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Fünf Gründe, warum das Sommer-Dschungelcamp eine Enttäuschung ist

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Das Dschungelcamp jetzt auch im Sommer – was haben wir uns gefreut: Bissige Kommentare von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich an lauen Sommerabenden entspannt vor dem Ferien-Fernseher genießen. Dazu längst vergessene C-Promis beim Blamieren zusehen. Schön war die Illusion. Die RTL-Realität ist leider weit trister. Ibes im August 2015 leidet unter akuter Langeweile. Verantwortlich dafür sind vor allem fünf Gründe.

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Wenn Rückblicke die Höhepunkte einer Sendung sind, hat das ganze Format ein Problem
Nehmen wir als Anschauungsbeispiel die Sendung vom gestrigen Montag. Es ging so gut los. Erst einmal wurde an die Dschungel-Staffel aus dem Jahr 2009 erinnert. Schließlich kämpfen mit Ingrid van Bergen, Peter Bond und Mausi Lugner auch die damaligen Kandidaten um den Einzug ins Finale. Sobald die ersten Sequenzen von sechs Jahren über den Bildschirm flimmerten, wurde es dem geneigten Zuschauer warm ums Herz.

An alte Camp-Geschichten erinnert man sich gerne. Leider folgt dem Schwelgen in der Vergangenheit schnell der Realitätsschock. Durch die schönen Erinnerungen wird die Wirklichkeit umso trister. In Australien entwickelte sich unter den Kandidaten durch Ausschluss der Öffentlichkeit, dem Essensentzug, dem wenigen Schlaf und der Hitze, eine ganz eigene Energie und Dynamik. Diese fehlt im Sommer 2015 völlig. Jetzt sitzen bei RTL einfach nur drei C-Promis rum und lassen sich von Zietlow und Hartwich mehr oder weniger frech necken.

Im Sommer ist es ungleich schwerer ein TV-Lagerfeuer zu entfachen
Einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg des Dschungelcamps ist der Event als solcher. Wie bei einer Fußball-WM hat man das Gefühl, dass ganz Deutschland für zwei Wochen gemeinsam eine Sendung schaut. In der Kaffeepause wird über das Dschungelcamp gesprochen, die Boulevard-Blätter machen mit Ibes auf. Dieser so wichtige Effekt fehlt – noch zumindest.

Deutschland schwitzt und ist im Urlaub. RTL ist es noch nicht gelungen – in dieser für einen TV-Macher sehr schwierigen Zeit – das berühmte Lagerfeuer zu entfachen. Ob dies gelingt? Wohl eher nicht.

Keiner schaut das Dschungelcamp wegen der Prüfungen. Jetzt stehen diese aber im Mittelpunkt
In der Sommer-Variante unterlief der Produktion möglicherweise ein Denkfehler, indem sie die Prüfungen zu stark in den Mittelpunkt der Sendungen rücken. Keiner schaut das Dschungelcamp nur wegen der Challenges. Es macht natürlich Spaß einen unbeliebten Kandidaten bei irgendwelchen Ekel-Prüfungen scheitern zu sehen. Vor allem ist aber auch hier wieder die Reaktion der Gruppe wichtig. Das Versagen wird erst durch den Ärger der anderen so richtig spaßig. Immerhin ist die tägliche Essensration abhängig von der jeweiligen Stern-Ausbeute. Andersherum kann sich der geneigte Zuschauer auch freuen, wenn der eigene Dschungel-Favorit bei der Prüfung so richtig abräumt.

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Diese Sondereffekte fehlen nun. Jetzt sehen wir nur drei C-Promis, die Challenges bestehen müssen. Das machen Joko & Klaas allerdings Woche für Woche bei ProSieben mit mehr Spaß, Häme und Unterhaltungswert. Deshalb schaltet niemand die RTL-Show an.

Alle schauen das Dschungelcamp wegen der Gruppe, doch diese gibt es diesmal nicht
In den australischen Winterwochen geht es fast ausschließlich um die Gruppe. Welche Dynamiken entwickeln sich? Welcher extrovertierte C-Promi wird zum Publikums-Liebling, wer wird zum Buhmann der Nation? In diesen Fragen und im Beobachten der einzelnen Entwicklungen innerhalb der Camp-Gesellschaft liegt der wahre Reiz des Formates. Exakt dieses entscheidende Puzzleteil haben die Macher diesmal aus dem Sommer-Dschungel rausoperiert.

Eine Stunde Dschungel ist perfekt. Zwei Stunden Dschungel sind zu lang
Auch bei der Sendezeit gilt mal wieder der alte Sinnspruch: Weniger ist mehr. Im Winter sind die meisten Ibes-Folgen eine Stunde lang. Das zwingt die Produktion zu einer gewissen Disziplin, sich wirklich nur auf die Höhepunkte zu konzentrieren.

In der Sommervariante gilt es zwei Stunden zu überbrücken. Das macht die Sendung zäh und zieht sie unnötig in die Länge. Dabei gilt auch bei Gehässigkeiten: in der Kürze die Würze.

 
Wer kritisiert, muss aber auch Loben können. Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gesagt, dass Sonja Zeitlow und Daniel Hartwich noch wirklich das Beste aus der konzeptionell verfahrenen Situation machen. Sie sind witzig und bissig. Nur auch ihnen mangelt es allzu oft an den richtigen Anknüpfungspunkten. Es fehlen die Runninggags, die sich erst im Laufe von zwei Wochen im Australischen Dschungel entwickeln.

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