren, würg!, „Qualitätsjournalismus“ in einer Vehemenz, dass eigentlich jedem von alleine auffällt, die machen gar keinen Journalismus. Der Mörder schreit ja auch am lautesten, ich wars nicht.

  2. Immer und immer diese subtextuelle Anbiederung an die Bild-Zeitung, liebe Meediasten. Bisschen erbärmlich.

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