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Springer-Bilanz: mehr Umsatz, mehr Schulden und weniger Gewinn

Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner
Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Mehr zahlende Online-Abonnenten für Bild und Welt, mehr Einnahmen und belastende Print-Rückgänge: Für das erste Halbjahr 2015 meldet Axel Springer einen Umsatzanstieg von 9,8 Prozent auf nun 1.57 Milliarden Euro, während das EBITDA mit 266,7 Millionen Euro nur das Niveau des Vorjahres erreichte. Unterm Strich erwirtschaftete der Konzern einen Überschuss von 111 Millionen Euro. Im Vorjahr lag dieser noch bei 141,6 Millionen Euro. Zudem: Nur deutlicher EBITDA-Anstieg bei den Rubrikenangeboten konnte die Ergebnisrückgänge bei den Bezahl- und Vermarktungsangeboten ausgleichen.

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Insgesamt soll das Web-Anzeigengeschäft „deutlich zweistellige Wachstumsraten“ erzielt haben. „Wir haben im ersten Halbjahr weiter kräftig in digitale Geschäftsmodelle im In- und Ausland investiert. Das starke organische Wachstum unserer digitalen Aktivitäten bestätigt unseren strategischen Kurs. Für das gesamte Geschäftsjahr 2015 rechnen wir wie erwartet mit einem deutlichen Ergebniszuwachs im Konzern“, kommentiert CEO Matthias Döpfner die Bilanz.

Die digitalen Aktivitäten des Verlages trugen in den ersten sechs Monaten bereits mehr als 60 Prozent zum Umsatz des Hauses bei. Die Pro-forma-Erlöse der digitalen Aktivitäten legten von 848,4 Millionen Euro auf 946,6 Millionen Euro zu. Damit erreichten sie ein organisches Wachstum von 11,6 Prozent. Zudem konnten die Berliner ihre Auslandserlöse um 23,6 Prozent auf 753,9 Millionen Euro steigern. Springer erwirtschaftet mittlerweile 47,8 Prozent im Ausland.

Keine guten Nachrichten gibt es von den Vertriebserlösen. Diese lagen bei 351,1 Millionen Euro und damit 3,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Schuld dafür seien die „strukturellen Rückgänge im Printgeschäft“. Zudem sei das Minus „erwartungsgemäß“.

Besonders zufrieden sind die Berliner offenbar mit der Zahl der digitalen Abonnements von Bild und Welt. So zählt die Boulevard-Marke Stand Ende Juni 282.000 zahlende Kunden, während die Welt auf 66.000 kommt. „Der Ausbau der digitalen Abonnements zählt zu den strategischen Prioritäten von Axel Springer im laufenden Geschäftsjahr“, heißt es in der Bilanz-Mitteilung des Verlages.

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Allerdings erhöhte sich auch die Nettoverschuldung von 667,8 Millionen im Vorjahr auf jetzt 993,8 Millionen Euro.

Das weitere Geschäftsjahr sieht das Medienaus freundlich. So erwartet der Vorstand einen Anstieg der Gesamterlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. „Der geplante Anstieg der Werbeerlöse soll dabei den Rückgang der Vertriebserlöse und der übrigen Erlöse überkompensieren“. Für das EBITDA rechnet der Vorstand mit einem Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich.

Eine wichtige Nachricht transportiert die Bilanz: Springer wäre in der Lage eine Übernahme wie die der Financial Times zu stemmen. So wurde Anfang Juli erst das Finanzierungsvolumen der bestehenden Kreditlinie von 900,0 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro erhöht.

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