Anzeige

Nach Doping-Doku: Leichtathletik-Verband wirft ARD „Desinformation“ und „Sensationsgier“ vor

Der Präsident der IAAF Lamine Diack streitet die Doping-Enthüllungen der ARD vehement ab
Der Präsident der IAAF Lamine Diack streitet die Doping-Enthüllungen der ARD vehement ab

Ende 2014 erschütterte die Dokumentation "Geheimsache Doping. Wie Russland seine Sieger macht" die Sportwelt. Ein Jahr später begab sich die ARD-Redaktion erneut auf Spurensuche – und enthüllte, dass Doping in der Leichtathletik viel weiter verbreitet ist als bekannt. Die IAAF weist diese Vorwürfe zurück und will gegen die Medien klagen.

Anzeige
Anzeige

Gemeinsam mit der britischen Sonntagszeitung Sunday Times werteten Redakteure der ARD für die Dokumentation „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik“ eine interne Datenbank des Weltleichtathletikverbandes IAAF aus und entdeckten dabei tausende auffällige Blutwerte, auch von Olympiasiegern und Weltmeistern.

Die brisanten Enthüllungen zeigen also: Das Dopingproblem geht weit über Russland hinaus und ist gerade in olympischen Leichtathletik ein massives Problem. „Wir müssen davon ausgehen, dass jede dritte Medaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen in Ausdauerdisziplinen, wo es um Blutdoping geht, im Zeitraum zwischen 2001 und 2012 von Athleten gewonnen wurde, die mit Doping zu tun hatten“, erklärte der verantwortliche Redakteur Hajo Seppelt im Gespräch mit Omnisport.

Wenige Tage nach Ausstrahlung der Dokumentation reagierte die IAAF – und wies die Enthüllungen vehement zurück. „Die veröffentlichten Anschuldigungen sind sensationsgierig und konfus: Die Ergebnisse, auf die sich bezogen wurde, sind keine positiven Tests. Tatsächlichen haben sowohl die ARD als auch die Sunday Times zugegeben, dass ihre Auswertung der Daten kein Doping beweisen“, erklärte der Verband in einem ausführlichen Statement.

Anzeige

Außerdem würden die Daten nicht aus „geheimen“ Dokumenten stammen. Im Gegenteil: Der Verband selber habe sie im Rahmen einer detaillierten Analyse bereits 2011 veröffentlicht. Die Enthüllungen seien demnach „einfach falscher, enttäuschender und desinformierender Journalismus“.

Die IAAF droht beiden Medien mit rechtlichen Konsequenzen und verurteilt die Verbreitung, Nutzung und Veröffentlichung privater und vertraulicher medizinischer Daten in „der stärksten Form“. Man wolle „alles Nötige dafür zu tun, um die Rechte der IAAF und ihrer Athleten zu schützen.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*